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European Music Awards 2007: Stars in Lederhosen

Von wegen heilige Feiertagsruhe in München: In der Bayern-Metropole gibt's heute Party ohne Ende. MTV überträgt am Abend die 14. European Music Awards aus München. Trotz Protesten seitens der Kirche wollen Moderator Snoop Dogg und die versammelte Elite des Musikbusiness die Olympiahalle zum Beben bringen.

Der amerikanische Rapper Snoop Dogg will sich als Moderator bei der Verleihung der europäischen MTV-Musikpreise (EMA) an diesem Donnerstag kräftig ins Zeug legen. "Ich werde ihnen alles geben, was ich kann", sagte er am Mittwoch in München. Spekuliert wird, ob er wie auf den MTV-Werbeplakaten in Tracht auftreten wird. Festlegen wollte sich der Rapper noch nicht. Ob Snoop Dogg, der kürzlich wegen unerlaubten Waffenbesitzes 160 Stunden gemeinnützige Arbeit aufgebrummt bekommen hatte, große Stars der Popszene wie Justin Timberlake begrüßen kann, wollten die Veranstalter noch nicht verraten.

Gute Chancen für deutsche Acts

Frauenschwarm Timberlake hätte allerdings allen Grund, sich sehen zu lassen, da er mit vier Nominierungen gute Aussichten auf einen Preis hat. Bei den Video Music Awards in Las Vegas heimste er schon vier Trophäen ein. Auch für Amy Winehouse, Beyoncé, Nelly Furtado, Rihanna, Avril Lavigne und My Chemical Romance stehen die Chancen mit drei Nominierungen nicht schlecht. Unter den Vorschlägen gibt es auch einige deutsche Lichtblicke. So gehen Tokio Hotel als Band Of 2007 und Inter Act ins Rennen. In der Kategorie Best German Act treten in diesem Jahr Juli, Bushido, Sido, Sportfreunde Stiller und die Beatsteaks gegeneinander an.

Freuen können sich die Fans nach Angaben der Veranstalter auf Auftritte von Lavigne, Nicole von den Pussycat Dolls, Mika und Will.I.Am von den BlackEyedPeas. Dave Gahan, der Sänger von Depeche Mode, Joss Stone und Boris Becker werden Preise überreichen. Rapper Wyclef Jean wird die Internet-Übertragung begleiten, während die Rockband Foo Fighters an einer Bar Stars interviewen wird.

Die Welt zu Gast in Bayern

MTV-Produzent Richard Godfrey geht davon aus, dass 1,5 Milliarden Fans in 160 Ländern das Spektakel am Fernseher und über das Internet verfolgen werden. Über die meisten Preise haben die Musikfans selbst per Internetvote oder über Handy abgestimmt. Neu ist in diesem Jahr der Preis "New Sounds of Europe", für den je eine Band aus Estland, Rumänien und der Türkei ins Rennen gehen. Im kommenden Jahr kehrt MTV nach fünf Jahren wieder nach Großbritannien zurück und verleiht die begehrten Trophäen in Liverpool. Die Münchner Bürgermeisterin Christine Strobl hatte es als großes Privileg für ihre Stadt bezeichnet, Gastgeber für das Ereignis sein zu können. Außenübertragungen der Show wie im Vorjahr in Kopenhagen sollte es in München aber nicht geben. Darauf habe man aus Rücksicht auf den Feiertag Allerheiligen verzichtet, sagte ein MTV-Sprecher. Die Feier des Musikspektakels ausgerechnet an diesem Tag war im Vorfeld von der katholischen Kirche kritisiert worden. Nach Ansicht der Kirche verstößt dies gegen das bayerische Gesetz zum Schutz der Sonn- und Feiertage, wonach der Feiertag Allerheiligen ausdrücklich als stiller Tag geschützt ist. Die Stadt München hatte ihre Ausnahmegenehmigung jedoch verteidigt.

DPA