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"Kreutzer kommt... ins Krankenhaus" Christoph Maria Herbst ermittelt wieder


Ist das der Beginn einer wunderbaren ProSieben-Reihe? Zum zweiten Mal ermittelt Christoph Maria Herbst als schillernder Kommissar "Kreutzer" mit dreisten Sprüchen und unorthodoxen Methoden.

Ärzte haben Sex im Dienst, Pfleger sind dauergeil, Patienten inkontinent, manche sterben, eine Hochzeitsgesellschaft samt Braut übergibt sich, ein Kreuz fällt von der Wand. Klinikalltag, wie er härter kaum sein könnte - toll gefilmt in hektisch-kühlen, wirren Bildern, vorangetrieben mit aufpeitschender Musik. In dieser Welt fällt auch ein Kreutzer nicht aus dem Rahmen, der mit Schaufensterpuppe im Arm anrückt. Der brillant-provokante Kommissar wurde gerufen, weil eine junge Ärztin tot ist - angefahren in der Tiefgarage des Hauses. "Ihre Frau Gattin", hat eine Schwester dem Mediziner erklärt, der das Herz des Opfers reanimieren wollte und nun Witwer ist.

So beginnt der ProSieben-Krimi "Kreutzer kommt... ins Krankenhaus" an diesem Samstag (20.15 Uhr) mit dem brillant-provokanten Christoph Maria Herbst in der Titelrolle. Bereits zum zweiten Mal ermittelt sein kahlköpfiger Kommissar mit dreisten Sprüchen und unorthodoxen Methoden. Der erste Fall im November 2010 brachte es auf 2,73 Millionen Zeugen ab drei Jahren an den Bildschirmen und damit auf mittelprächtige 7,9 Prozent Marktanteil. Doch der Sender spricht von guter Quote und ließ fast dasselbe Team wieder ans Werk, etwa Autor Christian Jeltsch, Regisseur Richard Huber und Rosalie Thomass als extra-schlaue Girlie-Assistentin. Eine Serie soll "Kreutzer kommt..." dennoch nicht werden, sondern - wenn die Zahlen stimmen - eine Filmreihe.

Kreutzer im Adamskostüm

Erpressung, Lug, Betrug und sexuelle Übergriffe sind die Phänomene, mit denen der postmodern schillernde Pop-Ermittler es diesmal zu tun bekommen wird. "Ich löse den Fall", kündigt er cool an - und setzt sich damit selbst gehörig unter Druck. Zwar redet er nicht mehr davon, den Täter in vier Stunden, 37 Minuten und 48 Sekunden zu finden wie vor zwei Jahren beim Mord an einer Nachtclubsängerin. Doch spielt die Zeit auch diesmal eine gewichtige Rolle für Kreutzer - zwanghaft blickt er immer wieder auf die Uhr. Er hat es halt nicht leicht mit sich, und das Drehbuch erlaubt ihm diesmal, mehr von seiner Verletzbarkeit zu zeigen. So findet Kreutzer in der Ärztin Morée (Christina Hecke) eine Kontrahentin auf Augenhöhe - und dient ferner der Wahrheitsfindung auch schon mal im Adamskostüm.

Gleichgeblieben gegenüber dem ersten Fall ist die geradezu antike Einheit von Ort, Zeit und Handlung. Spielte sich damals alles in einem Hotel ab, so wird jetzt ein altes, aufgegebenes Hospital zum eindrucksvollen Schauplatz. Direkt am Berliner Wannsee gelegen, ist es ein komplett ausgestatteter, so idyllischer wie gespenstischer Ort, an dem häufig gedreht wird ("Doctor's Diary", RTL). "Ein Schatz, den man nur heben muss", schwärmte Herbst. "Es war für mich - eigentlich lebe ich ja in Köln - wunderschön, am Wannsee entlang zur Arbeit zu gehen. Auch dabei hatte ich Unmengen an Spaß."

von Ulrike Cordes, DPA DPA

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