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Populärstes YouTube-Video aller Zeiten: "Gangnam Style" knackt Milliarden-Marke

Der "Gangnam Style" schreibt Geschichte: Mehr als eine Milliarde Mal wurde das Video von Rapper Psy auf YouTube angeklickt. Doch in Deutschland ist es gesperrt - die Gema hat ihre Finger im Spiel.

Der südkoreanische Rapper Psy hat es geschafft: Sein Musikvideo "Gangnam Style" erreichte am Freitag die Zahl von einer Milliarde Klicks auf dem Internetportal YouTube - nach nur fünf Monaten. Ende November war der Musikclip bereits zum meistgesehenen Video aller Zeiten bei YouTube geworden, als es das Musikvideo "Baby" des kanadischen Teenieschwarms Justin Bieber mit rund 800 Millionen Klicks überholte. Die Zahlen sind ein weiterer Beleg dafür, wie rege die Google-Videoplattform inzwischen genutzt wird. Im Schnitt werde das Video sieben bis zehn Milionen Mal täglich angesehen, berichtete YouTube.

Der Clip hätte die Milliarden-Marke wahrscheinlich auch früher schaffen können, wenn er in Deutschland verfügbar wäre. Das Video ist hierzulande wegen eines Gebührenstreits zwischen YouTube und der Verwertungsgesellschaft Gema gesperrt.

Nach Schätzungen von US-Experten dürfte Psys Produktionsfirma allein dank der YouTube-Klicks inzwischen etwa zwei Millionen Dollar eingenommen haben: Als Faustregel geht man üblicherweise von zwei Dollar pro 1000 Klicks aus, die die Videoplattform Rechteinhabern bezahlt.

"Gangnam Style" als weltweites Phänomen

Seit Veröffentlichung von "Gangnam Style" im Juli ist Psy zu internationaler Berühmtheit gelangt. In dem Lied parodiert der 34-jährige Sänger, der mit echtem Namen Park Jae Sang heißt, das Leben im schicken Viertel Gangnam in Seoul. Der Tanz aus dem Clip, der an einen Reiter auf einem Pferd erinnert, wurde rund um die Welt von Fans in eigenen Videos sowie bei unzähligen Flashmobs imitiert, selbst Chinas bekanntester Künstler Ai Weiwei machte daraus ein Manifest für die Meinungsfreiheit.

Psy durfte mit Superstars wie Madonna auftreten; sein Heimatland ehrte ihn mit dem Okgwan-Orden für kulturelle Verdienste, einem der höchsten kulturellen Auszeichnungen. Auch ranghohe Politiker wie US-Präsident Barack Obama, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Londons Bürgermeister Boris Johnson sahen sich den Hit an.

Kürzlich machten Verschwörungstheoretiker Psy sogar zum Überbringer des Weltuntergangs, der laut einiger Interpretationen des Maya-Kalenders angeblich am Freitag eintreten sollte. Die Esoteriker bezogen sich dabei auf ein falsches Zitat des französischen Sehers Nostradamus, wonach das Ende der Welt mit Erreichen der eine Milliarde Klicks auf "Gangnam Style" bei YouTube kommen sollte.

kave/AFP/DPA / DPA