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TV-Kritik

Die "Bachelorette" auf RTL: Gerda vergibt endlich die letzte Rose – und muss am Ende die ganze Bagage wiedertreffen

Zum letzten Mal greift die blonde Kölnerin Gerda in den Topf mit den Schnittblumen – aber in der Finalfolge der "Bachelorette" dreht sich alles eigentlich nur noch um einen Kandidaten. Wie der wohl mit ihrer Mutter harmoniert und was die übrigen Kandidaten am Ende wohl vom Gewinnerpaar halten?

Das Finale der "Bachelorette" enttäuscht die Zuschauer: keine Spannung, kein Drama.

Es ist soweit. Letzte Folge. Finale. Ende, Aus, Ente gut, alles gut. Vielleicht. Heute sucht die Bachelorette sich den Mann aus, der in den vergangenen Wochen in Griechenland, im heimischen Vorgarten und auf den Seychellen ihr Herz erobern konnte. Aber wer wird es wohl sein? Keno natürlich (wir schreiben das, bevor wir die Entscheidung der blonden Gerda gesehen haben, möchten wir anmerken! Wenn es doch einer der anderen Knaben wird, haben wir uns ganz arg in der Kölnerin getäuscht.) 

Wir steigen zum Cliffhanger in die finale Folge ein 

Wir machen da weiter, wo RTL uns in der vergangenen Woche fies hängen ließ: Die finale Rosenvergabe, bei der Tim plötzlich zögerte und die Bachelorette zum Vier-Augen-Gespräch bat. Will er die letzte Blume etwa ablehnen?! "Wenn er das tun würde, dann hätte ich mich sehr in ihm getäuscht", zürnt Gerda. "Weil ich alles infrage stellen würde, was ich je mit ihm hatte." Also nichts. 

Tim sagt dann die Worte, die sofort für klare Verhältnisse sorgen: "Ich schätze dich wirklich sehr." Oh oh. Da kann gerda aber direkt mal einpacken. So beginnen keine Gespräche, die mit einem Liebesgeständnis enden, das wissen wir doch alle. So richtig leid tut Gerda uns nicht. Sie hat in den letzten paar Wochen keinen Hehl daraus gemacht, dass ihr Favorit Keno mit dem besorgten Blick ist – und die übrigen Kandidaten nur Beiwerk. Leid tut uns aber Marco, wirklich ein guter Kerl, der nun neben Keno dasteht und weiß, dass er eigentlich raus ist, aber als Notnagel weiterkommen könnte, wenn Tim wirklich dankend ablehnt. Beide Optionen sind irgendwie Mist. 

Marco-Santiago ist richtig arm dran

Gerda versucht mit wohlgewählten Worten, aber in leicht zickigem Tonfall, Tim zu überzeugen. Der erklärt ihr sehr höflich und einfühlsam, dass er einfach nicht auf sie steht. Gerda findet's irgendwie blöd, aber ist nicht wirklich traurig um Tim. Weil sie ja längst in Keno verknallt ist, wie ALLE wissen. Wir, Sie, RTL, Gerda und Keno. Nur Marco hat vielleicht noch Hoffnungen. Die zerstört RTL aber gnadenlos und ohne jegliches Mitgefühl nur Sekunden später: Gerda kehrt zu den beiden verbliebenen Kandidaten zurück und verkündet, dass Marco nicht die Rose bekommt, die Tim nicht wollte. Es gibt also nun eine ganze Finalfolge, in der Keno der letzte verbliebene Kandidat ist, und sich Gerda und er am Ende dann nur noch für- oder gegeneinander entscheiden können. Äh - schräg?! 

"Ich hab mich verarscht gefühlt. Ich hab mich dumm gefühlt", sagt Marco später. Wir können es verstehen. "Dann gibts da jetzt einen Gewinner. Oder, ich weiß ja nicht, was jetzt passiert, keine Ahnung." Ja - was passiert jetzt? Erst einmal muss Keno ein Glas Sponsorenschnaps runterschütten und Sorge heucheln, dass Gerda ihn nur als letzte Wahl nehmen würde. Als ob einer der anderen ernste Konkurrenz für ihn gewesen wäre, Junge. Für wie doof hältst du uns? 

Bachelorette Gerda hat nur noch eine letzte Rose zu vergeben ...

Bachelorette Gerda hat nur noch eine letzte Rose zu vergeben ...

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RTL will Spannung erzeugen, wo keine ist

Auch Gerda wird genötigt, so zu tun, als ob sie nicht schon längst auf Keno stünde. Nachdenklich blickt sie in die Ferne. "Ist da doch noch irgendwas in mir was sagt: Hmmmm, ne?", philosophiert sie. Dann trifft Gerda nach langen Wochen wieder auf ihre Mutter. Die wirkt liebenswert, süß und bodenständig. Gerda verrät Mama, dass sie gleich Keno kennenlernen wird, und dass der sogar heute Geburtstag habe. "Oh, ich habe gar nichts mit!", bedauert Mama Jolanta daraufhin. Sweet! Wir haben uns gerade spontan, ganz ohne Casting-Show, für Gerdas Mama entschieden. 

In dieses Idyll kommt nun Keno in einem seiner seltsamen Hemden angetrabt und poltert ungeschickt in die lauschige Szene. Er umarmt Gerda erst, dann küsst er sie doch auf den Mund, aber irgendwie zuviel - auf jeden Fall ist es unangenehm. Auf der Couch betatscht er Gerda komisch besitzergreifend. Die Bachelorette versucht, ihrer Mutter zu erklären, was in der vergangenen Nacht der Rosen passiert ist. Ob die so ganz folgen kann, wissen wir nicht. 

