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"Die Bachelorette" Feuerwerk der Fehlentscheidungen: Maxime küsst und kickt die Falschen

Bachelorette Maxime mit Zico und Dominik am Strand
Maxime beim Dreier-Date mit Zico (M.) und Dominik. Einer von beiden bekommt eine Rose vorab.
© TV Now
RTL will endlich wissen, welche Männer schon einen festen Platz in Maximes Herz haben – auch, wenn klar ist, dass noch keiner die Bachelorette so wirklich überzeugen konnte.

So, Folge fünf. RTL hat uns offenbar letzte Woche erhört, als wir noch gähnend feststellten, dass die süße Bachelorette Maxime keinen der Kandidaten so richtig spannend findet – aus sehr nachvollziehbaren Gründen. Darum muss sie in der neuen Episode ihre bisherigen Favoriten küren. Ein wenig gemein. Der Sender weiß schließlich selbst, was für Hampelmänner er ihr da vorgesetzt hat.

Nicht überraschend zählt zum engeren Kreis dann der schnöselige Julian, weil er der einzige ist, mit dem sie in den vergangenen Wochen mehr als zwei Sätze gesprochen hat. Allerdings hatte der Mann mit den Haaren und der BWL-Brille ja kürzlich eine ausgemachte Sinnkrise, in der er beschlossen zu haben scheint, eigentlich zu cool für die Bachelorette zu sein (inkorrekt, aber das weiß er nicht). Maxime besucht ihn also in der Villa auf einen Küchen-Talk und fragt nach, was Sache ist.

Alles, bloß nicht Julian!

Das Gespräch der beiden ist, gelinde gesagt, seltsam. Plötzlich gibt sich die 26-Jährige verschossen wie ein Teenie, fand sogar den Kuss im Flugzeug toll. Das irritiert sogar Julian: "Ich dachte, wir hatten beschlossen, darüber nie wieder zu reden?" Weil es eine hart peinliche Aktion war, ja. Julian gibt sich seinerseits plötzlich machohaft abweisend. "Ich hatte schon mehrfach überlegt zu gehen, aber bin noch hier", ist alles, was er Maxime zur Beruhigung ihrer amourösen Unsicherheit zu sagen hat. Die sieht semi-begeistert aus.

Dann aber passiert etwas Lustiges: Maxime pöbelt, dass Julian ihr gelangweilt und genervt vorgekommen sei, speziell bei der letzten Rosenvergabe. Und er sagt, dass er diese Situation unangenehm fände, und "dann hab ich diesen 'König der Löwen'-Song in meinem Kopf gehabt und hab immer versucht, diesen Songtext ..." Da muss die Bachelorette völlig zu recht ungläubig lachen. BWL-Boy ist Simba-Fan! Auf alle sonstigen, sehr konkreten Fragen von Maxime zu seiner Gefühlslage antwortet Julian provokant unkonkret. Als er bei der Verabschiedung, plötzlich nervös, fragt: "Sehen wir uns trotzdem noch, die Tage?", antwortet Maxime genüsslich vage, nur: "Bestimmt." Gut so.

Ein Dreier-Date mit Bammelfaktor

Später sagt Julian folgenden Satz in die RTL-Kamera: "Ich weiß, ich bin cool. Ich weiß, ich bin toll. Und ich weiß, wenn ich wirklich Interesse habe, dann geh' ich auch offensiver ran, aber bis dahin dauert's noch ein bisschen." Alles klar. Der Rest dieses Artikels wird etwas ungelenk getippt werden müssen, weil wir so sehr die Daumen drücken, dass dieser rundum unangenehme Dude sich am Ende dieser Folge verabschieden muss. Unwahrscheinlich, ja, aber man wird ja noch hoffen dürfen.

Immerhin widmet die Bachelorette am Folgetag ihre Aufmerksamkeit endlich zwei anderen Kerlen, die jedoch nicht unbedingt weniger Toxizität ausstrahlen: Checker Zico und Macho-Dominik. Zu dritt will man Paragliding ausprobieren, wobei "will" im Fall von Zico das falsche Wort ist. Der hat nämlich schlimme Höhenangst. Dominik springt ihm solidarisch zur Seite, nicht, indem er kräht: "Also, ich hab mega Bock!" Nachdem man alsdann mit dem Schirm von der Klippe in Richtung des darunterliegenden Strandes gehüpft ist, müssen alle viel kreischen, aber nur so sehr, dass jeder noch einen Selfiestick in der Hand halten und sich selbst beim Kreischen filmen kann. "Orsome, I lorf it!", kräht Dominik auf Englisch(?).

