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RTL-Sendung "Team Wallraff" Tierquälerei statt Familienspaß in deutschen Freizeitparks


Miese Bezahlung und viel Arbeit für die Mitarbeiter, unwürdige Zustände bei der Tierhaltung: Die RTL-Sendung "Team Wallraff" hat in mehreren Freizeitparks recherchiert. Die TV-Reportage sorgt für Unmut in den sozialen Medien.

Ein Jahr lang hat "Team Wallraff" undercover in deutschen Freizeitparks recherchiert. Das Ergebnis: Während die Besucher ihren Spaß haben sollen, ist das Dasein für Mitarbeiter und Tiere der Parks bitterer Ernst. Das zeigte die einstündige Reportage, die RTL am Montagabend ausstrahlte.

So erlebte Reporterin Caro Lobig als Mitarbeiterin des Phantasialandes bei Köln etwa, wie stressig und schlecht bezahlt ein Job ist, bei dem man auch Verantwortung für Menschenleben hat. An der Tretbootanlage des Freizeitparks waren laut "Team Wallraff" nicht einmal Toilettenpausen möglich, weil für die kurze Pause eigentlich eine Ablösung kommen müsste. Doch im Verwaltungsgebäude bekam die Reporterin den Tipp, "die Beine zusammenzukneifen", sollte sie auf Toilette müssen. Oft deckten die Mitarbeiter des Parks sich deswegen gegenseitig und gingen laut "Team Wallraff" dann heimlich auf Toilette.

Schlechte Tierhaltung in Safari-Parks

In zwei anderen Parks stieß dem "Team Wallraff" vor allem die Tierhaltung übel auf. Im Safaripark Stukenbrock in Ostwestfalen konnten die Tiere sich laut der Recherchen im Freigehege nicht frei bewegen. Wenn sie den Platz verließen, an dem die Parkbesucher sie besonders gut betrachten konnten, trieben Mitarbeiter sie mit Autos und Peitschen wieder zurück in den Teil des Parks, der für sie vorgesehen war. Für ihre 6-Tage-Woche erhielten die Angestellten des Parks gerade einmal 1100 Euro brutto pro Monat. Sie lebten auch auf dem Parkgelände in sehr kleinen Zimmern, für die sie am Ende auch noch 150 Euro pro Monat von ihrem durch den Mindestlohn gestiegenen Lohn abgeben mussten.

Auch im Tierpark Bad Pyrmont war die Tierhaltung alles andere als artgerecht. Besonders das Schimpansen-Gehege war zu klein und völlig verdreckt. Einer der Schimpansen war zum Zeitpunkt der Recherchen schon seit Monaten verstorben. Das zweite Tier lebte einsam im Gehege. Laut einer von "Team Wallraff" befragten Tierschützerin eine Katastrophe für äußerst soziale Tiere wie Schimpansen.

Schlampige Sicherheitseinweisungen

Die Sicherheitseinweisungen für neue Mitarbeiter wurden wohl längst nicht so ernst genommen, wie man sich das als Besucher eines Freizeitparks wünschen würde. In den sozialen Medien schlugen die Recherchen von Günther Wallraff und seinem Team schon während der Ausstrahlung bei RTL hohe Wellen.

Allerdings richtete sich die Kritik der Twitterer nicht nur gegen die Freizeitparks. Auch "Team Wallraff“ musste einiges einstecken. Denn viele Nutzer waren über die Recherche-Ergebnisse nicht wirklich überrascht.

tkr

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