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"How I Met Your Mother"-Finale: Liebe HIMYM-Macher, war das euer Ernst?

Das "How I Met Your Mother"-Finale hat so ziemlich alles falsch gemacht, was man bei einem Serienende falsch machen kann. Eine Empörung. Achtung, Spoiler!

Von Sarah Stendel

Die Macher von "How I Met Your Mother" haben das Finale niedergemetzelt.

Die Macher von "How I Met Your Mother" haben das Finale niedergemetzelt.

Achtung, SPOILER! Wer das Serienfinale von "How I Met Your Mother" noch nicht gesehen hat, sollte nicht weiterlesen.

Kids, ich hätte euch heute gern einen anderen Text geschrieben. Einen, der wehmütig und dankbar auf neun Staffeln "How I Met Your Mother" zurückblickt und zufrieden das Ende beschreibt. Das geht aber nicht. Ich hab das HIMYM-Finale gesehen und bin sauer. Sauer auf Carter Bays und Craig Thomas, die der Versuchung nicht widerstehen konnten, an einem Ende festzuhalten, das sie so vor neun Jahren geplant hatten.

Dabei ist das eigentlich erste Klasse Schreibschule: Kill your Darlings. Leider haben die beiden nicht ihr Konzept, sondern tatsächlich die Mutter sterben lassen. Nicht nur das: sie haben auch Robin und Barney nach einer kompletten Staffel Hochzeitsdudelei Knall auf Fall getrennt und Robin als eigentliche Mutter präsentiert. Ich bin fassunglos und muss fragen: Liebe Macher, war das euer Ernst?

Über diese vier Punkte habe ich mich besonders geärgert:

Sie haben ihre eigene Leistung nicht erkannt


Es wäre anfangs nie denkbar gewesen, doch irgendwie haben die Drehbuchautoren es geschafft, aus dem notorischen Frauenheld Barney Stinson einen glaubhaften Charakter zu machen, der sich entwickelt und sich dabei trotzdem treu bleibt. Schon lange vor Robin hatte Barney etwa mit Quinn oder Nora ernsthaftes Interesse an Frauen gezeigt, das über sein übliches Playbook-Schema hinaus ging. Der Mann ist erwachsen geworden - und dann soll die Ehe mit Robin an stinknormaler Entfremdung scheitern? Schwach.

Sie haben mit den Gefühlen der Zuschauer gespielt
Dass ausgerechnet die beiden Freigeister Robin und Barney sich für die Ehe entscheiden war zunächst schwer nachvollziehbar. Doch eine ganze Staffel lang leisteten die Autoren mit dem detaillierten Hochzeitswochenende Überzeugungsarbeit. Uns das glückliche Brautpaar dann in nur wenigen Minuten brutal zu entreißen, ist einfach herzlos.

Die Chemie zwischen Ted und der Mutter wurde unterschätzt


In der letzten Staffel haben wir endlich die Mutter von Teds Kindern kennengelernt und auch wenn es nur wenige Szenen waren: Cristin Milioti alias Tracy war witzig, sympathisch und passte gut in die Gruppe. Als Zuschauer hatte man sie gerade ins Herz geschlossen - da wurde sie schon von einer Krankheit dahingerafft. Nicht schön.

Die Chemie zwischen Ted und Robin wurde überschätzt


Hätte die Serie nach den ersten fünf Staffeln geendet, wäre ich mit dem Finale wahrscheinlich sogar einverstanden gewesen. Zwischen Robin und Ted flogen anfangs die Funken, als Zuschauer wünschte man sich, dass die beiden zusammenfinden. Doch nach dem endlosen Hin-und-Her und nachdem sich Robin offensichtlich für Teds (zweit)besten Freund entschieden hatte, war ein für allemal klar: Es hat nicht sollen sein, Ted will Romantik und Familie, Robin will Abenteuer und Karriere. Das ständige Heraufbeschwören der Gefühle füreinander in der letzten Staffel wirkte deshalb unpassend und erzwungen.

Ich halte mich in Zukunft einfach an das alternative Ende und tue so, als wäre das alles nie passiert. Nur eine Sache zum Finale noch: Wo zum Teufel war Robin Sparkles?!

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