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"Wetten, dass..?"-Drama Sein Traum wurde Samuel zum Verhängnis

Samuel Koch wollte Stuntman werden. Bei "Wetten, dass..?" wurde dem 23-Jährigen nun eine waghalsige Wette zum Verhängnis - und offenbar hatten er und sein Vater eine böse Vorahnung.

Seine Leidenschaft gilt dem Sport von Kindesbeinen an. Mit sechs Jahren, so berichtet es die "Badische Zeitung", hat Samuel Koch bereits mit dem Geräteturnen begonnen. Als junger Erwachsener nimmt er für den Markgräfler Hochrhein Turngau (MHTG) regelmäßig an Geräte-Kunstturn-Wettkämpfen in der Regionalliga teil. In der kommenden Woche hätte Koch der Turnerriege helfen sollen, in die 2. Liga aufzusteigen.

Doch da wird der 23-jährige Blondschopf fehlen. Derzeit scheint es sogar fraglich, ob Samuel Koch überhaupt wieder turnen kann. Denn nach seinem schweren Sturz bei "Wetten, dass..?" liegt er im Düsseldorfer Uniklinikum im künstlichen Koma. Die Ärzte mussten ihn notoperieren, weil er sich komplexe Verletzungen der Halswirbelsäule zugezogen hatte, auch das Rückenmark ist beschädigt. Wie die Heilungschancen sind, und ob Schäden wie Lähmungen bleiben, weiß derzeit niemand.

Körperlich topfit

Ausgerechnet mit Sprungstelzen, die ihm laut "Badischer Zeitung" seine Eltern geschenkt hatten, war Samuel verunglückt. War die Wette zu schwer? Einem SWR-Reporter sagte der 23-Jährige bereits am Mittwoch vor der Fahrt nach Düsseldorf, die Wette erfordere seine ganze Erfahrung als Kunst- und Sportturner. Und offenbar hatte er höllischen Respekt vor dem Stunt, wie er der "Badischen Zeitung" anvertraute: "Ich bin aber doch noch skeptisch. Bei den Proben am Donnerstag bin ich zweimal gestürzt."

Auch sein Vater Christoph Koch, der zum Unterstützer-Team des Wettkandidaten gehörte und ausgerechnet den Wagen fuhr, mit dem Samuel kollidierte, hatte vor der Sendung eingeräumt, dass die Wette nicht einfach sei. "Ich bin fürchterlich aufgeregt", bekannte er.

Samuel, der Student an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover ist, habe Stuntman werden wollen, erzählt Wolfgang Fürstenberger, Bürgermeister von Efringen-Kirchen. "Der war körperlich topfit." Doch das schütze ihn offenkundig nicht.

Und so herrschte am Tag nach dem Unfall besonders in Efringen-Kirchen Bestürzung. "Man merkt die Betroffenheit am Ort, es tut jedem leid", sagt die 55 Jahre alte Eugenie Schöpflin. Auch Gerhard Palmert ist bestürzt. Er kennt die Familie Koch, seine Söhne gehen in die gleiche Schule, die auch Samuel besuchte. "Ein Talent in vielen Sachen. Er ist ein Super-Turner und überhaupt ein netter Mensch. Ich hoffe, dass es ihm bald wieder gut geht", sagt Palmert.

Nach Angaben des Bürgermeisters ist die Familie gut in die Gemeinschaft des Ortes eingebunden. Vor allem in der Kirche und der Schule seien die Eltern sehr engagiert. "Es sind aktive Eltern, die sich um das Wohl ihrer Kinder kümmern", sagte Fürstenberger. "Wir wünschen Samuel, dass er den Unfall so übersteht, dass er sein Berufsziel erreichen kann und dass keine Folgeschäden zurückbleiben."

joe/DPA/DAPD DPA

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