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Bloodhound-Gang-Bassist erzürnt Kosaken Wenn die russische Fahne im Hintern zwickt


Bei einem Konzert in der Ukraine hat die russische Flagge Bekanntschaft mit dem Hinterteil des Bloodhound-Gang-Bassisten gemacht. Russland reagierte empört auf den Popo-Protest und droht mit Strafe.
Von Jens Wiesner

Eigentlich ist man von Jared "Evil" Hasselhoff ja einiges gewohnt: Der Bassist der US-Rockband Bloodhound Gang uriniert während eines Konzerts schon mal auf Bandkollegen, mampft genüsslich Insekten oder drückt Zuschauernasen in seine schweißnassen Achseln.

Wenn der 41-Jährige also mal locker-flockig eine Flagge unter seinem Hintern durchzieht, lockt das in Deutschland längst niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Das Problem: Bei dem zweckentfremdeten Stoffstück handelte es sich um die russische Nationalflagge. Und wenn es um ihren Nationalstolz geht, verstehen die Russen bekanntlich nur wenig Spaß.

"Don't tell Putin!" rief "Evil" noch der jolenden Menge in der ukrainischen Hafenstadt Odessa entgegen. Doch das Internet vergisst nicht: Wenige Tage nach dem Konzert vom Mittwochabend sah Russlands Kulturminister Wladimir Medinski die entsprechende Szene auf Youtube - und schäumte über vor Wut. "Diese Idioten werden nicht beim Kubana spielen", kündigte der erzürnte Politiker via Twitter an. Mittlerweile haben staatliche Stellen tatsächlich den Auftritt auf dem größten russischen Rockfestival am Schwarzen Meer abgesagt, bei dem die Bloodhound Gang als Hauptakt eingeplant war.

Entschuldigung mit Augenzwinkern

Einigen Politikern reicht das noch nicht aus: Sie drohen den Musikern mit einem geharnischten Strafverfahren. Der stellvertretende Parlamentspräsident Sergej Newerow von der Kremlpartei Geeintes Russland forderte laut Agentur Interfax am Sonntag gar, die Hintergründe des geplanten Auftritts zu untersuchen. "Es geht darum, wer sie nach Russland eingeladen hat, wer ihre Konzerte organisiert hat und sie bezahlt hat."

Tatsächlich musste sich Hasselhoff am Samstag nach seiner Ankunft in Russland einer Polizeibefragung unterziehen, jugendliche Putin-Anhänger bewarfen den Tourbus mit Eiern und Tomaten. Laut CNN wurde die Band im Flughafen von Krasnodar Krai gar von russischen Nationalisten attackiert. Die Angreifer hätten nach den Bandmitgliedern getreten und geschlagen.

Und Hasselhoff? Der entschuldigte sich auf einer Pressekonferenz für sein Verhalten, wie das russische Nachrichtenportal Yuga.ru berichtete. Er habe die Aktion nicht als Beleidigung gemeint. Aber es sei nunmal Tradition in der Band, dass alle Gegenstände, die von der Bühne ins Publikum geworfen werden, einen festgelegten Weg nehmen müssten: durch seine Hose.

mit Agenturen

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