Ein Flatterband und eine Vorab-Rose

Alle drei erreichen heil den Strand, und da freut sich sogar der zittrige Zico, den Sprung gewagt zu haben. Zufrieden im Sand hockend wird es dann aber sofort wieder superseltsam. Auf Julian-Küchentalk-Niveau. Denn Maxime deutet gen Himmel, wo ein weiterer Paraglider mit Spruchband hintendran vorüberfliegt – wie in einem Cartoon – und auf dem Banner ist zu lesen: "Möchtest du diese Rose? M." Ääääähm. Cringe stand gerade noch auf der Liste der Jugendwörter, oder? Wir dürfen das noch benutzen? Auf jeden Fall war das gerade akkurat cringe, Maxime. Die Rose, um die es geht, bekommt dann, natürlich, Zico, der selbst erstmal schaut, als sei er im falschen Film. Fühlen wir.

Zur Belohnung "darf" Zico dann mit seinem Blümchen direkt wieder nach Hause gehen. Dominik bleibt, um mit Maxime eine Unterhaltung zu führen, die klingt, als würde der eine jeweils etwas völlig anderes hören, als der andere tatsächlich gesagt hat. Auf die Frage, ob er sich in der Show unwohl fühle, antwortet Dominik jedenfalls, dass ihm die 26-Jährige sehr gut gefalle. Wir haben vergessen, was jetzt Semiotik und was Semantik war, aber irgendetwas von beidem hat hier nicht funktioniert.

Ein mehr als unverhoffter Kuss

Von den gelangweilten Restkandidaten in der Villa lernen wir währenddessen, dass Dominiks Spitzname offenbar "Bommel" ist, und dass Julian, der feine Herr, nur semihappy darüber ist, das Haus mit den anderen Kerlen zu teilen ("Ich brauch mal meine Zeit für mich!"). Außerdem will er sich mal wieder schick machen: "Es nervt auch, den ganzen Tag mit Badehose rumzulaufen. Ich geh gerne mal 'nen Kaffee trinken, draußen, geh spazieren und mach mich schick. Und das mach ich jeden Tag, eine Stunde, zwei Stunden!" Der Mann will doch nur schick sein! Wieso lässt RTL ihn nicht?!

Maxime und Dominik müssen am Abend dann bei Kerzenschein pflichtkuscheln, immerhin darf Dominik dabei schick aussehen. Er fragt die Bachelorette die vielleicht tiefgründigste Frage, die je jemand jemandem gestellt hat: "Und, wie ist das bei dir mit Gefühlen?" Sie tauschen Platitüden über das Verliebtsein aus – und dann KÜSSEN SIE SICH. Dominik und Maxime! Näh!

Dominik kann nichts für sich behalten

Sekunde, wir müssen diese Ungeheuerlichkeit kurz verdauen. Was auch immer diese Knutscherei auslöste (also, vermutlich die Regie, denn romantische Gefühle ganz sicher nicht) schämt sich hoffentlich ordentlich, uns loyalen Zuschauern so einen Murks anzutun! Als ob Maxime mit Dominik ... nein, einfach nur nein. Und selbst Dominik wirkt etwas steif, als er im Anschluss etwas davon faselt, dass dies ein "perfekter Tag" gewesen sei. "Gefällt mir", sagt er. Dann schickt ihn die Bachelorette auch schon mit einem entschlossenen "So!" und einer braven Umarmung (nicht mal ein Wangenkuss) wieder zurück in die Männervilla. Wie man Menschen, mit denen man gerade aus echter Zuneigung rumgebusserlt hat, eben üblicherweise verabschiedet.

Wenn das bisher schon alles eher unangenehm anzuschauen war, wird es richtig seltsam, als Dominik zurück bei seinen Mitstreitern ist. Zuerst lobt er nicht Maxime, sondern deren schöne Villa, dann berichtet er, die beiden hätten "ziemlich gut kommuniziert", was ja nun auch eher eine Übertreibung ist. Aber weil nur Gentlemen genießen und schweigen, plaudert er mit feierlicher Miene natürlich auch direkt den Kuss aus. "Es war ein sehr ehrlicher, leidenschaftlicher Kuss", behauptet er, und selbst wenn das gestimmt hätte – warum erzählt man das sofort rum?

Sprachnachrichten, bitteschön

Am nächsten Tag gibt es eine Art virtuelles Gruppendate: Maxime wünscht sich von Marcel, Tony, Raphael, Max, Julian, Kevin und Lars Sprachnachrichten. Ist sie der erste Mensch, der sich aktiv Sprachnachrichten wünscht – schon, oder? Der Trick: Die Stimmen der Männer werden verzerrt, die Bachelorette kann also nur nach dem Inhalt der Nachrichten entscheiden, wer ihr zusagt. Nachdem Maxime alle gehört hat, dürfen Kevin, Tony und Raphael sie in ihrer Villa besuchen kommen. Wo sie direkt eine neue Aufgabe bekommen: einen Brief schreiben. Puh, hat ein bisschen was von Schnitzeljagd. Kaum mit einer Aufgabe fertig, wartet die nächste.

