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Trotz Stasi-Vergangenheit: Katharina Wagner hält an Festspielsprecher fest

Die Bayreuther Festspielleiterin Katharina Wagner hält trotz dessen früherer Stasi-Tätigkeit an ihrem Sprecher Peter Emmerich fest.

Die Bayreuther Festspielleiterin Katharina Wagner hält trotz dessen früherer Stasi-Tätigkeit an ihrem Sprecher Peter Emmerich fest. "Für Herrn Emmerichs Arbeitsverhältnis hat es überhaupt keine Konsequenzen", sagte Wagner am Donnerstag dem Deutschlandfunk. "Er hat bei den Festspielen keinen Vertrauensbruch begangen."

Emmerich (51) hatte eingeräumt, Ende der 70er Jahre als junger Mann einige Zeit inoffizieller Stasi-Mitarbeiter gewesen zu sein. 1989 kam er von Dresden nach Bayreuth. Katharina Wagner sagte, sie habe ihm nichts vorzuwerfen. Für die Festspielleitung sei entscheidend, ob es eine Verbindung zu den Bayreuther Festspielen gegeben habe. Darauf habe sie aber keinen Hinweis gefunden. "Damit ist für mich der Fall geklärt." Sie schnüffele nicht im Leben ihrer Mitarbeiter herum. "Stellen Sie sich vor, ich würde mir da Akten kommen lassen oder bei jedem in der Vergangenheit rumbohren. Ich meine, das macht man ja als Arbeitgeber auch nicht."

Emmerich sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa am Donnerstag, er kenne die Akten nicht und wolle nun selbst versuchen, Einsicht in sie zu bekommen. Dies gelte auch für diejenigen Unterlagen, die möglicherweise Auskunft darüber gäben, inwieweit er selbst bespitzelt worden sei. Er habe damals als etwa 20-Jähriger in einem Klima der Angst gehandelt. "Man muss die Verhältnisse in der DDR berücksichtigen. Jeder hat jeden bespitzelt. Ich war kein Held." Mit dem Kapitel habe er innerlich längst abgeschlossen gehabt, als ihn der damalige Festspielchef Wolfgang Wagner 1989 nach Bayreuth holte. In den Gesprächen mit Wagner sei dies auch nie ein Thema gewesen.

DPA / DPA