Keno trifft auf Gerdas süße Mutter

Im privaten Gespräch mit Gerdas Mutter schlägt der Dürener sich ein bisschen besser. Darum gibt die sich schließlich, mit ein par Vorbehalten, zufrieden mit ihrem potenziellen Schwiegersohn. Gerda und Keno planen anschließend in trauter Zweisamkeit, im gras liegend, ihre Zukunft. Die Bachelorette will direkt heiraten, für Keno ist das eher "Step zehn". Trotzdem wird dann viel geknutscht. Die Nacht müssen die beiden Turteltauben aber noch einmal getrennt voneinander verbringen. Und am nächsten Tag wird die letzte Rose vergeben – an Keno, oder nicht an Keno. Ist das spannend? Wir sind uns nicht sicher. 

Gerda ist nervös, "weil ich gleich so eine megalange Rede halten muss". Auf dem Weg zur letzten Nacht der Rosen sieht Keno wieder mal aus, als habe er drei Nächte über die Weltformel nachgegrübelt. "Gut schauste aus", flüstert er der aufgerüschten Gerda auf dem roten Teppich zu. RTL zeigt uns nun noch einmal Kenos erste Szene in der Show, als er aus der Limousine stieg und erstmals die Bachelorette zu sehen bekam – und, herrje, so peinlich hatten wir das gar nicht in Erinnerug! Gut, dass er das Gemackere dann schnell seingelassen hat. Gerda schwelgt kurz in banalen Erinnerungen an die Show, dann gesteht sie ihm endlich, "dass mein Herz sich schon längst für dich entschieden hatte". Ach wirklich? Huch, da sind wir jetzt aber überrascht. Krasse Neuigkeit. Nicht. 

Happy End – ungefähr fünf Folgen zu spät

Und dann wird geknutscht – und das war's vorerst.  Bis Frauke Ludowig im RTL-Studio live zur traditionellen Wiedersehens-Runde einlädt. Über die freuen wir uns vermutlich mehr als Gerda. Endlich gibt's ein Wiedersehen mit dem schrulligen Harald! Der ist wortkarg und lässig wie eh und je. Das Duo Infernale, Andi und Oggy, beweist erneut, dass es zu Recht einen verschämten, kleinen Platz in unserem Herzen hat. Und Österreicher Daniel findet immer noch, dass er spätestens nach der "Sport-Challenge" einen Heiratsantrag der Bachelorette verdient hätte. Gerda nimmt all diese skurrilen Begegnungen gelassen hin, entschuldigt sich auch noch einmal - allerdings nur halb-enthusiastisch - bei Marco für das unelegante Halbfinale.

Das mit der Entschuldigung klappt weniger gut bei den Endgegnern Daniel und Oggy, die sich nach kurzem Geplänkel in eine aggressive Diskussion über das Wort "Affe" stürzen. Daniel, der den bärtigen Kampfsportler unfein so bezeichnete, erklärt, der würde sich ja selbst "Gorilla" nennen und auf Österreichisch sei "Affe" eh gar nicht so fies wie auf Hochdeutsch. Oggy sieht das - ähm - anders. "Ich leb auch zum ersten Mal", fällt Daniel daraufhin die perfekte Ausrede für ALLES ein. Das merken wir uns! Oggy sagt aber auch was Schönes. Sein Motto bei Dates mit Gerda sei gewesen: "Bring sie zum Lachen, bring ihr Glückseligkeit bei!"

War Tim Schuld, dass Gerda sich in Keno verliebt?

Dann stößt noch der Zweitplatzierte, Tim, dazu. Irgendwie sieht er anders aus: Neue Frisur? Anderer Bart? Abgenommen? Wir können es nicht definieren. Er begrüßt Gerda mit der ihm typischen Höflichkeit und Anständigkeit. Er sagt dann auch noch, dass er sich im Nachhinein für Gerda und Keno gefreut habe, als er ihr Dream Date im Fernsehen gesehen habe. Gerda reagiert suuuuper unsouverän und kontert mit urplötzlichen Aggro-Vorwürfen, weil Tim ihr zu zurückhaltend gewesen sei. Tenor: Er sei selber Schuld gewesen, dass sie sich in Folge drei direkt in Keno verliebt habe. Äh?!

Und nach langer Werbepause erfahren wir endlich das einzige, das wir wirklich wissen wollen: Sind Gerda und Keno noch ein Paar? Die Antwort, nach einer erst einmal ziemlich täuschend-kühlen Umarmung zur Begrüßung, ist: Ja. Auch, wenn Gerda die letzten Wochen, in denen sie sich mit ihrem Auserwählten vor der Öffentlichkeit verstecken mussten, ziemlich hart fand. "Man weiß nicht mehr, was mach reden soll, man weiß nicht, was man machen soll..." Klingt ja nach einer Super-Beziehung. Dann verrät Keno auch noch, dass er schon ein Kind mit einer anderen Frau hat. Eigentlich nix Verwerfliches, das kommt jetzt aber doch überraschend. Gerda scheint sich aber nicht daran zu stören.

Das Siegerpaar plant jetzt eine Reise nach Amerika. Nun ja, dann wünschen wir ihnen mal das Beste, oder? Und wir wünschen uns Harald als nächsten Bachelor!