HOME

"Zentrale Personalentscheidung" : Jakub Hrusa wird Chefdirigent der Bamberger Symphoniker

Die Bamberger Symphoniker haben einen neuen Chefdirigenten: Der Tscheche Jakub Hrusa übernimmt das 113-köpfige Orchester - und will der Musik einen "tschechischen Akzent" verleihen.

Jakub Hrusa ist neuer Chefdirigent der Bamberger Symphoniker.

Neuer Chefdirigent der Bamberger Symphoniker: Jakub Hrusa

Jakub Hrusa wird neuer Chefdirigent der Bamberger Symphoniker. Der 34 Jahre alte gebürtige Tscheche übernimmt im Sommer 2016 den Taktstock von Jonathan Nott, der nach Genf wechselt. Hrusa, der dann der fünfte Chefdirigent des Bamberger Orchesters sein wird, will vor allem auf zeitgenössische Musik setzen - "mit einem tschechischen Akzent". Der Vertrag mit dem 34-Jährigen wurde bis zur Spielzeit 2020/21 geschlossen.

So aufgeregt sei er zuletzt bei seiner Hochzeit gewesen, sagte Hrusa am Montag bei der Vertragsunterzeichnung in Bamberg. Bayerns Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) sprach von einer "zentralen Personalentscheidung für die weitere Entwicklung der Bamberger Symphoniker". Das Orchester, das sich Bayerische Staatsphilharmonie nennen darf, feiert im März 2016 sein 70-jähriges Bestehen. 

"Haben ein Kribbeln gespürt"

Hrusa ist ständiger Gastdirigent der Tschechischen Philharmonie, Erster Gastdirigent des Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra und war von 2009 bis 2015 Chefdirigent des Prag Philharmonia. In Bamberg ist er kein Unbekannter: Schon mehrmals war er Gastdirigent bei den Bamberger Symphonikern.

"Als er am Pult stand, haben wir ein Kribbeln gespürt", sagte Orchestervorstand Robert Cürlis. Deswegen sei der Tscheche auch in die engere Auswahl für die Nott-Nachfolge gekommen. 15 der 113 Orchester-Musiker durften bei der Kandidatensuche mitwirken. Die offizielle Entscheidung traf der Stiftungsrat.

Orchester mit Wurzeln in Prag

Mit Blick auf die Geschichte der Bamberger Symphoniker, deren Musiker in der Nachkriegszeit von Prag nach Bamberg kamen, sagte Hrusa: "Da die Wurzeln des Orchesters in Prag liegen, atmen wir gewissermaßen die gleiche musikalische Luft, teilen den gleichen kulturellen Hintergrund und sind uns künstlerisch und historisch sehr nah." Er habe keine Sekunde gezögert, das Angebot in Bamberg anzunehmen. Für ihn gehe ein Lebenstraum in Erfüllung. 

kis / DPA
Themen in diesem Artikel