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Streit um Musikvideo: Südkorea verteidigt "Gangnam Style" gegen Angriffe aus Japan

Wer hat den schlechteren Geschmack? Japanische Blogger ätzen über den Song "Gangnam Style" aus Südkorea. Jetzt schaltet sich sogar ein Minister ein. Der Rest der Welt kauft unbeeindruckt die Single.

"Gangnam-Style" von Psy: Der Kult um den reitenden Rapper

Normalerweise sind die Geschichte oder ein Inselstreit Gründe für die schwierigen Beziehungen zwischen Japan und Südkorea - doch momentan sorgt der Song "Gangnam Style" des südkoreanischen Rappers Psy für Zündstoff. Nachdem der Hit in japanischen Blogs verunglimpft und zudem unterstellt wurde, die massenhaften Klicks im Internet seien manipuliert worden, schoss das Institut für die Verbreitung südkoreanischer Kultur zurück und machte sich über den Geschmack der Japaner lustig.

Die "Verschwörungstheorien" rund um den auf Youtube erschienenen Clip seien vergleichbar damit, "einen Weltrekord beim Marathon in Frage zu stellen", erklärte der Präsident des Instituts, Han Koo Hyun. Das Verhalten der Japaner komme dem "neidischer und eifersüchtiger Grundschulkinder" gleich. Den einzigen Hit, mit dem Japan derzeit auf Youtube punkten kann, bezeichnete er als "grotesk und lächerlich". Der Minister spielt mit dieser Bemerkung auf den Clip einer jungen Japanerin an, die Minzbonbons in eine Colaflasche füllt, bis diese überschäumt. Dazu schreit sie wild gestikulierend immer wieder "Nookie, Nookie, Nookie". Dies sei auch "typisch" für den Geschmack der Japaner bei Musikvideos.

Der Song "Gangnam Style" mit einem exzentrischen Tanzstil, der an einen Reiter auf einem Pferd erinnert, wurde auf YouTube insgesamt rund 530 Millionen Mal angeklickt. Schon am 20. September registrierte das "Guinness-Buch der Rekorde" den Song als beliebtestes Youtube-Video aller Zeiten. In Deutschland wurde Psy gerade von Adele mit "Skyfall" von Platz eins der Charts verdrängt. In Großbritannien, Frankreich, Israel, Australien, Kanada und anderen Ländern erreichte Psy ebenfalls die Spitze der Hitparaden. Nur in Japan dümpelt er aber auf den unteren Plätzen der Hitlisten herum.

ono/AFP / AFP