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Sängerin und Schauspielerin Was macht eigentlich ... Anita Hegerland?

Roy Black sang mit Anita Hegerland "Schön ist es auf der Welt zu sein"
Hegerland, 56, in ihrem Haus in der Nähe von Oslo, wo sie mit ihrer jüngsten Tochter Kaja lebt. Bekannt wurde sie einst durch ihr Duett mit Roy Black
© Kaja Hegerland Loveband
Mit Roy Black sang sie 1971 "Schön ist es auf der Welt zu sein" und wurde in ihrer Heimat Norwegen zum Kinderstar.

Am 25. Januar wäre Roy Black 75 Jahre alt geworden. Was machen Sie an diesem Tag?

Ich werde in den Wald gehen und dort für Roy ein Feuer im Schnee anzünden. Ich denke oft an ihn. Roy hat mich immer beschützt und war wie ein großer Bruder für mich. Wir blieben ständig in Kontakt. Ich war sehr traurig, als ich miterleben musste, wie er in den letzten Jahren seines Lebens mit dem Alkohol und seiner Sucht zu kämpfen hatte.

Haben Sie noch ein Erinnerungsstück aus der gemeinsamen Zeit?

Roy schenkte mir einen Anhänger in Form einer Schildkröte. Er hat nach einem Stachelschwein gesucht, von dem wir in "Schön ist es auf der Welt zu sein" gesungen haben, aber keines gefunden. Dafür sollte die Schildkröte mir ein langes Leben geben.

Sie standen bereits mit sieben Jahren in Norwegen auf der Bühne. Wie wurden Sie zum Kinderstar?

In einer Weihnachtsshow habe ich gemeinsam mit vielen Kindern Santa Claus ein Lied vorgesungen. Am nächsten Tag stand in der Zeitung, dass ein neuer Star geboren worden sei. Danach ging alles sehr schnell: Ein paar Monate später kam meine erste Platte in Norwegen auf den Markt. Obwohl ich zur Schule musste, bin ich auf Tournee gegangen und war Gast in vielen Fernsehsendungen. Im Jahr darauf habe ich auch in Schweden gesungen. Eine deutsche Plattenfirma hörte von meinem Erfolg in Skandinavien und kam auf die Idee, Roy Black und mich in ein Duett zu packen.

Wie war das Erwachsenwerden als Kinderstar?

Meine Eltern achteten sehr darauf, dass ich normal aufwachse. Ich ging wie jedes Kind zur Schule und spielte mit meinen Freunden, die oft meine Bekanntheit vergaßen. Das war auch gut so: Abseits der Bühne wollte ich keine große Aufmerksamkeit.

Später nahmen Sie zusammen mit Mike Oldfield Songs auf. Sie wurden ein Paar. Wie haben Sie sich kennengelernt?

Ich traf Mike auf seiner Europatournee in Norwegen und steckte ihm eine Kassette mit meinen Liedern zu. Mehr als ein Jahr hörte ich nichts von ihm, dann rief er mich plötzlich an und sagte, er habe den Song "Pictures in the Dark" geschrieben, der perfekt zu meiner Stimme passe. Anschließend arbeiteten wir weiter eng zusammen und entdeckten Gefühle füreinander. Jeder von uns war jedoch in einer anderen Beziehung. Wir merkten aber schnell, dass wir nicht ohne den anderen leben können, und zogen zusammen.

2018 feiern Sie Ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum. Sie sind nach wie vor eine der erfolgreichsten Sängerinnen Skandinaviens. In Deutschland aber sehen wir Sie selten. Warum ist das so?

Ich bin dreifache Mutter und mittlerweile auch eine junge Oma. Meine Kinder sind das Wichtigste in meinem Leben. Deshalb war ich nicht so oft international unterwegs. Jetzt sind meine Kinder älter und bis auf meine Tochter Kaja alle aus dem Haus. Ich werde wieder mehr eigene Lieder komponieren und zu meinem Bühnenjubiläum auch nach Deutschland kommen.

Man kennt Sie als die blonde Prinzessin an der Seite von Roy Black. Glauben Sie, die Menschen in Deutschland erkennen Sie heute?

Auf der Straße werde ich bestimmt nicht von Autogrammjägern überrannt. Da habe ich mich in den vergangenen Jahrzehnten doch zu stark verändert. Die Menschen, die mir nach wie vor Fanpost schicken und meine Lieder hören, werden mich sicher sofort erkennen. Und ich freue mich, sie wiederzusehen.

Helene Fischer
Interview: Tobias Ott

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