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Eurovision Song Contest 2021 Mit Tourette auf der großen ESC-Bühne: Die besondere Geschichte des Norwegers "TIX"

Andreas Andresen Haukeland, bekannt unter seinem Künstlernamen "TIX"
Andreas Andresen Haukeland, bekannt unter seinem Künstlernamen "TIX", beim Eurovision Song Contest in Rotterdam
© Kenzo Tribouillard / AFP
Er tritt für Norwegen beim Finale des Eurovision Song Contest in Rotterdam an: Andreas Andresen Haukeland – Künstlername "TIX". Das Außergewöhnliche: Der Sänger hat das Tourette-Syndrom. Der ESC ist das Highlight für ihn. Doch der Weg dahin war nicht leicht.

Sonnenbrille, Stirnband, Glitzer-Anzug, weißer Pelzmantel, und Engelsflügel: So performt der Norweger Andreas Andresen Haukeland als "TIX" seinen Song "Fallen Angel" beim diesjährigen Eurovision Song Contest. Beim ersten Halbfinale in Rotterdam qualifizierte sich der 28-Jährige für das große Finale am Samstag.

Haukeland tritt dabei mit einer Besonderheit an: Er hat seit seiner Kindheit das Tourette-Syndrom. Eine Erkrankung des Nervensystems, die sich in sogenannten Tics äußert – also in unwillkürlichen Bewegungen, Zuckungen oder verbalen Tics. Schon als Schüler bekam er den Spitznamen "Tix". Daher auch der Künstlername. Bei Haukeland äußern sich die Tics zum Beispiel durch Zuckungen der Muskulatur um die Augen. Deshalb gehört die Sonnenbrille zu seinem Outfit, um die Tics zu verbergen.

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"TIX" zeigt seine Tics auf der Bühne

Beim ESC-Halbfinale am Dienstag nahm Haukeland sein Markenzeichen beim letzten Refrain allerdings ab und zeigte so seine Tics, die sich durch den Druck und die Aufregung verstärkten, wie er dem Sender NRK sagte. Mehrfach blinzelte "TIX" deutlich erkennbar. Ein besonderer Moment, findet auch Andreas' kleiner Bruder: "Ich bin sehr stolz auf ihn", sagte er der norwegischen Zeitung "VG". Es sei "verrückt, ihn auf der Bühne zu sehen".

Auch bei Fans kommen Song und Auftritt gut an – und sorgen bei manchen für Gänsehaut.

Und für Andreas "TIX" Andresen Haukeland war es auch ein großartiger Moment, wie er NRK sagte: "Es ist das Beste, was ich je erlebt habe. Fertig. Punkt."

Vom Party-Komponisten zum ernsthaften Musiker

Haukeland ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Künstler in Norwegen. Schon als Kind und Teenager musizierte er, spielte Gitarre und Piano. Die Musik beruhigte ihn und ließ die Tics abmildern, wie er sagt. Musik wurde ein wichtiger Teil seines Lebens, wie er in der Dokumentation "The story of TIX" erzählt.

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Bekannt wurde er durch Party-Songs, die er für die sogenannten Russfeiern in Norwegen schrieb. Bei diesem Ereignis feiern junge Norweger:innen ihren Schulabschluss. 2015 folgte sein Durchbruch mit dem Lied "Sjeiken". 2018 komponierte er den Song "Sweet But Psycho" von Ava Max, der auch in Deutschland zum Nummer-1-Hit wurde. Vom Image des Party-Sängers hat sich "TIX" aber entfernt, wie auch sein ESC-Beitrag "Fallen Angel" zeigt, in dem es um das Loslassen nach einer großen Liebe geht. 

Andreas Haukeland litt unter Depressionen und Suizidgedanken

"TIX" setzte sich Anfang des Jahres im norwegischen ESC-Vorentscheid gegen mehrere andere Interpreten durch. Ein emotionaler Moment für ihn. "Eine lange Zeit habe ich mich wie das hässliche Entlein gefühlt. Sowohl in der Musikbranche als auch in meiner Kindheit. Aber eines Tages wird das hässliche Entlein zum Schwan", sagte Haukeland sichtlich berührt. Viele hätten ihm von einer ESC-Teilnahme abgeraten. Sein Sieg beim Vorentscheid zeige aber, dass seine Musik vielen Menschen etwas bedeute.

Haukeland hatte in der Vergangenheit angekündigt, nicht mehr unter seinem Künstlernamen auftreten und sein Alter Ego ablegen zu wollen. In der Dokumentation über ihn sagte er, dass "TIX" zu sehr im Vordergrund stand und Andreas überschattet habe. Unter anderem dadurch litt er an Depressionen und Einsamkeitsgefühlen. Im Song "Jeg vil ikke leve" (Ich will nicht leben) verarbeitet Haukeland etwa eigene Suizidgedanken. In seinem Song "Tusen tårer" (Tausend Tränen) verarbeitet er seine Depressionen und Einsamkeit. 

Seine Musik habe vielen Menschen geholfen, so Haukeland. Sein Ziel als Künstler: "Ich möchte, dass man sich an mich erinnert. Nicht für die Musik, die ich gemacht habe, sondern für die Rolle, die ich im Leben der Menschen gespielt habe."

Weitere Quellen: eurovision.de


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