VG-Wort Pixel

"Neo Magazin" Böhmermann veralbert Voicemail-Anrufer


"Aus Versehen" twitterte Jan Böhmermann kürzlich seine Handynummer. Im "Neo Magazin" zeigte er ein Video, in dem er einige Voicemail-Anrufer imitiert. So geht modernes, medienbewusstes Fernsehen.

In Sachen Selbstironie, Technikkompetenz und Humor ist Jan Böhmermann in Deutschland derzeit ein Unikat. Niemand sonst fegt mit solch atemberaubenden Tempo durch die Medienlandschaft wie der 33-Jährige. Er legte bereits Stefan Raab aufs Kreuz, brach einen lustigen Streit mit Joko & Klaas vom Zaun, darf ungestraft seinen Heimatsender ZDF durch den Kakao ziehen und hat auch sonst vor nichts und niemand Respekt. Sich selbst eingeschlossen.

Seine jüngste Aktion sorgte wieder einmal für Furore. Vor einigen Wochen hatte er seine Handynummer auf Twitter verbreitet. Einige Beobachter vermuteten, es handele sich dabei um eine peinliche Panne, gar ein Desaster. Doch so ein Lapsus wäre einem Jan Böhmermann nie passiert. Das Moderator des "Neo Magazins" machte dies in voller Absicht. Hinter der Aktion steckte eine Idee: Mal schaun, was die Menschen auf sein Handy sprechen - und das Ganze dann für seine Sendung ausschlachten. 1305 Anrufe sollen eingegangen sein.

Gestern war es so weit: Böhmermann präsentierte eine Art "Best of" der Anrufe. Wobei: Man kann sich bei diesem Entertainer nie sicher sein, auf welcher Realitätsebene er sich gerade befindet. Sind die Anrufer echt - oder hat er sie auch gefaked? Schon das weiß man als Zuschauer nicht. Und dann geht er noch einen Schritt weiter: Er verkleidete sich und imitierte die Anrufer, bei jedem so, wie man sich die Person hinter der Stimme vielleicht vorstellen mag. Aber sehen Sie selbst:

Beim Publikum kommt Böhmermann mit solchen Aktionen gut an. Die gestrige Ausgabe des "Neo Magazin" konnte weiter zulegen. 190.000 schalteten zur späteren Stunde ab 22.25 Uhr den Spartenkanal ZDFneo ein - das sind 20.000 mehr als in der Vorwoche. Das entspricht einem Marktanteil von 0,8 Prozent im Gesamtpublikum. Unter den jüngeren Zuschauern lag der Anteil nur bei 0,7 Prozent. Was sich möglicherweise dadurch erklären lässt, dass die Sendung schon zwei Stunden früher im Internet abrufbar ist. Ein Angebot, das vermutlich vor allem jüngere Zuschauer nutzen.

che

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker