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Grand Prix d'Eurovision: "Der Jugendwahn wird ja immer schlimmer"

Nach der bitteren Grand-Prix-Pleite von Riga die verzweifelte Suche nach den Gründen - und Sängerin Lou scheint sie gefunden zu haben: "zu alt, zu dick, zu hässlich".

Schlagersängerin Lou hat sich nach ihrem mittleren Platz beim Grand Prix von Riga über den Jugendlichkeitswahn in der Gesellschaft beklagt. "Ich habe ein Problem damit, mit 39 für manche schon als alte Schabracke zu gelten", sagte die rothaarige Sängerin der "Bild"-Zeitung. "Der Jugendwahn wird ja immer schlimmer." Und sie fügte hinzu: "Wie jung muss man denn sein, um sich als Frau fühlen zu dürfen?" Bereits im RTL-Magazin "Punkt 12" schoss es am Montag aus ihr heraus: "Ich bin zu dick, zu alt, zu hässlich".

Um für ihren Grand Prix gut auszusehen, hatte Lou nicht nur mehrere Kilo abgespeckt, sondern sich nach eigenen Angaben auch das Gesicht mit dem Nervengift Botox verjüngen lassen. In den Grand-Prix-Wochen sei sie "bis an die Grenzen meiner psychischen Belastbarkeit gegangen", gestand die Sängerin.

Enttäuschung auf breiter Front

Mit Enttäuschung hatten auch ihre Fans auf den 12. Platz der Sängerin beim Eurovisionsfinale in Riga reagiert: Etwa 2000 Anhänger der 39-Jährigen hatten bei einer Party in ihrer Heimatstadt Waghäusel-Kirrlach bei Karlsruhe den Musikwettbewerb auf einer Leinwand verfolgt und fest mit einem vorderen Platz gerechnet. "Ich hatte mehr erwartet und bin schon enttäuscht", erklärte Lous Schwägerin, Heidrun Hoffner, die nach Bekanntgabe des Endergebnisses Tränen in den Augen hatte. Auch der Bruder der Sängerin, Wilhelm Hoffner, hatte an einen Erfolg Lous geglaubt: "Sie war gut und hätte gewinnen können. Die Entscheidung war ein Politikum." Dennoch versicherte er: "Lou wird hier bombastisch empfangen werden."

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