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Netflix-Serie mit Luke Mockridge Darum ist "ÜberWeihnachten" die Serie der Stunde

"ÜberWeihnachten" auf Netflix
Luke Mockridge steht im Mittelpunkt der Netflix-Serie "ÜberWeihnachten".
© Netflix / Frank Dicks
Es ist die aktuell meistgestreamte Serie bei Netflix: "ÜberWeihnachten" mit Luke Mockridge zeigt einen typischen Heiligabend, wie ihn Millionen Deutsche kennen. Für den Erfolg gibt es Gründe.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis dieses Buch verfilmt würde: 2017 veröffentlichte der Comedy-Autor Christian "Pokerbeats" Huber den Bestseller "7 Kilo in 3 Tagen", der auf amüsante Weise davon erzählt, wie Millionen jüngere Menschen jedes Jahr Weihnachten feiern: Sie reisen über die Festtage nach Hause zur Familie und durchleben dort die immer gleichen Rituale. 

Netflix hat das Buch mit Luke Mockridge in der Hauptrolle zu einer dreiteiligen Serie verarbeitet, die seit vergangenem Wochenende auf dem Streamingportal abrufbar ist. Die Geschichte weicht vom Buch in vielen Punkten ab und ist im Ton deutlich alberner geraten als die Vorlage. Was nichts daran ändert, dass die Serie beim Publikum auf großen Zuspruch stieß. In Deutschland ist "ÜberWeihnachten" der aktuell meistgesehene Inhalt. Dafür gibt es Gründe.

Millionen Deutsche dürften sich in den vielen Klischees wiedererkennen, die hier aufgereiht werden. Die Serie zeigt fast alles, was das Weihnachtsfest in vielen Familien ausmacht. Vom Baumkauf auf den letzten Drücker, dem hektischen Kirchgang bis zur Tradition, Heiligabend mit Würstchen und Kartoffelsalat zu zelebrieren.

"ÜberWeihnachten": Fast jeder kennt solche Eltern

Klassisch auch das Verhalten der Eltern: Der von Rudolf Kowalski gespielte Vater ist ständig bedacht, die Fenster geschlossen zu halten, um keine Energie zu verschwenden. Während Johanna Gastdorf als Mutter permanent um das leibliche Wohl ihrer Familienmitglieder besorgt ist. Die Kinder schließlich müssen das Internet reparieren und spätabends nach der Bescherung trifft sich die Jugend zum Besäufnis in der Dorfkneipe. 

Ein Weihnachten also, wie es so - oder so ähnlich - jeder kennen dürfte. Und wie es in diesem Jahr wohl nicht stattfinden wird. Darin liegt der Hauptgrund für den Erfolg von "ÜberWeihnachten": Diese Serie erscheint ausgerechnet in dem Jahr, wo das Fest aufgrund der Corona-Pandemie gefährdet ist und in den meisten Familien wohl anders ablaufen wird als gewöhnlich. Da kommt ein Netflix-Dreiteiler, der das allen vertraute Weihnachten zeigt, gerade richtig.

Auch im Ausland kommt die Geschichte gut an - sie wird dort vielfach als typisch deutsch wahrgenommen, wie die Reaktionen vieler Twitter-User zeigen. Ein Niederländer vergleicht die Serie mit dem Klassiker "Tatsächlich... Liebe" und findet, man könne Deutschland darin gut wiedererkennen. Zur Attraktivität trägt auch der Drehort bei: Netflix hat die Geschichte von der Oberpfalz nach Monschau in der Eifel verlegt - eine pittoreske Fachwerkstadt mit engen Gässchen, Kopfstein gepflasterten Straßen und gemütlichen Kneipen.

Netflix verlegt die Geschichte nach Monschau

Die Stadt erinnere ihn an Arendelle, schreibt ein amerikanischer Zuschauer begeistert - das Königreich, in dem die Abenteuer der "Eiskönigin" stattfinden. Ein Landsmann rät sogar, die Serie in deutscher Originalsprache mit Untertiteln zu gucken - was Amerikaner gewöhnlich fast nie tun.

Den Deutschen liefert "ÜberWeihnachten" den Traum des idealen Weihnachtsfests, Ausländern vermittelt sie ein Bild davon, wie sie sich das typische Deutschland vorstellen. Zwei gute Gründe für den Erfolg der Serie.

Und dann ist da noch die eine Figur, auf die sich alle einigen können: Carmen-Maja Antoni begeistert als motzig-herzliche Oma Hilde, die immer ehrlich ist und die Heuchelei an Heiligabend nicht mitmacht. Damit holt sie alle die Zuschauer ab, die mit dem christlichen Fest wenig anfangen können und sorgt dafür, dass "ÜberWeihnachten" auch für Weihnachtsmuffel geeignet ist.


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