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"Popstars"-Finale: Antonella macht den Beeren-Salat komplett

Nach drei Stunden singen und tanzen war die Entscheidung gefallen: Das vierte Mitglied der neuen "Popstars"-Band Queensberry heißt Antonella. Eine Überraschung war diese Wahl, die die Zuschauer per Televoting und CD-Kauf trafen, nicht.

Von Julia Windhövel

Die riesige Halle im holländischen Hilversum ist bis auf den letzten Platz besetzt. Um die Bühne, die, wie alles an diesem Abend, komplett in den Queensberry-Farben Rosa, Pink und Lila gehalten ist, drängen sich die Fans. "An-tonella, An-tonella" tönt es durch die Halle. Ab und zu ist ein spitz gekreischtes "Anto, du schaffst es" zu hören. Und das schon Minuten bevor das Finale beginnt.

Als Oli Petszokat und Charlotte Engelhardt die Bühne betreten, ist die Stimmung auf dem Siedepunkt angelangt. Dem Moderatoren-Duo gelingt es trotz Mikro kaum, ihre Stimmen über die grölende Menge zu erheben. Was dann folgt, ist nichts Neues: Von Rückblicken in die letzten sechs Monate "Popstars" bis hin zu den schönsten und tragischsten Momenten und dem größten Zickenalarm wird alles noch mal durchgekaut. Um keinen Kommentar verlegen ist die dreiköpfige Jury. Choreograph Detlef Soost, Loona und Deutschrapper Sido werden nicht müde, ihre drei noch übrigen Schützlinge zu loben und die Zuschauer zum Anrufen aufzufordern, was wiederum auf das Publikum eine einschläfernde Wirkung hat. Einzig das nicht enden wollende Kreischen der Fans bewahrt die Fernsehzuschauer vorm Einnicken.

Keine Überraschungen

Spannender wird es erst wieder, als das Ergebnis der CD-Verkäufe präsentiert wird. Bereits seit vergangenem Freitag stand das Queensberry-Album in drei Ausführungen in den Läden: Antonella, KayKay und Patricia nahmen mit den bereits feststehenden Bandmitgliedern je ein eigenes Album auf. Jede verkaufte CD brachte somit einem der Mädchen eine Stimme ein. Das Album mit Antonella schoss binnen kürzester Zeit in die Top 20 der meistverkauften CDs, während ihre Konkurrentinnen KayKay und Patricia weit abgeschlagen in den Top 100 herumdümpelten. Und so ist es keine Überraschung, dass Antonella als Siegerin dieses ersten Votings hervorgeht. Als KayKay dann beim anschließenden Vorsingen die Töne versemmelt, muss sie als erste das Feld räumen. Weinend verfolgt sie am Zuschauerrand den Ausgang der Show.

Doch so ein Popstars-Finale zieht sich. "Popstars"-Papa Detlef Soost nervte mit einer peinlichen Tanzeinlage, und Deutschrapper Sido reimte und schleimte sich im Duett mit einer Blondine in die Herzen seiner Fans. Zumindest denen in der Halle schien der Auftritt des Möchtegern-Machos zu gefallen. Ihr tosender Applaus geht jedoch im "An-tonella, An-tonella"-Fangesang unter. Um 23.08 Uhr werden die zwei Mädchen, ihre mitfiebernden Familien und Fans und vor allem der Zuschauer endlich erlöst. Obwohl Patricia und Antonella zuvor mit zitternder Stimme betonten, dass sie auch als Verliererin "morgen früh wieder aufstehen" würden, sieht man ihnen an, dass ihnen ein Sieg alles bedeutet.

Mit großem Tam Tam gibt dann Detlef Soost das Ergebnis des Telefonvotings bekannt. Die müden Augen des Zuschauers können vor lauter Goldflitter-Regen kaum noch etwas erkennen. Patricia ist verschwunden. Antonella liegt ihrer Mutter und ihrer Schwester in den Armen und schluchzt. Die noch immer nicht heiseren Fans schreien weiter ihre "An-tonella"-Salven. Und das sollten sie auch in Zukunft besser tun: Die Sieger-Band der letzten Staffel, Room 2012, sind längst in der Versenkung verschwunden. Doch ProSieben hat bereits vorgesorgt: Im Februar geht Queensberry mit den Pussycat Dolls auf Tour. Retortenband hilft Retortenband - wenn das mal gut geht.

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