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Abpfiff: Die Effenbergs sind zu gut für RTL

Wegen schlechter Quoten nimmt RTL die Promi-Doku-Soap "Effenbergs Heimspiel" ab sofort aus dem Abendprogramm. Dabei war das Privatleben der Effenbergs ein perfektes Konglomerat aus Deutschlands erfolgreichsten Doku- und Trash-Formaten. Warum Effe der bessere Peter Zwegat und Claudia die bessere Heidi Klum ist.

Von Katharina Miklis

Jetzt hat man's auch bei RTL gemerkt: Das Scheinprivatleben von Claudia und Stefan Effenberg interessiert niemanden. Der Sender zieht die Notbremse und zeigt Effe den Stinkefinger: Ab sofort nimmt er "Effenbergs Heimspiel" aus dem Vorabendprogramm. Die letzten Folgen der Celebrity-Doku um Stefan und Claudia Effenberg werden auf einem Sendeplatz ausgestrahlt, wo sie niemandem mehr wehtun können: Sonntagmittag um 13.25 Uhr. Die Folge am letzten Sonntag wollten nur noch 1,26 Millionen Zuschauer in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen sehen. Zu wenig. Dabei vereint "Effenbergs Heimspiel" doch alle erfolgreichen Doku- und Trash-Formate in einer Sendung. Eine Auswahl:

Claudia, die Super Nanny

Wer braucht schon TV-Pädagogin Katja Saalfrank. Wenn es um Erziehungsfragen geht, macht Claudia Effenberg keiner etwas vor. Was wir in der Promi-Doku-Soap nicht alles von ihr lernen konnten. Im Hause Effenberg wird Mutterliebe nämlich groß geschrieben. Liebevoll werden die Kids vor die Kamera gezerrt und Lucia, 9, und Thomas, 7, dürfen dabei zusehen, wie Mama und Stiefpapa Stefan vor laufenden Kameras über ihren leiblichen Vater herziehen. "Das ist zum Kotzen. Einschulung, Fußballtraining und so weiter - das geht ihm alles am A... vorbei", schimpft Stefan Effenberg. Darauf wird man als Kind doch gerne am nächsten Tag in der Schule angesprochen. Das hätte die Super Nanny nicht besser machen können: Konflikte werden öffentlich ausgetragen. Auf dem Rücken der Kinder. Sprachlich bewegt sich Claudia Effenberg entgegenkommend auf dem Niveau ihrer pubertären Kinder - "Die so voll so tschakatschaka". Und bei der Besichtigung einer Luxusvilla lässt Frau Effenberg dann auch schon mal tief blicken: "Ich würde sagen, Kinder ins Heim, und wir ziehen hier ein". Das war ein Scherz. Natürlich. Kinder verstehen das.

Das perfekte Effenberg-Dinner

Wer auf der Suche nach kulinarischen Highlights ist, muss sich nicht durch Doku-Soaps wie "Das perfekte Promi-Dinner" oder "Mein Restaurant" zappen, sondern schalten einfach nur "Effenbergs Heimspiel" ein. Die Effenbergs sind leidenschaftliche Köche. Frau Effenberg ließ keine Gelegenheit aus, um Stefans Kochkünste zu preisen. Sie selbst sei aber auch ein Leckermäulchen und brauche unbedingt im neuen Haus, das in der Soap gesucht wird, eine riesige Küche, um sich feinschmeckerisch zu verwirklichen. In Folge eins sah man die Hausfrau und Mutter zweier Kinder bei der Zubereitung des Leibgerichtes im Hause Effenberg. Für alle, die diesen kulinarischen Höhepunkt aus Folge eins verpasst haben, hat stern.de exklusiv noch mal das Rezept: "Curry King"-Fertig-Currywurst im Supermarkt kaufen, mit einer Gabel Löcher in die Verpackung pieksen, zwei Minuten in die Mikrowelle, Plastikfolie abziehen, fertig.

Schuldenberater Stefan Effenberg

Das könnte selbst RTL-Schuldenberater Peter Zwegat nicht besser machen: In Zeiten der Finanzkrise waren Stefan Effenbergs Finanztipps Gold wert. Im Hause Effenberg läuft das nämlich so: Für unfassbar hässliche Klamotten werden Unsummen von Geld ausgegeben, Claudia bekommt zu Weihnachten "Shopping for free" in L.A. geschenkt und wenn sie nervt, wird sie samt Kreditkarte aus dem Haus geschickt. Stefans Motto: "Man muss ja geben, wenn man nimmt". Zum Ausgleich wird bei anderen Dingen gespart: Beim Einkaufen im Supermarkt werden die Preise verglichen. Claudia ist begeistert von der Sparsamkeit ihres Mannes: "Stefan guckt immer ganz genau auf den Preis. Wenn wir in Deutschland in den Supermarkt gehen sagt er immer 'boah... die Milch ist aber teuer'..." So geht die Effenberg-Rechnung auf.

Effenbergs next Topmodel

Bruce Darnell und Heidi Klum waren gestern. Die wahren Mode- und Stylingexperten sind Claudia und Stefan Effenberg. Proll-Tattoos und blondierte Gel-Tollen - die Effenbergs versuchen sich stets als hip und trendy zu verkaufen. Außerdem verbindet sie die Vorliebe für das Modelabel "Ed Hardy", das Arschgeweih der Modeindustrie. Als Testimonials der Geschmacklosigkeit zwängt sich vor allem Stefan immer wieder in die Pseudorockerleibchen mit abgrundtief hässlichen Tattooprints und Glitzersteinchen. Da wird Claudia schon mal kritisch wie Heidi Klum: "Also der Stefan, der mag das ja. Je mehr Glitzer, desto toller. Sieht ja auch gut aus, der Stefan. Aber so mit Glitzer und so, das mögen ja eigentlich nur Schwule, oder?"

Einsatz in vier Wänden

Kein Mensch braucht Tine Wittler. Claudia Effenbergs Kompetenz in Sachen Inneneinrichtung und Architektur ist unschlagbar ("Wir brauchen ein neues Haus, die Spülmaschine funktioniert nicht mehr!"). Bei der Wohnungssuche der beiden Proll-Blondies wird man oft mit ihrem kuriosen Geschmack konfrontiert: eine Spüle mit Spritzschutz aus Kroko-Leder - ganz nach Stefans Gusto. Für Understatement haben die Effenbergs nichts übrig. Die Ex-Spielerfrau: "Manche Leute wohnen in so 'nem Hochhaus und fühlen sich auch noch pudelwohl. Die haben echt keinen Geschmack. Ich könnte so ja nie wohnen. Wenn schon Hochhaus, dann im Grünen."

Effe sucht Frau

...und hat sie scheinbar gefunden. Nach diversen Trennungen und Seitensprüngen scheinen sich Claudia und Stefan - allen hübschen Nachbarinnen zum Trotz - endlich gefunden zu haben. Die Romantik, die stets zwischen dem C-Promi-Pärchen aufkommt, lässt sich nicht mal durch die ländliche Bauernidylle von "Bauer sucht Frau" toppen und wird eine tiefe Lücke auf dem Sendeplatz um 19.05 Uhr hinterlassen. Claudia: "Eine Frage, wie doll liebst du mich?" Stefan: "Sehr". Claudia: "Ist das ehrlich?" Stefan (genervt): "Ja, klar ist das ehrlich. Ich hau' dich gleich..."