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"Wir sind Helden"-Verbot: NPD darf ihren Song nicht spielen

Die NPD spielte Beim das Lied "Gekommen um zu bleiben", um beim Wahlkampf in Sachsen für die Partei zu werben. Dagegen ging die Band Wir sind Helden juristisch vor - mit Erfolg.

Wollen nichts mit Neonazis zu tun haben: die Band Wir sind Helden

Wollen nichts mit Neonazis zu tun haben: die Band Wir sind Helden

Zur Hetze gegen Moscheebau und Asylbewerber dudelte Hitparadenmusik aus dem Lautsprecher: Die NPD in Sachsen setzte bei ihrem Landtagswahlkampf auf Mainstream-Musik. Um auch bei der jungen Zielgruppe anzukommen, gab es zu rechten Parolen bei Wahlkampfveranstaltungen auch Lieder von Unheilig, den Ärzten, Andreas Bourani oder von Wir sind Helden zu hören. Genützt scheint es nichts zu haben - die rechtsextreme NPD ist aus dem Landtag geflogen. Für den Musikmissbrauch droht der Partei ein juristisches Nachspiel.

Wir sind Helden haben gegen den Einsatz ihrer Musik im NPD-Wahlkampf eine einstweilige Verfügung beim Landgericht Erfurt beantragt. Das berichtet das Branchenblatt "Musikwoche" unter Berufung auf den Musikverlag Wintrup Musik. Die Band wolle sich den Missbrauch ihres Songs "Gekommen um zu bleiben" nicht gefallen lassen.

Mit Erfolg: Die Erfurter Richter gaben dem Antrag vorerst statt und untersagten eine weitere Nutzung des Songs. Bei Zuwiderhandlung droht der NPD eine Ordnungsstrafe von bis zu 250.000 Euro oder Ordnungshaft gegen den Landesvorsitzenden der Partei.

Helene Fischer untersagte Abspielen von "Atemlos"

Zuvor hatte sich bereits Helene Fischer mit der NPD angelegt. Ihr Song "Atemlos durch die Nacht" stand ebenfalls auf der Playlist der Rechtsextremen. Daraufhin hatte Fischer bereits Mitte August ihre Anwälte losgeschickt und eine Unterlassung gefordert.

Auch weitere Musiker wollen dem Beispiel von Wir sind Helden und Helene Fischer folgen. Einem Bericht des MDR zufolge wurden bei NPD-Veranstaltungen in Sachsen auch Lieder des Österreichers Andreas Gabalier, von Santiano oder Madsen gespielt. Insgesamt seien regelmäßig elf Songs abgespielt worden, um "möglichst normal zu erscheinen", wie der Landesvorsitzende der NPD Sachsen dem MDR zu Protokoll gab. Reingefallen sind darauf zum Glück weniger als bei vergangenen Wahlen.

mai