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ZDF-Team "Wir sind schwer betroffen" - "Heute Show" reagiert bestürzt auf Angriff


Schock für die "Heute Show": Ein Kamerateam um Komiker Abdelkarim ist in Berlin angegriffen worden. Oliver Welke konnte am Freitagabend in der Sendung nicht mehr reagieren, doch das ZDF äußerte sich via Twitter - und zeigt sich besorgt. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.

Es war eine ganz normale "Heute Show" in Corona-Zeiten am Freitagabend: Auch am Feiertag begrüßte Oliver Welke die Fernsehzuschauer aus dem Studio in Köln. Der Moderator scherzte über Maskenpflicht und Tracing-App und machte sich über den weit entfernten Schulalltag lustig. Dazu präsentierte er bewährte Gäste wie Carolin Kebekus, Fabian Köster und Sebastian Pufpaff. Und doch: An diesem Freitag war für die "Heute Show" nichts normal.

Ein Team der Satiresendung war am Nachmittag in Berlin angegriffen worden. Der Kabarettist und Komiker Abdelkarim Zemhoute war mit Reportern in der Hauptstadt unterwegs, als es zu einer gewaltsamen Attacke kam. "Das Team, das im Auftrag des ZDF unterwegs war, war nach Dreharbeiten auf dem Weg zu seinen Fahrzeugen. Dabei erfolgte der Angriff. Weitere Details sind noch nicht bekannt", erklärte das ZDF.  Die Polizei hatte zunächst auf Grundlage erster Erkenntnisse erklärt, es sei zu einem körperlichen Übergriff auf das Kamerateam mit insgesamt sieben Personen gekommen. Sie seien von einer etwa 15-köpfigen Personengruppe angegriffen worden. Mehrere Teammitglieder des ZDF mussten ins Krankenhaus, Abdelkamrim blieb unverletzt.

Der Sender reagierte bestürzt auf den Zwischenfall. "Mehrere Teammitglieder sind im Krankenhaus, unser Reporter Abdelkarim ist unverletzt. Wir sind schwer betroffen und wünschen den Kollegen eine schnelle Genesung", schrieb die "Heute Show" auf Twitter. In der Sendung vom Freitagabend war keine Reaktion mehr möglich, da die Show bereits am Nachmittag aufgezeichnet wurde. 

Sechs Festnahmen, Ermittlungen dauern an

ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler sprach von einem Angriff auf die Pressefreiheit. "Die Pressefreiheit ist - gerade in diesen Tagen - ein hohes Gut. Unsere Sorge gilt nun jedoch zuallererst den Teammitgliedern und ihrer Gesundheit." Auch der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbandes verurteilte die Tat. "Das war ein feiger und durch nichts zu rechtfertigender Überfall auf Journalisten, die ihrer Aufgabe der Berichterstattung nachgekommen sind. Ich hoffe, dass die Attacke gründlich aufgeklärt wird und die Täter juristisch zur Verantwortung gezogen werden."

Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern an. Nach Angaben von Berlins Polizeipräsidentin Barbara Slowik sei der Staatsschutz eingeschaltet. Das sagte sie im rbb-"Inforadio". Mit Verweis auf laufende Ermittlungen wollte sie sich ansonsten nicht zu den Hintergründen äußern. Nach ersten Polizeiinformationen befinden sich sechs Personen in Gewahrsam.

mai

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