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"Die Bachelorette" Nicht witzig, nicht romantisch, nicht nett: Noch immer kein Favorit für die süße Maxime

Maxime findet Dubai-Max genauso unlustig wie wir
Maxime findet Dubai-Max genauso unlustig wie wir
© TV Now
BWL-Julian mit der Langhaardackelfrisur darf die Bachelorette zwar küssen, zur großen Romanze kommt es trotzdem auch in dieser Folge nicht. Auch mit keinem der anderen, äh, Herren.

Action, pure Action. Mit der starten wir in Folge vier der allseits beliebten Balzshow, indem wir zusehen, wie Bachelorette Maxime mit dem niedlichen Österreicher Raphael (dem Mix aus Golden Retriever und Brian von den Backstreet Boys) Kuchen essen geht. Kuchen. Jawohl. Liebe Regie, wir sind ja echte Fans dieser Bachelorette, die sich bisher so sympathisch und vernünftig durch diesen Haufen machohafter Vollpfosten wühlt. Aber so langsam, ganz langsam, wären ein bisschen mehr Tempo und Drama gut. Die ersten Folgen sind zwar nicht ereignislos, aber doch recht langsaaaaam dahingeplätschert. Könnte doch jetzt mal aufregender werden, also: nach dem Kuchen.

Immerhin haben Maxime und Raphael scheinbar eine gute Zeit – irgendwie sehen sie zusammen auch wirklich putzig aus. So, als würden sie sich gleich gemeinsam ein flauschiges Kaninchen zulegen oder was von Mark Forster auf der Akustikgitarre vorspielen. Stattdessen spazieren sie aber nur die griechische Hafenpromenade entlang und sagen strahlend Dinge wie: "Mir ist viel wichtiger, wie man miteinander redet, als was man miteinander redet." Der hochgelobte Kuchen ist dann am Ende übrigens so lecker, dass die beiden ein Viertel davon an die Fische im Hafenbecken verfüttern.

Ein Tag, drei Einzeldates

Nur zwei Stunden nach diesem ersten Date klingelt es dann schon wieder an der Tür der Männervilla. "Na, wer geht jetzt Kuchen backen?", krakeelen die Herren überschwänglich. Der Glückliche ist Dominik, mit dem Maxime Motorboot fahren will. Scheint Spaß zu machen, im Meer geschwommen wird dann auch noch, aber Konversation? Null bis dahin. Sorry Dominik, aber da befürworten wir eher Raphael, der in der Villa währenddessen den anderen Kandidaten in allen Einzelheiten den gegessenen Kuchen beschreibt. "Raphael war sehr happy", sagt Mitstreiter Lars. "Also, vor allem vom Kuchen."

Dominik schenkt der Bachelorette immerhin noch ein Glücksbringer-Armband, woraufhin sie sich hinterher im RTL-Interview ein nur leicht gezwungen wirkendes "Ich bin nicht abgeneigt" herausquält. Aber so bleibend scheint der Eindruck dann doch nicht zu sein – lädt sie doch nur wenig später auch noch Dubai-Max zum dritten Einzeldate des Tages ein. Und erneut reden alle, inklusive Maxime, davon, was für ein lustiger Typ Max sei. Eine Eigenschaft, die man als Zuschauer jedoch noch nie selbst bezeugen konnte. Es macht einen latent wahnsinnig: Ist er witzig und RTL enthält es uns vor? Oder ist die ständige Behauptung einfach ein Running-Gag auf einer merkwürdigen Meta-Ebene?

Mit Dubai-Max läuft's nicht rund

Sowohl der Bachelorette als auch den Produzenten scheinen nach zwei Einzeldates für dieses dritte Treffen übrigens sämtliche Ideen ausgegangen zu sein. Maxime und Dubai-Max bekommen ein Dinner bei Kerzenschein vorgesetzt und die 26-Jährige startet die Konversation mit einem erschöpften "Erzähl!". Dubai-Max hat Angst, dass noch nicht alle kapiert haben, wie witzig er ist, deshalb sind seine ersten Worte des Dates: "Ich find', Lachen ist gesund und deshalb bin ich ein fröhlicher Mensch." Ja, keine Ahnung, dann erzähl doch mal einen Witz, Junge, oder sag irgendetwas Spontanes, das tatsächlich lustig ist?

