HOME

Opernskandal: Zwei Idomeneo-Aufführungen geplant

Wende im Opernskandal: Die Deutsche Oper Berlin plant noch in diesem Jahr zwei Aufführungen des aus Furcht vor Anschlägen islamistischer Terroristen abgesetzten Mozart-Stücks "Idomeneo".

Die Deutsche Oper Berlin plant noch in diesem Jahr zwei Aufführungen der aus Furcht vor Anschlägen islamistischer Terroristen abgesetzten Mozart-Oper "Idomeneo". Zu dieser Entscheidung kamen laut einer Mitteilung der Oper vom Freitag die Senatoren für Inneres Kultur, Ehrhart Körting und Thomas Flierl, sowie der Generaldirektor der Stiftung Oper, Michael Schindhelm und die Intendantin Kirsten Harms. Flierl begrüßte die beabsichtige Wiederaufnahme und erklärte, er habe in der Diskussion stets betont, "dass die notwendige Selbstverständigung der Berliner Stadtgesellschaft über das hohe Gut der Kunstfreiheit in Zeiten möglicher wie realer terroristischer Bedrohung nur dann glaubhaft, überzeugend und nachhaltig sein wird, wenn sie im Angesicht der Neuenfels Inszenierung stattfindet".

Das Landeskriminalamt hatte zuvor eine neue Gefahrenanalyse vorgelegt. Darin heißt es: "Eine konkrete Gefährdung der Deutschen Oper oder der Mitwirkenden wird zurzeit nicht gesehen." In Übereinstimmung mit dem Bundeskriminalamt sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass gefährdende Ereignisse im Zusammenhang mit einer Wiederaufführung "eher unwahrscheinlich" seien, erklärte die Polizei.

Die Entwicklung der Gefährdungslage werde weiter beobachtet und analysiert. Mit der Deutschen Oper habe ein Sicherheitsgespräch stattgefunden. Die Deutsche Oper hatte "Idomeneo" in der umstrittenen Inszenierung von Hans Neuenfels Ende September vom Spielplan für den November genommen. Die Berliner Sicherheitsbehörden hatten vor möglichen islamistischen Anschlägen gewarnt, denn in der finalen Szene der Inszenierung werden die abgeschlagenen Häupter von Jesus, Buddha, Mohammed und Poseidon gezeigt. Eine konkrete Bedrohung gab es aber nicht.

Absetzung hatte Kritik ausgelöst

In dem LKA-Papier heißt es, die Polizei sei selbst bei einer emotionalisierten Berichterstattung in der Lage, die Sicherheit zu gewährleisten.

Die Entscheidung der Opern-Intendanz war international auf Unverständnis und heftigen Protest gestoßen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte den Schritt als "unnötige Schere im Kopf" kritisiert. Der Berliner Innensenator Ehrhart Körting hatte nachträglich Versäumnisse bei der Kommunikation vor der Absetzung eingeräumt.

AP/DPA / AP / DPA