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"Wetten, dass ..?"-Moderation: Alle wollen Hape

Jörg Pilawa soll der Favorit des Senders sein. Geht es nach dem Willen des Volkes, kann es für die Nachfolge von Thomas Gottschalk bei "Wetten, dass ..?" aber nur einen geben: Hape Kerkeling.

Von Carsten Heidböhmer

Mit Thomas Gottschalks Ankündigung, im Sommer die Moderation von "Wetten, dass ..?" abgeben zu wollen, ist die Diskussion um die Nachfolge voll entbrannt. Zahlreiche Namen kursieren. Und glaubt man den Gerüchten, hat Jörg Pilawa mit Abstand die besten Chancen, Europas erfolgreichste Samstagabendshow zu übernehmen. Das ZDF will zu dem Nachfolger von Gottschalk keine Stellung nehmen.

Doch wäre das auch die beste Lösung? Die stern.de-Leser haben eine klare Meinung, wen sie sich an Gottschalks Stelle wünschen. Mit überwältigender Mehrheit sprachen sie sich bei einer Abstimmung für Hape Kerkeling aus. Von mehr als 5000 Teilnehmern votierten 50 Prozent für den Komiker. Pilawa scheint dagegen beim Publikum nicht sonderlich gut anzukommen: Nur zehn Prozent wünschen sich ihn als neuen Moderator der ZDF-Show. Den zweiten Platz in der Wertung muss sich der 45-Jährige mit Stefan Raab teilen, der ebenfalls zehn Prozent der Stimmen erhielt.

Eine vergleichbare Abstimmung beim "Hamburger Abendblatt" fiel für Pilawa noch ungünstiger aus: Zwar konnte er mit 13 Prozent ein leicht besseres Ergebnis einfahren, allerdings rangiert er hier nur auf Platz 4 - hinter Kerkeling, Stefan Raab und Günther Jauch. Und bei Bild.de brachte es Pilawa gar nur auf neun Prozent, Kerkeling aber auf eine Zweitdrittelmehrheit. Auf Anfrage wollte der Entertainer keine Stellungnahme zu den Sympathiewerten und seinen eigenen Plänen bezüglich der "Wetten, dass..?"-Moderation abgeben.

Kerkeling glänzt auch als Entertainer

In der Tat funktioniert Kerkelings Humor auch auf der ganz großen Bühne. Zuletzt zeigte er bei der Verleihung der "Goldenen Kamera", dass er nicht nur als Komiker, sondern auch als Entertainer glänzen kann. Und das Wichtigste belegen die Umfragen: Kerkeling ist beim breiten Publikum beliebt wie kein Zweiter aus der Branche.

Und nicht nur dort. So berichten Fachdienste wie Meedia.de, dass Kerkeling der Wunsch-Nachfolger des ZDF für Thomas Gottschalk sei. Die Mainzer sollen auch in der Vergangenheit schon oft versucht haben, Kerkeling stärker an den Sender zu binden - aber der Komiker wollte nie.

Ein anderer wollte dafür offenbar umso mehr: Die "Bild am Sonntag" berichtet, Pilawa habe sich bei seinem Wechsel von der ARD zum ZDF verbindlich zusichern lassen, erster Ansprechpartner bei der Suche nach einem Gottschalk-Nachfolger zu sein. Diese Abmachung sei mündlich mit dem derzeitigen ZDF-Programmdirektor und möglichen neuen Intendanten Thomas Bellut getroffen worden. Erst wenn Pilawa das Angebot ablehne, könne sich der Sender nach Alternativen umsehen.

Frank Elstner, der Erfinder der Show, möchte sich in die Diskussion nicht einmischen. "Ich habe die Sendung seit 25 Jahren nicht mehr gemacht und wäre deshalb der falsche Ratgeber, der seinen Senf dazugeben sollte", teilte er in einer Stellungnahme mit. Derzeit erholt sich der 68-Jährige von einer Operation. Ausgerechnet an dem Samstag, da Gottschalk den Abschied von "Wetten, dass ..?" verkündete, war Elstner in seiner SWR-Talksendung "Menschen der Woche" gestürzt und hatte sich die Hand gebrochen.

Es sieht für die Zuschauer also ganz so aus, als müssten sie darauf hoffen, dass Pilawa von seinem Vorzugsrecht keinen Gebrauch macht. Dann wäre der Weg frei für den Favoriten des Volkes. Wahrscheinlich ist dieses Szenario jedoch nicht: Pilawa gilt in der Branche als extrem ehrgeizig - und wird sich die Chance auf die beliebte Samstagabendshow wohl nicht nehmen lassen.