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ESC 2012 Roman Lob in Baku gelandet


Der deutsche Sänger Roman Lob ist zum Eurovision Song Contest in Aserbaidschan gelandet. Am Rande des Musikwettbewerbs setzen sich Politiker wie Volker Beck in Baku und Menschenrechtler weiter für die Freilassung politischer Gefangener ein.

Der deutsche Sänger Roman Lob ist mitten in neuer Kritik an Menschenrechtsverstößen in Aserbaidschan zum Eurovision Song Contest (ESC) in Baku eingetroffen. Der 21-Jährige landete am Donnerstag in bester Laune bei strahlendem Sonnenschein in der Millionenstadt am Kaspischen Meer, wie eine Sprecherin sagte. "Wir fahren staunend durch Baku", sagte sie. Lob hat mit der Ballade "Standing Still" die Startnummer 20 im ESC-Finale am 26. Mai.

Der Grünen-Politiker Volker Beck forderte bei seinem ersten Besuch in Baku erneut demokratische Freiheiten. Die von der herrschenden Elite angestrebte Orientierung der Südkaukasusrepublik nach Europa und Westen dürfe die Menschenrechte nicht außer Acht lassen, sagte Beck am Mittwoch bei einem Telefonat.

Die Menschenrechtsorganisationen Amnesty International und Human Rights Watch verlangten von dem autoritären Präsidenten Ilcham Alijew vor dem ESC weiter die Freilassung politischer Gefangener. Sie warnten die ESC-Teilnehmer davor, sich von dem Glanz der Hauptstadt blenden zu lassen. Alijew dürfe die Petrodollars aus den reichen Öl- und Gasvorkommen nicht für seine eigene Propagandashow nutzen.

"Mich überzeugt dieser Austragungsort nicht"

Roman Lob - "Unser Star für Baku" - will sich an diesem Freitag bei einer Stadtrundfahrt ein Bild von der Metropole mit ihren zwei Millionen Einwohnern machen. An diesem Samstag ist eine erste Probe geplant. Am Mittwoch war Lob mit einer großen Party in seiner Heimatstadt Neustadt (Wied) verabschiedet worden.

In Baku setzten unterdessen die ESC-Teilnehmer ihre Proben in der von Deutschen gebauten Crystal Hall fort. Der Bundestagsabgeordnete Beck hatte die Ex-Sowjetrepublik als falschen Ort für einen Grand Prix bezeichnet. Er forderte die Organisatoren erneut auf, ihre Richtlinien zu überprüfen. "Mich überzeugt dieser Austragungsort nicht", sagte Beck.

Baku selbst bezeichnete der Politiker als eine "Mischung aus Paris und Dubai" wegen der vielen Architekturdenkmäler und glitzernden Neubauten. "Wer aber in diesen Luxusläden hier einkaufen soll? Mir scheint, die Stadt ist an den Bedürfnissen der Bevölkerung vorbeigeplant", meinte Beck. Große Teile der Bevölkerung gelten als verarmt. Nur wenige profitieren nach Meinung von Beobachtern von dem Reichtum.

Nach Beginn eines Hungerstreiks unter inhaftierten Oppositionellen kam überraschend der Aktivist Elnur Medschidli von der Partei Volksfront vorzeitig wieder in Freiheit. Er war 2011 zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden, nachdem er an einer Kundgebung teilgenommen hatte. Mit der Freilassung reduzierte sich nach Angaben von Medien die Zahl der von der Amnesty International anerkannten politischen Gefangenen in Baku auf zwölf.

kave/DPA DPA

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