VG-Wort Pixel

Das Fernsehgericht: "München Mord" Trio Phänomenal


"München Mord" ist eine der unterhaltsamsten Krimi-Serien, die das deutsche Fernsehen derzeit zu bieten hat. Am Samstagabend muss das Ermittler-Trio den Mörder einer jungen Frau finden.
Von Kester Schlenz

Es ist ja gar nicht so leicht, im Krimi-Genre noch irgend etwas Neues zu erfinden. Mit der Reihe "München Mord" ist das dem ZDF zweifelsfrei gelungen. Die Mischung aus Spannung und skurrilem Humor stimmt auch im zweiten Fall der drei ungleichen Ermittler. Als da wären die etwas linkische, aber tapfere Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen), der notorische Schürzenjäger Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier) und ihr ziemlich durchgeknallter, aber genialer Chef Ludwig Schaller (Alexander Held). Ursprünglich als Looser-Truppe abgestempelt und in den Keller des Polizeipräsidiums verbannt, entpuppt sich das Sonderlings-Trio als Top-Team, das mit Hartnäckigkeit, Chuzpe und unkonventionellen Methoden die verzwicktesten Fälle löst. In ihrem zweien Abenteuer "Die Hölle bin ich" suchen die drei den Mörder einer jungen Frau. Und nicht nur sie. Auch der Bruder des Opfers, ein todkranker Gewalttäter (Maximilian Brückner), der gerade aus dem Knast entlassen wurde, ermittelt auf brachiale Weise, indem er Zeugen und vermeintliche Verdächtige kurzerhand zusammenschlägt, foltert und sogar tötet, um an Informationen zu kommen. Das Ermittler-Team kämpft also an zwei Fronten: Sie müssen einen Mörder finden und gleichzeitig den Amoklauf eines Killers stoppen.

Mehr als stereotype Krimi-Abziehbilder

Der Regisseur Michael Gutmann hat das hervorragende Drehbuch von Eva Wehrum und Alexander Adolph erneut grandios in Szene gesetzt. Seine drei Hauptdarsteller sind allerdings auch ein Geschenk. Es macht einfach Spaß, ihnen bei der Arbeit zuzusehen. Die Chemie zwischen den Dreien stimmt, und die Regie lässt allen genug Raum, aus ihren Figuren mehr zu machen als stereotype Krimi-Abziehbilder. Der große Alexander Held darf einmal mehr zeigen, was er kann, und auch mal den Guten geben. Marcus Mittermeier überzeugt durch sensible Zwischentöne. Und die grandios Bernadette Heerwagen haut einen mit ihrem souveränen, präzisen Spiel wieder einmal vom Hocker. Von dieser Frau wollen wir mehr sehen.

Im Namen des TV-Volkes ergeht folgendes Urteil: Unbedingt anschauen!

"München Mord" läuft am 29. November um 20.15 Uhr im ZDF


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker