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Musik: Tumor an der Wirbelsäule - das Krebs-Drama um Pur-Keyboarder Ingo Reidl

Sie kennen sich seit Ihrer Jugend und haben mit Ihrer Band Pur große Erfolge erlebt. Nun ist Keyboarder Ingo Reidl an Krebs erkrankt. Im stern sprechen Pur-Sänger Hartmut Engler und sein Freund Ingo Reidl über ihre Freundschaft und wie sie gelernt haben, über den Spott mancher Kritiker zu lächeln.

Ingo Reidl und Hartmut Engler von der Band Pur

Pur-Musiker Ingo Reidl, 57 und Hartmut Engler, 56, beim stern-Gespräch in ihrer Heimatstadt Bietigheim-Bissingen

Zwei Jahre ist her, dass beim Pur-Pianisten Ingo Reidl ein bösartiger Tumor im Rücken entdeckt wurde. Offiziell hieß es bisher, er würde aufgrund von Rückenproblemen eine längere Zeit ausfallen. In einem stern-Interview äußert sich Reidl gemeinsam mit Sänger Harmut Engler nun das erste Mal zu seiner Krebserkrankung.

Die ersten Warnsignale seien Rückenschmerzen gewesen, sagt Ingo Reidl im stern, aber er habe damals während einer Tournee vor zwei Jahren die Zähne zusammengebissen. An seinem 55.Geburtstag sei er dann zum Arzt gegangen und habe die Krebs-Diagnose bekommen.

An die Mitteilung des Arztes erinnert sich Reidl wie an "ein grelles Licht". "Ich bin aufgestanden, danach wurde alles dunkel", sagt Reidl über jenen Tag. Auch seinen Bandkollegen wäre bewusst gewesen, dass die Lage ernst sei. "Es war ein Tumor, so große wie eine Faust, der Ingos Rücken gesprengt hatte", erinnert sich Hartmut Engler, der Sänger von Pur.

Es war Reidls Wunsch, dass die Band auch ohne ihn weitermacht. Deshalb habe man für die Dauer seiner Krankheitspause einen Ersatz-Keyboarder engagiert, der für ihn bei Konzerten spielt. Er komponiere aber weiter Lieder für die Gruppe, obwohl es ihm aufgrund seiner Krankheit schwerer fällt. "Ich muss mir dafür das Keyboard auf die Beine legen." Nach vielen Wochen im Krankenhaus und mehreren Rückschlägen während der Behandlung schaut Reidl inzwischen wieder zuversichtlich in die Zukunft. Sein Ziel sei es im kommendem Jahr wieder mit Pur auf der Bühne zu stehen.

Kritiker-Spott hat weh getan

Auch über den jahrelangen Spott mancher Kritiker sprechen Reidl und Engler im stern. Er habe nichts gegen die Toten Hosen, so Reidl, "aber die singen etwas über 'belegte Brote mit Schinken', und das war dann geil und Kunst. Bei uns dagegen war jede Zeile immer nur Provinzscheiße." Damals sei auch viel Mist geschrieben worden. "Einmal stand in einer Zeitung: 'Pur, die Band der Bausparer'. Als ob wir jemals Werbung für irgend so etwas machen würden", sagt Reidl.

Inzwischen nehme man den gelegentlichen Spott aber nicht mehr so ernst. "Irgendwann haben wir uns gesagt: Komm, lass uns den Erfolg genießen, damit wir davon kein Magengeschwüre bekommen. Unser Management zeigt uns heute deshalb nur noch die netten Kritiken", sagt Harmut Engler.

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Das komplette Interview lesen Sie im neuen stern.

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