"Von alleine würde ich nie auf die Idee kommen, einer Frau einen Brief zu schreiben", sagt Raphael, und jetzt sind wir traurig. Kevin, der verschrobene Hannoveraner, hingegen ist in seinem Element: "Die Inspiration läuft, ich kann nicht aufhören zu schreiben," sagt er. Die Briefe klingen alle, als kämen sie von Zwölfjährigen. Das müssen Sie leider selber gucken, das können wir nicht adäquat beschreiben. Maxime lässt sich trotzdem beim Lesen zu einem "Awww" verleiten. "Die haben sich alle drei sehr, sehr viel Mühe gegeben."

Kevin kann nicht überzeugen

Trotzdem schickt sie anschließend direkt einen Mann wieder nach Hause – und zwar ausgerechnet den armen Kevin. Der war in dieser Staffel bisher für 80 Prozent unseres Amüsements verantwortlich, hatte dafür aber ungefähr null Minuten allein mit Maxime. So richtig, richtig fair ist das nicht. Die beiden verbliebenen Kerle müssen sich sofort der nächsten Aufgabe stellen. Sie sollen mit Maxime tanzen, die jedoch verbundene Augen hat. Tony nimmt die Aufgabe nur halbernst, was bei der Bachelorette nicht so gut ankommt. Deshalb muss er nach dieser "Runde" gehen – Raphael darf bleiben.

In der Villa versucht Tony, die Sache mit Humor zu nehmen. "Mein Brustmuskel war zu stark für sie", witzelt er vor den anderen Jungs, und kichert später verlegen: "Wenn das meine Kumpels zuhause sehen ..." Aber irgendwie frustriert wirkt er doch. Zu Recht, denn der charmante Österreicher Raphael sitzt mittlerweile mit der Bachelorette auf demselben Sofa, auf dem sie am Abend zuvor mit Dominik knutschte. Und die beiden sind erneut zuckersüß zusammen, was aber auch daran liegt, dass beide einfach auf ihre Art so putzig sind, wie kleine Meerschweinchenbabys. Und dann wird auch noch ein Feuerwerk am griechischen Himmel abgefeuert. Hach.

Feuerwerk in der Friendzone

Was Raphael nicht macht, ist, Maxime zu küssen. Obwohl der Moment definitiv da war. Als es beide merken, nimmt er sogar bewusst den Arm von ihrer Schulter – wohl, weil er nicht der Typ "nach Dominik" sein will, der mit ihr busserlt. Die Bachelorette scheint's ihm nicht übel zu nehmen, im Gegenteil: Die Abschiedsumarmung fällt für ihre Verhältnisse äußerst intensiv aus. Vielleicht ist der schreibfaule, aber ansonsten so niedliche Österreicher jetzt unser heimlicher Favorit? Naja, Hauptsache nicht Julian.

Mit einer Poolparty startet am Tag drauf die Nacht der Rosen. Alle Männer gestehen brav nacheinander in die RTL-Kamera, wie gern sie Maxime im Badedress anglotzen, dann gucken wir der Menschenschar eine Weile beim vergnügten Planschen zu. Aber sobald das langweilig geworden ist und alle am Beckenrand lümmeln, tritt unangenehmes Schweigen ein. Keiner der Männer weiß offenbar, wie man normal mit einer Frau (oder generell miteinander) redet, und Maxime sieht zunehmend irritiert aus. Zico geht als einziger nicht als Superloser aus diesem Event raus – und der hat ja schon eine Rose.

Kevin, Sieger der Herzen

Als dann alle im schnieken Abenddress erneut zusammenkommen, zeigt Julian direkt wieder, was für ein gefestigter und souveräner Charakter er ist. Nach dem missglückten Küchentalk und einer Woche komplett ohne Dates scheint er nervös geworden zu sein und nimmt Maxime fix beiseite. "Ich hab dich vermisst", klagt er – obwohl er doch eigentlich so sicher war, zu cool für sie zu sein? Charmanter ist der verrückte Kevin, der Maxime lieber erzählt, dass er eine Vogelspinne besitze – die Maxi heißt! Dann fordert er die Bachelorette auf, ihm was vorzusingen (sie lehnt ab) und singt ihr im Gegenzug im tiefsten Tenor "Do Re Mi" vor. "Die Eier musst du erstmal haben", lobt Zico völlig zu Recht.

Später legt Maxime dann, extra für Julian, den "König der Löwen"-Song auf, der in seinem Kopf spielt, wann immer er nervös ist. Süße Geste, aber der Trottel checkt es natürlich nicht und geht auf ihre dezente Tanzaufforderung nicht ein. Dafür holt Dominik ein paar Bonuspunkte, indem er verlegen zur Bachelorette geht und noch einmal sagt, wie schön er das Date mit ihr fand. Er wirkt ein bisschen zittrig – fast süß.

Bei der Rosenvergabe kommen die üblichen Verdächtigen weiter, aber auch Dubai-Max und Lars werden nochmal eine weitere Runde durchgewunken. Warum auch immer. Gehen müssen Marcel, der einfach viel zuviel plappert – und Hannoveraner Kevin. Letzteres macht uns ja wirklich traurig. Die nächsten Folgen werden ohne ihn  öder werden.


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