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Eurovision Song Contest: Deutschland soll die Daumen drücken

Auch wenn Deutschland nicht selbst für Max stimmen darf, für Grand-Prix-Chef Jürgen Meier-Beer ist es extrem wichtig, dass die Nation hinter ihrem Kandidaten steht.

Deutschlands Grand-Prix-Chef Jürgen Meier-Beer wagt kurz vor dem internationalen Finale in diesem Jahr keine Prognose. "Natürlich kann Max am Sonnabend in Istanbul gewinnen, er erfüllt alle Voraussetzungen in glänzender Weise", sagte der Unterhaltungschef des zuständigen Norddeutschen Rundfunks (NDR). "Aber das hängt ja nicht nur davon ab, was für Beiträge aus den anderen Ländern kommen. Wichtig ist vor allem, welche Art von Publikums da jeweils vor dem Fernseher sitzt - die Viva-Generation oder eher die des 'Musikantenstadl'."

"Auffälliges ist nicht dabei"

Beim Eurovision Song Contest in der türkischen Metropole muss Deutschlands Hoffnung Max Mutzke mit dem von Stefan Raab produzierten Titel "Can’t Wait Until Tonight" gegen Konkurrenten aus 23 Ländern antreten. "Selbstverständlich soll es keine Blamage für uns geben. Um von einem überdurchschnittlichen Ergebnis sprechen zu können, muss er schon mindestens den zwölften Platz erreichen", meinte der deutsche Grand-Prix-Chef. "Auffälliges ist diesmal nicht dabei", meinte Meier- Beer. "Was für unsere Zuschauer aber spannend sein dürfte, ist das Abschneiden des Beitrags von Malta, den Ralph Siegel produziert hat."

Auch wenn Deutschland nicht für Max stimmen kann: Nach Erfahrung Meier-Beers ist es extrem wichtig, dass die Heimat hinter dem eigenen Kandidaten steht. "Im vergangenen Jahr in Riga waren mehr als 100 Journalisten aus Deutschland dabei, doch die haben sich hauptsächlich für das russische Duo t.A.T.u. und nicht etwa für Lou interessiert", erinnerte sich Meier-Beer an die "absurde Situation". Diesmal sollte ein Titel ins Rennen gehen, "dem Deutschland die Daumen drückt". Nach Ansicht des Grand-Prix-Chefs ist das gelungen: "Noch nie ist aus Deutschland ein Titel ins Finale gekommen, der in dem Moment, als er ausgesucht wurde, auf dem ersten Platz der Hitparade war."

Werden Sie Max die Daumen drücken?

Viva-Kooperation wird offenbar fortgesetzt

Die erstmalige Kooperation mit Viva hat sich nach Ansicht des NDR- Unterhaltungschefs bewährt - sowohl für die Qualität der Konkurrenz als auch für die beiden Sender. Ob das Modell 2005 eine Neuauflage erhält, wollte er noch nicht sagen. "Der Erfolg von Berlin spricht einerseits für eine Fortsetzung", meinte Meier-Beer. "Andererseits habe ich immer wieder gelernt: Was in einem Jahr gut funktioniert hat, kann im Folgejahr längst überholt sein." Dann fügte er hinzu: "Ich selbst habe vor einem Jahr noch an eine Castingshow gedacht. Jetzt bin ich froh, dass wir es nicht gemacht haben."