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"Wetten, dass..?" im ZDF: Gottschalk geht mit Traumquote

Knapp 15 Millionen Zuschauer - Bei seinem letzten Auftritt mobilisierte Thomas Gottschalk so viel Publikum wie in den neunziger Jahren.

Was für ein triumphaler Abgang: 14,73 Millionen Zuschauer schalteten am Samstagabend das ZDF ein, um Thomas Gottschalks Abschied von Deutschlands größter Show mitzuerleben. Zuletzt hatte der Zampano mit der blonden Lockenpracht durchschnittlich weniger als zehn Millionen pro Folge erreicht. Der schwere Unfall des Wettkandidaten Samuel Koch am 4. Dezember 2010 hatte Gottschalk zum Rückzug bewogen.

Die Spekulationen über die Fortsetzung der Sendung werden in der nahen Zukunft nun wieder zunehmen, wenn die rauschende Abschiedsgala in Vergessenheit geraten ist. Noch in der Nacht hieß es während der After-Show-Party aus ZDF-Kreisen, "Wetten, dass..?" könne möglicherweise schon im März fortgesetzt werden, mit ein oder zwei regulären Ausgaben, noch bevor die Show-Karawane zum üblichen Sommerspektakel nach Palma de Mallorca eincheckt. Steht der Nachfolger also schon fest?

Programmdirektor Thomas Bellut hatte noch vor wenigen Tagen angekündigt, in diesem Jahr keine Personalentscheidung mehr zu veröffentlichen. Also überschlugen sich vor der letzten Ausgabe aus Mangel an Nachrichten die Gerüchte. Als heißester Kandidat reifte in der vergangenen Woche Johannes B. Kerner heran, der vor zweieinhalb Jahren vom ZDF zu Sat.1 wechselte. Er hätte nun gute Gründe, das zerschnittene Tischtuch zu vergessen. Denn im Paketmodell könnte der 46-Jährige "Wetten, dass..?" übernehmen und die Champions-League-Berichterstattung, die von Sat.1 zum ZDF übergeht.

Reihenweise Absagen

Die anderen öffentlich gehandelten Kandidaten hatten zuvor reihenweise abgelehnt, weil ihnen der Schuh Gottschalks einfach zu groß gewesen wäre. Jörg Pilawa etwa betonte immer wieder, das sei "kein Thema". Er brachte als besten Nachfolger Gottschalks Gottschalk selbst ins Spiel. Auch Markus Lanz, im ZDF immer spätabends mit seinem Talk auf Sendung, erklärte öffentlich seinen Verzicht. Hape Kerkeling, auf den das ZDF fest gesetzt hatte, löste bereits in der "Wetten, dass..?"-Ausgabe vom 5. November mit seiner Absage beim ZDF eine Schockstarre aus.

Und dann war da noch Günther Jauch (55), der am Samstag bei Gottschalk auf der Wettcouch saß. Gottschalk fragte seinen alten Kollegen, ob dieser nicht übernehmen wolle. Jauch schien zunächst verblüfft, sammelte sich dann und schlug seinem Kumpel vor, darüber doch "in aller Ruhe" in seinem RTL-Jahresrückblick "2011! Menschen, Bilder, Emotionen" am Sonntagabend, also 24 Stunden später, zu reden - zwei Männer, ein Humor. Denn wie soll Jauch, der sonntags sonst immer den ARD-Polittalk bestreitet, Deutschlands größte Unterhaltung am Samstag präsentieren und sich dann richtig auf den Talk vorbereiten?

Gottschalk selbst ist nun mit seinen Gedanken ganz woanders: Er fängt am 23. Januar mit seiner neuen ARD-Vorabendsendung "Gottschalk live" an, die vier Mal pro Woche ausgestrahlt wird. Ob das klappt? Nicht wenige sagen: Immer wenn Gottschalk nichts mehr mit "Wetten, dass..?" am Hut haben will, scheitern seine Ausflüge. Vielleicht wird Gottschalk dann doch wieder sein eigener Nachfolger, obwohl er immer wieder das Gegenteil beteuert.

be/DPA / DPA