HOME

Stern Logo Eurovision Song Contest

Betrugsverdacht beim ESC-Finale: Georgiens Jurystimmen fliegen aus der Wertung

Wegen eines Betrugsverdachts beim ESC wurden die Punkte der georgischen Jury annulliert. Dem Land droht jetzt eine dreijährige Sperre. Conchita kann der Betrug aber Wurst sein.

Im Halbfinale ausgeschieden, beim Finale wohl geschummelt und aufgeflogen: 2014 war kein gutes ESC-Jahr für Georgien.

Im Halbfinale ausgeschieden, beim Finale wohl geschummelt und aufgeflogen: 2014 war kein gutes ESC-Jahr für Georgien.

Der Eurovision Song Contest 2014 hat seinen ersten Betrugsfall. Wie das dänische Fernsehen am Sonntag vermeldete, wurde die Wertung der georgischen Jury beim ESC-Finale annulliert. Das Gesamtergebnis des Wettbewerbs werde sich daher nicht verändern, gab die zuständige Europäische Rundfunkunion (EBU) bekannt. Man habe die Zuschauerstimmen beim Finale mit 100 Prozent gewertet. Georgien droht nun ein dreijähriger Ausschluss vom Gesangswettbewerb.

Dass es die Juroren mit der unabhängigen Meinungsbildung offenbar nicht ganz so ernst genommen hatten, war durch die neuen Transparenzrichtlinien ans Licht geraten. Alle fünf georgischen Juroren (Giorgi Kukhianidze, Micheil Chelidze, Natia Khoshtaria. Nino Chachava und Nana Daushvili) hatten die vorderen acht Plätze an exakt dieselben Künstler vergeben.

Das roch verdächtig nach Betrug, an spontane geistige Eingebung wollte bei der EBU jedenfalls niemand glauben. "Alle Juroren sollen individuell abstimmen, aber das haben sie offenbar nicht gemacht", sagte Sietse Bakker von der EBU der schwedischen Boulevardzeitung "Aftonbladet". Für welche Länder die Juroren abgestimmt hatten, ist unbekannt.

Kein gutes Jahr für Georgien

Die neuen ESC-Transparenzbestimmungen sehen vor, dass ein Land, das bei der Stimmvergabe einen Betrugsversuch unternimmt, für bis zu drei Jahre vom Gesangswettbewerb gesperrt wird. Ob die Regelung nun auf Georgien angewandt wird, ist aber noch unklar.

Georgiens Beitrag "Three Minutes to Earth" von "The Shin & Mariko" hatte es in diesem Jahr nicht über das zweite Halbfinale hinaus geschafft.

Jens Wiesner

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo