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Daft Punk: Elektrofunk mit Stromgitarren

Daft Punk gelten als Innovatoren der elektronischen Musik: Auf ihrem neuen Album "Human After All" haben die beiden Franzosen Clubmusik mit Rockgitarren vermählt.

Als 1997 das Daft-Punk-Album "Homework" erschien, war das ein kleinerer Urknall in der gerade mal wieder dahindümpelnden Popmusik. Mit den Singles "Da Funk" und "Around The World" definierten die beiden Franzosen Guy-Manuel de Homem-Christo und Thomas Bangalter eine neue, scharfkantige Discomusik, die elektronisch geerdet und mit Rock unterfüttert war. Auf dem 2001er-Album "Discovery" (mit dem Smash-Hit "One More Time") hatten die Disco-Revolutionäre sich schon wieder weit von ihren Ursprüngen entfernt, die Videos interessierten mehr als die Tracks.

Kreuzung aus Kraut-Rock und Elektro-Funk

"Human After All" ist ein Experiment in Kontrasten: "Television Rules The Nation" darf als Widmung an die Düsseldorfer Elektronik-Pioniere Kraftwerk verstanden werden, eine Roboter-Stimme wiederholt die Titelzeile über weite Teile des schwer pustenden Tracks; "Make Love", ein für Daft-Punk-Verhältnisse verträumtes Stück abstrakter Popmusik, das sich um zwei, drei Piano-Akkorde dreht, scheint dagegen auf Federn zu laufen. "Robot Rock", als Single veröffentlicht, klingt wie eine mit allerhand Chemikalien zu Wege gebrachte Kreuzung aus Kraut-Rock und Elektro-Funk.

Freier Gebrauch von Stilen und Sounds

Die Freiheit im Umgang mit den Stilen und den Sounds, die Daft Punk sich hörbar nehmen, macht "Human After All" zu einem Ereignis der aktuellen elektronischen Popmusik. Oder sollte man lieber Tanzmusik sagen? Wer sich medial mit Daft Punk austoben möchte, sucht die Homepage daftpunk.de der Band auf. Dort gibt es Screensaver, Ecard, Wallpaper, Info-Kanäle und ein Online-Spiel. Record Release Parties finden noch am 18.3. in Dortmund (Bakuda Klub), Köln (Artheater) und Rostock (Mauclub) statt.

Frank Sawatzki/AP