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Soul: Xavier Naidoos umjubelter Tourstart

Mit einer umjubelten Show eröffnete Xavier Naidoo seine bisher größte Deutschland-Tour "Himmel über Deutschland". Er sang von Jesus, Tod - und der Liebe.

Soulstar Xavier Naidoo will beim nächsten Grand-Prix für Deutschland antreten - das wird ein Spaziergang, jedenfalls wenn es nach dem Willen von 12.000 Fans auf dem Konzert vom Wochenende in Hannover geht. Mit einer umjubelten Show eröffnete Naidoo seine bisher größte Deutschland-Tour "Himmel über Deutschland". Die Fans tanzten und klatschten an einem heißen Sommerabend auf dem Hannoveraner Messegelände.

Naidoos aktuelles Doppelalbum "Zwischenspiel/Alles für den Herrn" enthält 30 Lieder, in denen Naidoo sein Verhältnis zu Gott erklärt. Der Auftritt in Hannover gleicht auch von Beginn an einer himmlischen Erscheinung. Die Bühne unter dem weißen Zeltdach ist in Nebel eingehüllt und von hellem Scheinwerferlicht ausgeleuchtet. Dann macht Naidoo einen Schritt nach vorne, und plötzlich ist er da, steht vor einem roten Vorhang und singt seinen Hit "20.000 Meilen über dem Meer". Die kreischenden Fans sind verzückt.

Seit der Trennung von Moses Pelham und dem Frankfurter Label 3P-Musik hat sich Naidoo zu einem der erfolgreichsten deutschen Soulsänger mit einer riesigen Fangemeinde entwickelt. Die erste Fan-Reihe in Hannover ist gespickt mit Mädchen in bauchfreien Tops, die „Xavier“ schreien und unablässig Fotos knipsen. Der Rest des Publikums zückt die Arme in rhythmischem Klatschen.

Mit Rap-Einlagen

Auch wenn Naidoo eigentlich Soul macht, bekommen die Zuschauer doch einen ziemlichen Stilmix zu hören. Viele Nummern grooven soulig vor sich hin. Es gibt aber auch einige Rap-Einlagen, bei denen Naidoo von einem scratchenden DJ und einem Gastrapper unterstützt wird. Oft kommen seine Songs wegen der E-Gitarre live ziemlich rockig rüber.

Über Jesus, Tod - und die Liebe

Mit Sängerin Yvonne Betz singt er die gefühlvolle Ballade "Denk and dich". Am Schluss wird Naidoo passend zum Sommer-Wetter für einige Reggae-Stücke von Rastafari President Brown begleitet. "Den habe ich aus meinem Urlaub auf Jamaica mitgebracht", erklärt Naidoo. Auch thematisch hat der Sänger ein breites Repertoire. Er singt über Jesus, den Tod, Kinder, Liebe, Beziehungen und Gefühle. Wegen solcher Themen wird er oft als deutscher Pop-Poet bezeichnet.

"So eine Stimme hat keiner"

Naidoo groovt fast zwei Stunden lang über die Bühne der Expo-Plaza und gibt sich dabei betont locker: Viele"„Ouhs", "Yeahs" und "Oh Yeahs" und die für Rapper typischen weit ausholenden Armbewegungen. Dazu Sonnenbrille und blau-weiß-kariertes Hemd, dass über der Jeans baumelt. Nach etwa 15 Songs plus Zugaben ist Schluss mit dem Sommerfest, und auf der Expo-Plaza wird es wieder ruhig. Die Fans sind begeistert. "Keiner hat so eine Stimme wie Xavier", glaubt die 15-Jährige Katarina Mietzke, die extra aus Elmshorn bei Hamburg angereist ist. So einer könnte auch für Deutschland beim Grand Prix singen.

Tourdaten: 28.06. Damme (Sport-Flugplatz), 29.06. Essen (Grugapark), 01.07. Bonn (Museumsplatz), 02.07. Berlin (Wuhlheide), 04.07. Schwäbisch Gmünd (Universitätspark), 05.07. Neu-Isenburg (Stadion im Sportpark), 06.07. Singen (Hohentwiel Stadion), 08.07. Mannheim (Eisstadion), 11.07. Fulda (Domplatz), 12.07. Würzburg (Feste Marienberg), 13.07. Leipzig (Völkerschlachtdenkmal).

Thomas Pauly / DPA