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George R.R. Martin: "Das war nicht gut für mich" – der "Game of Thrones"-Autor ist erleichtert, dass es vorbei ist

Das Ende von "Game of Thrones" wurde von Fans heftig diskutiert. Autor George R.R. Martin sieht es vor allem als Befreiung an. Die Serie habe ihm nicht gut getan, erklärt er in einem Interview. Doch sie habe ihn auch gewaltig überrascht.

Auch Jon hatte sich die Schlacht um Winterfell wohl anders vorgestellt - genauso, wie viele Fans von "Game of Thrones"

Auch Jon hatte sich die Schlacht um Winterfell wohl anders vorgestellt - genauso, wie viele Fans von "Game of Thrones"

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Wohl kaum ein Serien-Ende ist so umstritten wie das von "Game of Thrones". Während die Fans es im Netz immer noch zerreißen, wurde das Drehbuch der letzten Folge für einen Emmy nominiert. Für George R.R. Martin, den Autor der Buchvorlage der ersten fünf Staffeln, war das Ende vor allem eines: befreiend. Das erzählte er nun in einem Interview.

Über die Qualität des Endes sagt das seiner Meinung nach aber nichts aus. Über die wollte er nämlich genauso wenig sagen, wie auf die Frage, wann die letzten beiden Teile erscheinen sollen. "Wir sollten da lieber nicht drüber reden", sagte er dem Interviewer des "Observer" auf die Frage, ob er das Ende gesehen habe.

Erleichterung über das Ende

Trotzdem sei Martin erleichtert, dass die erfolgreichste Serie der Welt mittlerweile zu Ende gegangen ist – weil er es nun endlich schaffen möchte, die Bücher ebenfalls zu beenden. Seit die Serie ins Fernsehen kam, hat er gerade einmal das fünfte von sieben Büchern seiner Reihe "Ein Lied von Eis und Feuer" geschrieben.

"Am Anfang dachte ich, ich schaffe es, die Bücher fertig zu bekommen. Ich war einige Jahre mit dem Schreiben voraus, der Stress war enorm", so Martin. "Die Serie war nicht besonders gut für mich, glaube ich. Das, was mich hätte antreiben sollen, bremste mich aus." Obwohl er jeden Tag schrieb, habe das nie ausgereicht. "Selbst wenn ich an einem guten Tag drei bis vier Seiten schaffte, fühlte ich mich mies und dachte: Es hätten 40 sein müssen."

Zu wenig Zeit

Jetzt, mit dem Ende der Serie, fühle er sich befreit und könnte endlich weiterarbeiten. Neben den beiden Büchern hat er aber immer noch jede Menge zu tun. So begleitet er auch noch mehrere Spin-off-Serien des Riesenhits, hat ein Videospiel und viele Kurzgeschichten geschrieben. "Ich brauche mehr Stunden pro Tag, mehr Tage pro Woche, mehr Monate pro Jahr. Die Zeit vergeht einfach zu schnell", erklärt er laut dem Interviewer mit einem Grinsen.

Dabei kommt er auch so langsam voran, weil er die Rohfassungen lieber mag, als die glattgeschliffenen, finalen Versionen. Auch seine Buchserie fing er an, um den vielen Anmerkungen an seinen TV-Skripten aus den Achtzigerjahren etwas entgegenzusetzen. Die Serie mit ihren Unmengen an Figuren, Drachen und Kulissen sollte bewusst unfilmbar sein. "Und weil das Leben voller kleiner Ironien steckt, wurde aus dem unverfilmbaren Werk die größte Serie aller Zeiten", schmunzelt Martin.

Einmalig in der TV-Geschichte

Einen Einfluss der Serie auf seine Bücher sieht er aber nicht. "Für den normalen Zuschauer wird Tyrion immer Peter Dinklage sein. Aber ich hatte damals bereits 20 Jahre mit meinen Figuren verbracht. In meinem Kopf standen sie beim Serienstart schon fest." Auch die Handlung will er nicht mehr ändern. Weil manche Fan-Theorien richtig, andere falsch seien, will er es einfach genauso erzählen, wie er es schon lange geplant hatte. "Sie werden es erfahren, wenn ich fertig bin."

Mit einem Aspekt der Serie hatte er aber nicht gerechnet: der Schweigsamkeit der Buchleser. "Dass niemand die Rote Hochzeit verriet, ist einer der größten Momente in der TV-Geschichte. Es gab Millionen Menschen, die wussten, was da kommt – und keiner verriet es. Stattdessen taten sie etwas, das ich nicht hatte kommen sehen: Sie filmten die Reaktionen der Menschen, die sie liebten", erklärte der Autor lachend. "Und auf einmal war das ganze Netz voll mit Videos, die den Schock der Zuschauer festhalten. Ich wüsste nicht, dass es so etwas schon einmal vorher gegeben hätte."

Als Martin am Ende nach seiner Lieblingsszene gefragt wird, kommt keiner der spektakulären Momente. "Es gibt eine Szene, in der ein Priester Brienne von gebrochenen Männern erzählt und ihr erklärt, was sie gebrochen hat. Ich war immer sehr zufrieden damit, wie ich die geschrieben hatte."