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The Walking Dead: Zu viel künstlerische Freiheit?

Mut zum Risiko oder kaputt repariert? Die Serie "The Walking Dead" hat sich im Vergleich zur Comic-Vorlage schon viele Freiheiten gegönnt.

Es hat und es wird sich noch viel verändern in der Serie "The Walking Dead"

Es hat und es wird sich noch viel verändern in der Serie "The Walking Dead"

Im Laufe der nun bereits acht Staffeln hat "The Walking Dead" schon oft gänzlich andere Wege als die Comic-Vorlage von Robert Kirkman eingeschlagen. Mit der neuesten Abwandlung haben die Serienmacher nun aber für einen Paukenschlag gesorgt, der die Zukunft der TV-Show eigentlich in vollkommen andere Bahnen lenken müsste, als es beim Original der Fall war. Die Frage ist nur: Kann das gut gehen? Hier die bislang größten Unterschiede zwischen Comic und Serie - aber Achtung, die folgenden Abschnitte enthalten zahlreiche Spoiler für beide Formate!

Die Grimes-Familie

Mit der vorletzten Folge "Ehre" scheint die Serie an der Story-Weggabelung unwiderruflich einen anderen Pfad im Vergleich zu den Comics gewählt zu haben. In der Vorlage gehört Carl Grimes (Chandler Riggs) die Zukunft, er ist einer von nur drei Atlanta-Überlebenden (dazu später mehr). Dass er den Serientod sterben musste, wirft nun die Frage auf, ob sich die Macher damit auf lange Sicht und noch dazu völlig unnötig einer der interessantesten Figuren der Story entledigt haben.

Überhaupt gestaltet sich die Familie von (Andrew Lincoln) in beiden Varianten nun völlig unterschiedlich. Denn in den Comics starb nicht nur seine Frau Lori (Sarah Wayne Callies), sondern auch Töchterchen Judith, als Ricks Gruppe im Gefängnis von Zombies überrannt wurden. Lori ist in beiden Varianten tot, das kleine Mädchen in der Serie aber quicklebendig - ganz im Gegensatz zu ihrem älteren Bruder Carl...

Eine Million Wege, in der Zombie-Apokalypse zu sterben

Kleinere Unterschiede gibt es nicht in der Frage ob, sondern auf welche Art und Weise eine Figur aus dem -Leben scheidet. Etwa in Person von Rotschopf Abraham Ford (Michael Cudlitz). Der wird in der Serie bekanntlich von Superschurke Negan (Jeffrey Dean Morgan) zusätzlich zu Comic-Opfer Glenn (Steven Yeun) als Bestrafung mit einem Baseballschläger ermordet. In den Comics wird der bullige Mann dagegen von einem Armbrustbolzen getötet, den Negans Handlanger Dwight (Austin Amelio) abfeuerte. Besagter Bolzen wurde zwar auch in der Serie geschossen, da allerdings war Ärztin Denise das Opfer. So weit, so kompliziert.

Einen ähnlichen Tausch gab es auch schon früher. In den Comics starb zum Beispiel der Afro-Amerikaner Tyreese (Chad Coleman), der darin auch eine wesentlich prominentere Rolle als in der Serie innehatte, durch die Hände von Bösewicht Philip "Der Gouverneur" (David Morrissey). In der AMC-Version verlor stattdessen der arme Hershel Greene (Scott Wilson) seinen Kopf.

Es wird munter getauscht

Hauptrollen kann es selbstredend nicht unendlich viele geben. Einige wichtige Figuren der Comics sind in der Serie schon lange tot, auf der anderen Seite ist uraltes Zombie-Futter als Ausgleich ausgesprochen lebendig. An zwei Frauen kann das besonders gut veranschaulicht werden: In der Vorlage ist Protagonistin Andrea (Laurie Holden) neben Rick und Carl die einzige Überlebende der anfänglichen Gruppe aus Atlanta. Sie ist nicht nur die weibliche Anführerin an der Seite von Rick, sondern auch seine Partnerin - in der Serie wurde diese Freude Michonne (Danai Jekesai Gurira) zuteil. Die Andrea der Serie war dagegen von den meisten Zuschauern verhasst und fand ein unrühmliches Ende, und das bereits in der dritten Staffel.

Das genaue Gegenteil stellt der Charakter Carol (Melissa Suzanne McBride) dar. Sie entwickelte sich in der Serie zu einer Powerfrau und einer der stärksten Figuren überhaupt. Dies war in den Comics ganz und gar nicht der Fall, wie auch die Vergangenheitsform in diesem Satz bereits andeutet. Carol beging darin auf perfide Art Selbstmord, indem sie sich absichtlich von einem Untoten beißen ließ.

Komplett neue Figuren

Aber auch so mancher Serien-Liebling kommt in den Comics überhaupt nicht vor. Daryl Dixon (Norman Reedus), für viele Zuschauer der einzige Grund, um wöchentlich einzuschalten, ist das beste Beispiel und wurde eigens für die TV-Show ersonnen. Ebenso wie sein Bruder Merle (Michael Rooker), der aber bereits das Zeitliche gesegnet hat. In Hinsicht auf Daryl hat die Serie das Original also durchaus übertrumpft.

Ein handfester Unterschied

Zu guter Letzt noch ein Unterschied, der vor allem Schauspieler Andrew Lincoln gefallen dürfte. Denn in den Comics verlor dessen Figur Rick Grimes schon früh durch den "Gouverneur" seine rechte Hand. Der Grund, dies in der Serie nicht zu machen, soll ziemlich pragmatisch gewesen sein: Es sei schlichtweg zu aufwendig, der Hauptfigur per Computertechnik in jeder Szene eine Hand zu entfernen. Unglück im Glück: Stattdessen entschied man sich - anders als in der Vorlage -, der Figur Hershel Greene nach einem Zombie-Biss ein Bein zu mopsen.

SpotOnNews
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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo