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ARD-Sendung "Chez Krömer" Kräftemessen mit Kurt Krömer: Wie Jens Spahn versucht, witzig zu sein und dabei scheitert

Jens Spahn zu Gast bei Kurt Krömer
Jens Spahn war zu Gast bei "Chez Krömer" und ließ sich von Kurt Krömer im Verhörraum in die Mangel nehmen.
© rbb/Carolin Ubl / ARD
Zum Auftakt der neuen Staffel von "Chez Krömer" begab sich Jens Spahn in die Verhörzelle. Sein Versuch, lustig zu sein, prallte an den humorlosen Fragen von Kurt Krömer ab.

Wer sich als Politiker oder Prominenter freiwillig zu "Chez Krömer" begibt, muss eine klare Mission haben. Denn in der engen Verhörzelle 30 Minuten lang von Kurt Krömer in die Mangel genommen zu werden, ist kein Vergnügen. Und nicht jedem ist das Wagnis bislang gut bekommen. Der Berliner SPD-Chef Raed Saleh etwa blamierte sich 2020 in der Talksendung, "Oh je, Herr Saleh!" titelte hinterher der "Tagesspiegel".

Auch Jens Spahn werden Ambitionen in der Berliner Lokalpolitik nachgesagt. Vielleicht deshalb war der frühere Gesundheitsminister in der RBB-Sendung so bemüht, besonders locker zu geben. Dabei sehr irritierend: Der gebürtige Münsterländer sprach in Berliner Mundart: "Dit stimmt", oder "Hammse doch gerad vorjelesen", biederte sich der 42-Jährige mit gekünsteltem lokalen Dialekt bei Moderator und Publikum an – und dürfte damit niemanden beeindruckt haben. 

Jens Spahn will witzig sein

Spahns Versuche, als besonders lustig rüberzukommen prallten aber schnell an Krömers Humorlosigkeit ab, der Spahn mit zahlreichen Vorwürfen konfrontiere, die in den vergangenen Jahren gegen den CDU-Politiker in den Medien erhoben wurden. 

Spahn schaltete blitzschnell vom Locker-Lustig- in den Politiker-Modus um und zeigt sich als aufgeräumten Mann mit reinem Gewissen. Sein eigenes der Corona-Management fasste er so zusammen: "Maskenaffäre scheiße gelaufen, Impfen und Testen unterm Strich gut gelaufen."

Ansonsten hatte er auf alle Anschuldigungen eine Erklärung parat. Dass sein Gesundheitsministerium Masken vom Burda-Verlag kauft hat, für den sein Ehemann als Lobbyist ist: Der habe davon gar nichts gewusst. Seine frühere Beteiligung an der Lobbyagentur Politas? Ein "blöden Fehler", aber Interessenkonflikte habe es keine gegeben. 

Kurt Krömer kommt seinem Gast nicht bei

Als Spahn die "Spiegel"-Meldung, derzufolge der Minister unbrauchbare Masken an Flüchtlinge verschenken wollte, abtat mit den Worten: "Auch in diesem Fall war es nicht so", platzt Krömer mal kurz der Kragen: "Das ist ja komisch, dass das immer alles nicht so war."

Aber so sehr sich der Moderator auch bemühte, dem Politprofi Spahn konnte er nicht beikommen. Dazu ist der Bundestagsabgeordnete einfach zu ausgebufft.

So blieb am Ende die einzig neue Erkenntnis: Jens Spahn pumpt. Das immerhin fand Kurz Krömer heraus. Im Abspann sieht man, wie der Berliner den Bizeps seines Gastes befühlte. Spätestens da wird ihm klargeworden sein: Beim Kräftemessen mit Jens Spahn gibt es nichts zu gewinnen.

Die aktuelle Folge von "Chez Krömer" gibt es in der ARD-Mediathek

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