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Hamburg-Konzert: Good Vibrations mit den Weakerthans

Sie gelten noch immer als Insidertipp. Doch bei ihrem Hamburger Konzert zeigte sich, dass die Fans der kanadischen Band "The Weakerthans" zu einer verschworenen Gemeinschaft herangewachsen sind.

Die Weakerthans touren derzeit durch Europa

Die Weakerthans touren derzeit durch Europa

Gleich zwei Vorbands hatten die Weakerthans für ihr Konzert im Grünspan in Hamburg aufgeboten. Zunächst lieferte die Oldenburger Band One Man And His Droid mit ihrem Alternative Rock ein solides Aufwärmprogramm. Der Boden war bereitet für das Heimspiel von Olli Schulz & Der Hund Marie, die mit "Brichst Du mir das Herz, dann brech' ich Dir die Beine!" gerade eine höchst amüsante Platte veröffentlicht haben. Ihre humorigen Liedern fanden denn auch beim Publikum großen Anklang. Mit seinen unorthodoxen Ansagen und Songs "gegen die Guano Apes und so einen Scheiß" gelang es Olli Schulz, beim Publikum ein Gemeinschaftsgefühl zu stiften. Man wusste, gegen wen man war.

Wofür man war, das wurde spätestens dann klar, als die Weakerthans die Bühne betraten. Was sich dann zwischen Band und Auditorium entwickelte, war nicht weniger als eine Sternstunde dieses Konzertjahres. Die vier Kanadier rockten mit einer selten gesehenen Inbrunst und Intensität, die auf offene Ohren und aufnahme-bereite Köpfe stieß.

Bei den schnellen Titeln ging die Menge ekstatisch mit, bei den langsamen herrschte andächtige Stille. Das Konzert im Grünspan hatte dadurch etwas Weihevolles, fast schon Sakrales. Es ging eine ungeheure positive Energie von den vier sympathischen Kanadiern aus, die Songs von ihrem aktuellen Album "Reconstruction Site", aber auch Stücke der beiden ersten Platten. Das Publikum schien die Titel in und auswendig zu kennen. Gegen Mitternacht war ein bemerkenswerter Konzertabend vorüber. Man ging mit dem Gefühl nach Hause, für zwei Stunden teil einer verschworenen Gemeinschaft gewesen zu sein. Ein gutes Gefühl.

Weitere Termine

10.12. Basel (Kaserne)
14.12. (Arena)
15.12. München (New Backstage)
17.12. Heidelberg (Karlstorbahnhof)
18.12. Köln (Bürgerhaus Stollwerk)
19.12. Trier (Exil)

Carsten Heidböhmer
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