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Konzert in Gelsenkirchen "Kindheitserinnerungen, die wir uns nicht nehmen lassen": Pur verteidigen ihren "Indianer"-Song

Pur-Sänger Hartmut Engler
Pur-Sänger Hartmut Engler
© HMB-Media / Imago Images
Pur landeten 1993 mit ihrem Song "Indianer" einen Hit – und halten auch weiterhin an dem Lied fest. Mit amerikanischen Ureinwohnern habe der Text nichts zu tun, sagte Sänger Hartmut Engler bei einem Konzert.

Die Darstellung von Native Americans sorgt in den vergangenen Wochen wieder für Diskussionen. Betroffen davon ist auch Pur, die extrem erfolgreiche und beliebte Popband, die einst über "Indianer" sang. "Wo sind all die Indianer hin? Wann verlor das große Ziel den Sinn?", heißt es in dem Song über "Kleiner Büffel" und "Geschmeidige Natter" – und zwischendrin ahmen Sänger Hartmut Engler und seine Bandkollegen noch Indianergeheul nach.

1993, als das Lied auf dem Album "Seiltänzertraum" erschien, dürfte das nur wenige gestört haben. Doch die Zeiten haben sich mittlerweile geändert, es wird kontrovers über Stereotypen in der öffentlichen Darstellung und kulturelle Aneignung diskutiert. Pur allerdings halten weiterhin an ihrem Hit, der sich bei vielen Fans großer Beliebtheit erfreut, fest.

Pur: "Es geht nicht um die Nöte der nordamerikanischen Ureinwohner"

Beim Konzert in der Gelsenkirchener Veltins-Arena stand das Stück auf der Setlist, Engler performte den Song gemeinsam mit Peter Freudenthaler, dem Sänger von Fool's Garden. Auf den Indianer-Kopfschmuck, den er bei dem Song normalerweise trägt, verzichtete der Frontmann bei diesem Auftritt zwar, berichtet das Portal "Der Westen", ansonsten gab es aber keine Distanzierung. Ganz im Gegenteil: "Es geht nicht um die Nöte der nordamerikanischen Ureinwohner,  sondern um Kindheitserinnerungen, die wir uns auch nicht nehmen lassen", erklärte Hartmut Engler laut "Der Westen". Bei den 68.000 Fans auf Schalke kamen seine Worte gut an.

Zuletzt hatte die "Winnetou"-Debatte dafür gesorgt, dass wieder vermehrt über den Umgang mit Native Americans in der Öffentlichkeit diskutiert wurde. Der Ravensburger Verlag hatte sein Buch "Der junge Häuptling Winnetou" aus dem Programm genommen, da es "die Gefühle anderer" verletzt habe. Daraufhin hatten sich wiederum viele Liebhaber:innen der Geschichten von Karl May, auch einige Politiker:innen, zu Wort gemeldet und eine "Cancel Culture" beklagt: Der Verlag sei unter dem Druck linker Aktivisten eingeknickt. 

Quelle: "Der Westen"

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