Nicht so lustig findet Dominik, dass er direkt vom nächsten Konkurrenten abgelöst wurde, nachdem das Motorboot-Date beendet war. Erfährt er nämlich erst bei der Rückkehr in die Villa. "Geil. Geil", sagt er, aber wirkt nicht, als ob das seine Laune wirklich heben würde. Vielleicht ist gut, dass nicht jeder immer alles sofort weiß. Auf jeden Fall ist gut, dass Dubai-Max nicht weiß, dass Maxime ihm gerade dieselbe Frage ("Wie würdest du dich mit drei Worten beschreiben?") stellt, die Raphael ihr zuvor beim Kuchendate gestellt hatte. Orrrr, Maxime, bisschen bitter!

Witz, komm raus?

Sie merkt es immerhin dann selbst und ist kurz so verlegen und verwirrt, als Max die Frage nach Beantwortung an sie zurückgibt ("Warte ... ich bin grad raus ..."), dass wir ihr die kleine Dreistigkeit schnell wieder verzeihen. Seltsam aber, dass es ihr so schwer fällt, drei Eigenschaften von sich selber aufzuzählen? "Harter Tag, harter Tag", entschuldigt sich Maxime später vor der RTL-Kamera. Als sie Max verabschiedet, wirkt es dann auch, als wolle sie ihn einfach nur schnellstmöglich loswerden, um endlich ihre Ruhe zu haben. Der fand es trotzdem "geil" und freut sich, denn: "Wir konnten gar nicht aufhören zu quatschen!" Maxime sieht das ein bisschen anders. "I don't know", grübelt sie. "Ich dachte, es wär witziger."

So richtig viel Gnade hat RTL mit der tapferen Bachelorette nicht. Schon am nächsten Tag wird ihr wieder ein Date aufgenötigt – diesmal mit Julian, der aussieht wie eine Mischung aus BWL-Justus und einem Langhaardackel (genug Hundevergleiche für heute, versprochen). Wir verstehen es zwar nicht, aber mit Julian verstand Maxime sich ja bei einem vorigen Date schon ganz gut, wobei das vor allem darauf beruht haben könnte, dass sich die beiden irgendwie angenehm egal zu sein schienen. Sie fliegen in einer kleinen Cessna über die Küste – was Julian reichlich angsteinflößend findet. Süß.

Der erste Kuss der Staffel

Die zwei benehmen sich während des Fluges wie normale Menschen, was ja immer nett anzuschauen ist, aber dann gab's wohl einen Wink vom Regisseur, dem nach den ersten drei Folgen ähnlich langweilig geworden zu sein scheint wie uns: Völlig aus dem Nichts greift der an sich nicht gerade leidenschaftliche Julian Maximes Gesicht mit seinen Patschehändchen und küsst sie. Whoa, wir haben noch nie so etwas unromantisches gesehen. "Ich wollt's einmal gemacht haben", sagt Julian stolz DIREKT IN DIE KAMERA, und Maxime wirkt, als müsse sie sich das Lachen verkneifen. Weitere Konversation findet nicht statt, es ist einfach alles sehr unangenehm.

Vielleicht, um die Sache zu klären, lädt die Bachelorette Julian für abends noch zu einem gemeinsamen Dinner ein. Zuvor muss er sich aber noch den anderen Männern in der Villa stellen – denen er prompt berichtet, Maxime habe den Kuss "provoziert". So viele Augen, wie wir da gern verdrehen würden, haben wir gar nicht. Die Konkurrenz ist jedenfalls gar nicht erfreut über Julians ungelenkes Bussi – speziell Zico schäumt. Der weiß ja auch nicht, wie verlegen der scheinbar so erfolgreiche Konkurrent abends beim Essen mit Maxime herumdruckst. Allein, ihn völlig hilflos in einen Burger beißen zu sehen ("Ich hab' noch nie bei einem Date einen Burger gegessen"), hätte alle Jungs wieder versöhnt.

Alle wie die Teenager!

In der Villa geht es allerdings nicht unbedingt, ähm, cooler zu. Zico, der selbsternannte Rebell unter den Kerlen, schlägt vor, man könne ja Gläserrücken spielen. Währenddessen gießt der verschrobene Hannoveraner Kevin die Blumen. Es ist wie auf Klassenfahrt, gefühlt sind hier alle 15. Und auch die Bachelorette und ihr Gast agieren wie verlegene Teenies: Schweigend stoßen sie an, flüchten sich in Smalltalk, und am Ende ist Julian sichtlich froh, dass er wieder gehen darf. Zum Abschied gibt's nur eine Umarmung – keinen Kuss.

Falls Maxime gehofft hatte, anschließend mal einen Tag ohne Kerle am griechischen Strand verbringen zu können – falsch gedacht. In dieser Folge sollen offenbar all jene Kandidaten, die bisher keine Chance zum Glänzen hatten, diese bekommen. Es ist also ein Gruppendate angesagt. Dabei: Benedikt, Lars, Kevin, Tony, Zico und Marcel. Nur Lorik und Kenan müssen zuhause bleiben. "Sie scheißt auf mich, sie hasst mich", jammert Kenan in der Villa vor den anderen. "Nein, ich bin nicht enttäuscht", sagt er später in die RTL-Kamera.

