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American Music Awards: Justin Timberlake per Satellit zugeschaltet

Zahlreiche Stars waren bei der Verleihung der American Music Awards in Los Angeles abwesend. Auch Justin Timberlake konnte sich seine Auszeichnung nicht persönlich abholen - er weilt auf Deutschlandtournee.

Soul und Gangsta-Rap haben bei den American Music Awards Triumphe gefeiert. Doch die beiden schwarzen Stars, die in der Nacht zum Montag im Shrine Auditorium von Los Angeles als einzige jeweils zwei Preise gewannen, waren nicht dabei. Soulstar Luther Vandross liegt neun Monate nach einem schweren Schlaganfall noch immer im Krankenhaus. HipHop-Musiker 50 Cent pflegte sein Untergrund-Image als begehrteste Zielscheibe des Rapperkrieges und ließ sich - angeblich sicherheitshalber - nicht blicken. Die Preisträger Justin Timberlake und Fleetwood Mac wurden per Satellit aus Deutschland zugeschaltet.

"Es ist so traurig, dass Luther nicht selbst hier sein kann", sagte Mary Vandross. Ihr Sohn wurde für sein Album "Dance With My Father" sowie als bester Soul- und R & B-Musiker des Jahres ausgezeichnet. Vandross hat in einer Rehabilitationsklinik erst in den letzten Wochen wieder begonnen, zu sprechen und zu gehen. Manchmal, wenn Aretha Franklin ihn besucht, singt er sogar ein wenig mit ihr, doch für die Preisverleihung war der 52-Jährige viel zu schwach.

Bester Rapper: 50 Cent

50 Cent, der stets eine kugelsichere Weste trägt, wurde mit dem American Music Award (AMA) für den besten Rap- sowie HipHop-Musiker des Jahres ausgezeichnet. Der New Yorker Junge aus dem Getto, auf den bereits neun Mal geschossen wurde und der angeblich sein charakteristisches Nuscheln einem Einschussloch im Unterkiefer verdankt, bekam mit der CD "Get Rich or Die Tryin'" auch den AMA für das beste Rap-Album.

Auch Fleetwood Mac auf Deutschland-Tournee

Was für ein Gegensatz zu dem freundlichen blonden Schwiegersohn-Typ Justin Timberlake, der mit "Justified" den AMA für das beste Pop-Rock-Album gewann! Auch der ehemalige 'N SYNC-Leadsänger war nicht dabei, allerdings war er zugeschaltet - genau wie die vier Mitglieder von Fleetwood Mac, die ebenfalls gerade in Deutschland auf Tournee waren.

"Ich habe Heimweh"

Timberlake saß im Kaminzimmer eines Kölner Hotels und sagte: "Danke an euch alle in Amerika. Ich habe Heimweh, aber dieser Preis entschädigt mich, während ich hier drüben bin." Ob er denn schon nette deutsche Mädchen kennen gelernt habe, wollte Moderator Jimmy Kimmel wissen. Timberlake wiegelte ab: "Ich bin doch gerade erst angekommen."

Über American Music Awards konnten sich auch die HipHop-Musikerin Missy Elliott, die Country-Diva Faith Hill und die Rockband Linkin Park freuen. Missy Elliot kam verspätet auf die Bühne und entschuldigte sich: "Sorry, Leute, aber mir wurde die Limousine geklaut. Nur der Chauffeur war noch da. Kann mich nachher einer zum Hotel bringen?" Sie bekam hunderte Angebote.

Madonna als "International Artist of the Year" geehrt

Kid Rock wurde mit dem AMA für den besten Pop-Rock-Musiker des Jahres bedacht. Bei den Damen ging dieser Preis an Jennifer Lopez. Die Isley Brothers wurden beste Soul- und R & B-Band. Preise gab es auch für Céline Dion, Ricky Martin und die Country-Musiker Tim McGraw, Alabama und Toby Keith. Madonna wurde der nach Michael Jackson benannte Titel International Artist of the Year verliehen.

Die American Music Awards sind nach den Grammys die begehrtesten US-Musikpreise. Sie werden von der amerikanischen Schallplattenindustrie vergeben. Die Nominierungen beruhen allein auf dem Verkaufserfolg. Allerdings entscheiden über die Sieger rund 20.000 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Fans.

Dennoch spielte der Kommerz eine überragende Rolle. Produzent Dick Clark hatte die AMA-Vergabe, die bislang jeweils am Jahresanfang stattfanden, erstmals auf November vorverlegt. Freimütig räumte er ein, dass sie damit besser ins Weihnachtsgeschäft passt: "Jeder bringt dafür Singles oder Alben raus und ist natürlich scharf auf Promotion."

Thomas Burmeister, dpa / DPA