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Country-Folk-Rock: Dos Hermanos: "Goldfischen"

Auf "Goldfischen" präsentiert die Münchener Combo Dos Hermanos eine musikalische Reise, die vom elektrifizierten Country-Walzer über einen Calypso-Song bis hin zum Schepper-Rock führt.

Senor G. Rag spielt Gitarre, Mülleimer, das Hi-Hat vom Schlagzeug, eine Organetta, manchmal benutzt er auch das Megaphon. Jose alias The Black Rider singt, bedient die Bass-Drum, die Slide-Gitarre und einiges mehr. Die beiden Musiker des Münchener Folk-Orchesters G. Rag Y Los Hermanos Patchekos haben jetzt ein Album aufgenommen, das nur noch lose mit den musikalischen Grenzübertritten der bayrischen Superkapelle verbunden ist. "Goldfischen" klingt zu erst einmal wesentlich roher und reduzierter als die ausgefeilten Americana-Songs und Mariachi-Swinger auf den bisher drei Patchekos-Platten.

Dos Hermanos switchen mühelos vom elektrifizierten Country-Walzer zum Schepper-Rock und einem Calypso-Traditional wie "Lala". Man hat das Gefühl, dass ihnen diese Songs wie Sterntaler vom Himmel ins Haus in Südfrankreich gefallen sind, wo das Album während eines Sommeraufenthalts entstand. Es sind Lieder, die immer schon mal so und nicht anders gespielt werden wollten, Lieder, die sich anfühlen wie abgewetzte Bücher. Ein Song stammt von Hank Williams ("Rambling Man"), einer von Chris Whitley, und zwei von Onkel Bob sind auch dabei.

Frank Sawatzki, AP

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