Heißes Benzin und schale Gespräche

Das Gruppendate entpuppt sich als Quad-Tour, weshalb sich Maxime als Figur aus "Fast & Furious" verkleiden muss. Nagut. Man düst also durch den Sand und alle Herren loben brav, dass Maxime so actionaffin und dabei nicht permanent auf ihr Aussehen bedacht sei. Mit "Wannabe-Surferboy" Bene gibt's dann noch einen kleinen Privatplausch, der irgendwie herzig, aber doch schlimm oberflächlich bleibt. Einigermaßen souverän flirten nur Tony und Zico (Überraschung ...). Marcel, der Neue, komplimentiert die Bachelorette für ihre Haare ("Hast du da diesen Verlauf drin, dieses Balayage?"), was diese ebenso irritiert wie die anderen Kandidaten. Cringeee.

Haarige Probleme hat währenddessen auch Julian, dem seine eher peinlichen Momente mit Maxime während der vergangenen Woche, nun ja, peinlich sind. Und nicht nur die: "Wenn meine Haare so sind wie sie in den letzten Tagen gewesen sind, würde ich mich niemals präsentieren", klagt er den Mitstreitern sein Leid. "Ich bin einfach nicht mehr cool!" Hoffentlich sagt ihm niemals jemand, dass zumindest in den Szenen, die wir beobachtet haben, seine Haare noch das coolste an ihm waren.

Julian demontiert sich selbst

Das bestätigt sich später, als Julian darüber sinniert, wie einfach er "da draußen" früher "irgendwelche Frauen" kennengelernt habe. Und dass Maxime ja auch nur irgendeine Frau sei. "Ist jetzt nicht so, dass ich sagen würde: Sie ist so unfassbar intelligent oder so unfassbar schlau oder so unfassbar hübsch." Und dann redet er von "Kosten/Leistungs-Rechnung, BWL, klassisch, zweites Semester". Alles klar, Justus.

Und dann: die Nacht der Rosen. Kaum hebt Maxime zur Begrüßung das Glas, meckert Kenan darüber, dass er kein Date mit ihr gehabt habe. "Unangenehm", schimpft die Bachelorette später über diese Taktlosigkeit. Auch kein Date hatte Lorik, der zweite Neue aus der vergangenen Folge. Der stellt es geschickter an und entführt die 26-Jährige an diesem Abend sofort zu einem kleinen Schnack. Der dreht sich dann irritierenderweise um Bräune. Also, um braune Haut. Es ist sehr seltsam. Da wirkt Kevin, der botanophile Hannoveraner, fast normal, als er anschließend der Bachelorette ein selbstgeschriebenes Gedicht vorliest. Es ist ein bisschen süß, aber auch, sorry, sehr lustig.

... da wird dem Honig ein bisschen übel

Vor der großen Entscheidung versucht Maxime dann noch, eine lustige Unterhaltung mit Nordisch-by-Nature-Tony (der tatsächlich ein bisschen witzig ist) und Dubai-Max (ach, Sie wissen's ja) zu führen. Die einzige, die einen soliden Witz beiträgt, ist jedoch am Ende die Bachelorette. Max versucht es mit: "Du bist so süß – da wird der Honig neidisch". Schweigen. Bälle aus trockenem Buschwerk rollen durch die Stille, also, metaphorisch. Dann ein verurteilendes "Okay" von Maxime. Ei je, Max, was für ein Trauerspiel.

Dann ist es soweit. Maxime wünscht sich vorab, zur Rosenvergabe zum Song "Maneater" vor die versammelten Herren zu treten, RTL tut ihr den Gefallen. Dann bekommt einer nach dem anderen sein Blümchen, schließlich auch der dauerplappernde Marcel. Der bricht hinterher im Interview aus unerfindlichen Gründen in Tränen aus. Hat er einer Flamme zuhause erzählt, dass er bloß für eine Woche im Urlaub ist und ahnt, dass er jetzt vielleicht doch eine langfristigere Erklärung braucht, oder was ist da los? "Ich freu mich", schluchzt er, "mega!"

Raus sind Kenan, der Maxime zu unhöflich war, Benedikt, von dem einfach zu wenig kam, und Lorik, der Neue, mit dem die Bachelorette offenbar nicht für immer über professionelle Hautbräunung plaudern wollte.


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