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TV-Kritik

ARD-Doku "Schlagerland": "Verkappte Marschmusik" - die Erfolgsformel von Helene Fischer und Co.

Helene Fischer füllt das Olympiastadion. Auch Altmeister Jürgen Drews ist gut gebucht: Der deutsche Schlager boomt. Die ARD-Doku "Schlagerland" versucht, hinter das Erfolgsrezept zu kommen.

Helene Fischer "Schlagerland"

Helene Fischer am 4. Juli 2015 bei ihrem Auftritt im Berliner Olympiastadion.

Im Sonnenstudio getönte Haut, blonde Strähnchen und T-Shirts mit lustigen Sprüchen: So sehen sie aus, die Schlagerfans aus dem Ruhrpott. Einmal in der Woche treffen sie sich, um die Sorgen des Alltags zu vergessen und zu Schlager bis in die Morgengrauen zu tanzen. Disco-Fox-Gestampfe, Mitgegröle, stumpfer Frohsinn. Einfach grauenhaft.

Das ist das Klischee, das Arne Birkenstock in seiner TV-Dokumentation "Schlagerland" zeigt. Der Filmemacher besuchte eine Gruppe von Schlagerfans, die wie aus der Zeit gefallen schienen. Sie wollten so gar nicht zum neuen Image einer Musikindustrie passen, die Helene Fischer und Co. gerne als hip und angesagt verkaufen möchte. Gibt es die modernen, jungen, hedonistischen Schlagerfans aus der Großstadt also gar nicht? 

Ausgerechnet Jürgen Drews soll das Gegenteil beweisen, ausgerechnet mit "Anita". "Ein 71 Jahre alter Musiker spielt ein 40 Jahre altes Lied", erläutert ein Kommentator den Auftritt Drews auf der Berliner Waldbühne. "22.000 Menschen jedweden Alters feiern dazu." Die Kamera schwenkt in die Reihen. Und siehe da: Hier sind sie, die Fans, die ebenso gut zu Justin Timberlake oder Andreas Bourani passen würden. Ganz so einfach in Schubladen zu stecken sind Schlagerfuzzis eben doch nicht. 

In "Schlagerland" kommen Granden wie Roland Kaiser zu Wort

Um der Faszination Schlager näher zu kommen, hat Filmemacher Birkenstock viele Granden vor die Kamera geholt - schon alleine deshalb ist die Doku sehenswert: Ralph Siegel kommt ebenso zu Wort wie Roland Kaiser, Costa Cordalis, Kristina Bach oder Gitte Haenning. Was macht einen guten Schlager zum Hit und was fasziniert so viele Menschen am Phänomen Schlager? Das Erstaunliche: Sie alle scheinen gleichermaßen ratlos zu sein. 

Beatrice Egli

Planbar sei ein Hit wie "Atemlos" nicht, erklärt Kaiser. "Viel Fleiß, viel Talent, viel Glück - es gibt kein Rezept." Der Song müsse auch in Diskotheken gespielt werden können, ist Platten-Chef Jörg Hellwig überzeugt. Und Erfolgsautorin Kristina Bach ("Atemlos") sagt: "Der deutsche moderne Schlager ist technoid. Und Techno ist verkappte Marschmusik. Das liebt der Deutsche." Rumtata und Umpf-umpf als Erfolgsformel. Erstaunlich.

"Der Beruf der Schlagersängerin wird aussterben", prophezeit Michael Jürgens, einer der erfolgreichsten TV-Produzenten Deutschlands. Bitte? Eben haben wir Helene Fischer im Berliner Olympiastadion vor 62.000 Zuschauern gesehen. Zwei Mal ausverkauft! Und da will er uns weiß machen, dass die Fischers dieser Welt bald aussterben würde? Wie kann das sein?

Den Erfolg von Helene Fischer schaffen nur wenige

"In Schlagerland Deutschland sieht es ganz düster aus. Nur fünf Prozent der Künstler können davon leben", erklärt Ralph Siegel. Und Florian Silbereisen erläutert: "Der Schlager heute ist eben nicht mehr der Schlager von 1970. Wir müssen uns mit Events wie Musicals oder Sportveranstaltungen messen lassen." Auch dort werde eine große Show geboten.

Der Film begleitet die junge Sängerin Franziska Wiese, die in einem Jobcenter Hartz-IV-Anträge bearbeitet hat und nun Schlagersängerin werden will. Eine Managerin hat sie bereits, auch ein Plattenlabel. Doch mit der Karriere will es trotzdem nicht recht klappen. Was ihr fehlt ist der große Fernsehauftritt, um zum Durchbruch zu kommen.

"Schlager wird nicht mehr übers Radio verkauft, Schlager wird übers Fernsehen verkauft", weiß Produzent Jürgens. Deshalb verordnet er Wiese einen neuen Look. Statt Locken und Lippenstift soll sie barfuß und mit offenem Haar auftreten. Verordnete Natürlichkeit - damit eben nicht nur die Schlagerfans von der Sonnenbank mitfeiern.

In einer Welt von Netflix und Internet verhilft das Fernsehen dem Schlager zur neuen Blüte. Noch geht das gut. Mal sehen, wie lange noch.

"Schlagerland", Mittwochabend, 23.00 Uhr, ARD

Helene-Fischer-Konzert abgebrochen: Einmal atemlos bei 38 Grad, einmal klatschnass
Helene Fischer bei ihrem ersten Konzert im Olympiastadion in Berlin

Zum ersten Mal trat sie am Samstagabend im Berliner Olympiastadion auf: Helene Fischer. Die Sängerin trotzte der schweißtreibenden Hitze von 38 Grad - auch dank ihrer sommerlichen Garderobe.


Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.