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Salzburger Festspiele 2010: Selbstzerstörerischer Racheengel Elektra

Die Runde der Regie-Oldies in Salzburg ist komplett: Nach Peter Steins "Ödipus auf Kolonos", Dieter Dorns "Orfeo ed Euridice" folgt nun Richard Strauss' "Elektra" im szenischen Arrangement des 71- jährigen Deutschen Nikolaus Lehnhoff. Das Publikum ist begeistert.

Es war die ganze Oper hindurch zu ahnen: Hinter dem schweren Eisentor, das den windschiefen Palast-Innenhof abschließt, befindet sich die weiß gekachelte Hof-Schlachtkammer. Ganz am Schluss geht das Tor auf, und da hängt die ermordete Klytämnestra mit dem Kopf nach unten am mächtigen Fleischhaken.

Ist sie Schlachtschwein oder Opfertier? Das lässt Regisseur Nikolaus Lehnhoff (71) offen. Die Inszenierung der "Elektra" von Richard Strauss ist die letzte große Opernpremiere bei den Salzburger Festspielen 2010. Bei der Premiere am Sonntagabend im Großen Festspielhaus brandet Jubel wie selten auf, nachdem Dirigent Daniele Gatti die letzten Akkorde hatte hinausknallen lassen. Die Wiener Philharmoniker lassen einen Strauss hören, wie er wienerisch-süffiger nicht sein könnte. Nicht der expressiven "Salome" steht die "Elektra" in Gattis Deutung nahe, sondern eher den späteren Strauss-Opern.

Streiten lässt sich darüber, ob Gatti - der sich als Einziger auch das ein oder andere Buh anhören musste - über all dem üppig sich aufplusternden melodischen Charme der Partitur nicht doch härtere Zwischentöne schuldig bleibt. Aber so griffig, charmant und geschmeidig wissen nur die Wiener Philharmoniker Strauss zu musizieren, auch auf hohem dynamischen Pegel. Sie wirken geradezu über-engagiert, weil Gatti genau diesen Tonfall von ihnen haben will.

Die Schwedin Iréne Theorin debütiert in der Titelrolle der von selbstzerstörerischer Rache und Mutterhass getriebenen Elektra. Auch wenn die Zuschauer sie bejubeln, hatte sie doch sängerisch zu kämpfen: Wenn sie aufdrehen darf, wenn Dramatik gefordert ist, dann ist die Schwedin voll da. Im lyrischen Bereich allerdings wirkt die Stimme wenig tragfähig und auch wenig charakteristisch. Dass hat wenig mit dem Orchestervolumen und auch nicht mit dem mausgrauen Outfit der auf Zombie geschminkten Elektra zu tun. Es fehlt Theorin an stimmlichem Charisma und ganz erheblich an Textverständlichkeit.

Das fällt doppelt auf, weil die Gegenspieler überaus stark sind. Waltraud Meier ist eine Klytämnestra ohne die Züge einer Erzschurkin. Man glaubt ihr aufs deutlich gesungene Wort, dass sie an einer Aufarbeitung der misslichen Seelenlage nach dem Gattenmord ehrlich interessiert wäre. Das ist ein plausibles Psychogramm. Die niederländische Sopranistin Eva-Maria Westbroek dreht als Chrysothemis mächtig auf: Sie steht für Befreiung von Altlasten und für Vergessen, sie will Kinder haben und leben, mit wem und wie auch immer - der Gegensatz eben zu ihrer Schwester Elektra, die verbiestert die Aufarbeitung der Vergangenheit einklagt.

René Pape tritt als Orest mit sonorer Stimm-Macht an zur tatkräftigen Vergangenheitsbereinigung, zum Mord an Klytämnestra und ihrem neuen Mann Aegisth (Robert Gambill). Als ungeschickt daherstolpernden Dandy lässt Lehnhoff diesen Aegisth auftreten. Im Licht beim Schlussapplaus sieht man, dass er einen Hitler-Schnauzbart aufgeklebt hat. Auch Klytämnestra und ihre beiden Begleiterinnen passen in ihren Kostümen in die NS-Zeit. Was genau Nikolaus Lehnhoff aber damit sagen will, bleibt offen.

Raimund Bauer baut ein windschiefes Gemäuer auf die Bühne, das von vielen Fenster- und Türöffnungen durchbrochen wird. Allein die untote Elektra kommt da nicht raus, sie steht vor einem schweren Eisentor, das eines Bunkers würdig wäre. Dahinter versteckt sich die Altlast der Geschichte.

Recht plausibel ist die Zeichnung der Elektra, die ihr Ich-Gefühl aus der Erinnerung an die Vergangenheit bezieht. Wenn Orest auftaucht, stürzt sie dem Bruder nach dem Wiedererkennen keineswegs in die Arme, sondern drückt sich irritiert an die Hausmauer. Ihre Aufgabe ist zu Ende, nachdem sich einer gefunden hat, der Ernst macht mit dem Rachewerk.

Sie könne "sich nicht heben", singt sie zum Schluss, wenn Tanz gefragt ist. Da hat Lehnhoff den Text genau gelesen und umgesetzt: Tatsächlich schleppt sich Elektra nur noch mühsam über die Bühne. Und sie wird auch keinen Tanzschritt mehr tun: Stattdessen tauchen schwarze Gespensterwesen mit Federflügeln auf. Sind das Dämonen, die nun ausfahren, nachdem der Mord an Agamemnon gesühnt ist? Oder setzen sie sich, einem Fluch gleich, erst recht fest im Palast von Theben? Auch das zu deuten, bleibt Sache der Zuschauer.

Reinhard Kriechbaum, DPA / DPA
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(