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Eurovision Song Contest: "Spaß-Jury" vergibt deutsche Punkte

Erstmals seit Mitte der 90er Jahre kommen beim Eurovision Song Contest wieder nationale Jurys zum Einsatz. Der NDR gab nun bekannt, dass unter anderem Guildo Horn, H.P. Baxxter und Jeanette Biedermann für die deutschen Punkte zuständig sind.

Die Spaß- und Party-Fraktion hält wieder Einzug beim Grand Prix - diesmal als Juroren: Schlagerbarde Guildo Horn wird neben Scooter-Frontmann H.P. Baxxter in der deutschen Jury beim Finale des Eurovision Song Contest (ESC) sitzen. Ebenfalls dazu gehören Pop-Sängerin Jeanette Biedermann, Tobias Künzel von den Prinzen und Ex-"Superstar"-Jurorin Sylvia Kollek, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) am Montag mitteilte. Es ist das erste Mal seit 1996, dass der Grand Prix wieder einheitlich auf Länderjurys setzt.

Die Meinung der fünf Juroren fließt zu 50 Prozent in die deutsche Punktevergabe ein, über die andere Hälfte stimmen die TV-Zuschauer der ARD ab. Die ESC-Endrunde steigt am 16. Mai in Moskau, das Erste überträgt ab 21 Uhr live aus der Olympiski Arena. Insgesamt 25 Länder gehen dann an den Start, für Deutschland will das Duo "Alex swings Oscar sings" Punkte holen. Deutschland muss sich als Mitglied der "Big Four", zu denen auch Frankreich, Großbritannien und Spanien gehören, ebenso wie Gastgeber Russland nicht qualifizieren.

Wenn sich "Guildo hat euch lieb" und "Hyper Hyper"-Baxxter im Mai unter die Juroren mischen, werden sich Grand-Prix-Fans an den Trubel um die Auftritte von Guildo Horn erinnern, der 1998 beim ESC in Birmingham Siebter wurde. Der Song stammte von Stefan Raab, der ihn unter dem Pseudonym Alf Igel komponierte, und im Jahr 2000 selbst mit "Wadde hadde dudde da?" den fünften Platz holte. Auch die Band Techno-Spaß-Truppe Scooter versuchte eine Endrunden-Teilnahme, scheiterte aber 2004 an Max Mutzke, und Mit-Jury-Mitglied Jeanette Biedermann unterlag 1999 beim Vorentscheid.

Mit dem neuerlichen Einsatz von Jurys reagieren die ESC- Verantwortlichen auf die Diskussionen um angeblich zugeschobene Nachbarschaftspunkte, die man vor allem den osteuropäischen Ländern vorwarf. Auch die deutschen Grand-Prix-Macher hatten sich nach dem letzten Platz der No Angels 2008 für eine Änderung entschieden: Der Vorentscheid, bei dem die ARD-Zuschauer den Kandidaten kürten, legt eine Pause ein. Eine Jury, in der ebenfalls Horn und Kollek saßen, beschloss, dass "Alex swings Oscar sings" nach Moskau fahren.

DPA