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"Die Alm" 2011 Niveau und Quote sind auf Talfahrt


Neues von der Resterampe: ProSiebens Dschungelcamp-Kopie "Die Alm" langweilt auch am dritten Tag. Pseudodramatik, abgelesene Moderatorenwitze und der Zwang zum Fremdschämen vertreiben offenbar auch die Zuschauer: Die Quote sinkt deutlich.
Von Jannis Frech

Was unterscheidet Huhn und Taube? Wie kam bloß der Privatporno ins Internet? Und wie lange hält ein Möchtegern-Topmodel den Hungerstreik durch? Die Fragen des Tages auf der "Alm" hatten es in sich. Auch am dritten Sendetag blieb ProSieben seinem Dschungelcamp-Klon-Konzept treu: Alm statt Australien und alles ein bisschen langweiliger. Das sehen offenbar auch die Zuschauer so, denn die Quote sank im Vergleich zum Vortag deutlich.

Nachdem die zweite Ausgabe von "die Alm" am Sonntag noch 16,5 Prozent Martkanteil erreichte, schauten am Montag nur noch 1,11 Millionen 14- bis 49-Jährige zu. Das bedeutete 12,2 Prozent Marktanteil und ist nur noch Quoten-Mittelmaß. Der Hüttengaudi fehlt offensichtlich das Stammpublikum. Denn während die Sendung am Sonntag von dem vorher ausgestrahlten Blockbuster "Hancock" profitierte, kam das Vorprogramm am Montag nicht mal auf zehn Prozent Marktanteil.

Bei der bisher gebotenen Promi-Magerkost sind die Zahlen allerdings kein Wunder. Die "Muh-Probe", bei der Carsten Spengemann eine Schlucht mittels gespanntem Seil überqueren musste, erinnerte an Erlebnispädagogik im Hochseilgarten. Der Hungerstreik von Topmodel-Zicke Tessa für eine bessere Vitaminversorgung war an Inkonsequenz kaum zu überbieten. Und die tägliche Gina-Lisa-Enthüllung, diesmal über ihren im Internet aufgetauchten Privatporno, schien selbst die Almbewohner zu langweilen.

Drumherum und mittendrin präsentierten sich die Moderatoren Daniel Aminati und Janine Kunze gewohnt öde und unspontan. Sogar beim Ablesen von den Moderationskarten haperte es da gelegentlich - streckenweise erinnern die Moderationen eher an eine Persiflage von "Switch". Und wenn dann auch noch Schrotthändler Manfred Ludolf über Frauen philosophiert ist der Zuschauer der Fremdscham hoffnungslos ausgeliefert.

Ein "schönes Sommer-Fun-Event" versprach ProSieben vollmundig vor der Sendung. Davon ist "die Alm" genauso meilenweit entfernt wie von den Quoten der RTL-Vorlage aus dem australischen Dschungel.


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