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"Bares für Rares" "Camelia ist ein …" – dieses Plakat bringt Horst Lichter in Verlegenheit

Bares für Rares
"Bares für Rares"-Experte Detlev Kümmel erklärt Horst Lichter das Werbeplakat für Damenbinden. Verkäuferin Martina Kurz hört zu. 
© ZDF
Ein altes Werbeplakat soll bei "Bares für Rares" einen neuen Käufer finden. Die Darstellung aus den 50er Jahren zeigt ein anachronistisches Frauenbild. Und bringt Moderator Horst Lichter ins Schwitzen.

"Ich habe mich daran satt gesehen", sagt Martina Kurz. Die 60-jährige Café-Besitzerin aus Walluf kommt mit einem alten Werbeplakat zu "Bares für Rares". "Das habe ich vor 30 Jahren bei einem Trödle im Allgäu gekauft und fand den Spruch witzig", sagt sie. Dieser spiegele aus heutiger Sicht ein veraltets Frauenbild wider. Denn neben dem Gesicht einer Krankenschwester ist der Schriftzug "Camelia gibt allen Frauen Sicherheit und Selbstvertrauen" zu lesen. Es ist eine Werbung für eine Damenbinde. Das bringt Moderator Horst Lichter kurzzeitig aus der Fassung.

Lichter traut sich nicht, den Zweck des Produkts selbst auszusprechen. "So mein lieber Detlev", sagt er stattdessen zum "Bares für Rares"-Experte Detlev Kümmel. "Camelia ist ein …", beginnt Lichter den Satz, hört dann auf zu reden und zeigt stattdessen auf Kümmel. Der springt charmant ein: "Camelia ist ein Produkt für die weibliche Monatshygiene."

Das Werbeplakat stamme aus den 50er oder 60er Jahren. Es sei kein Emailleschild, sondern ein im Siebdruck bedrucktes Glas. Die Werbung hing vermutlich in einer Apotheke oder in einer Drogerie. "Der Hersteller wollte damit Seriosität und Zuverlässigkeit ausdrücken", erklärt Kümmel. Deshalb sei eine Krankenschwester vor blauem Hintergrund abgebildet worden. "Das war damals kein massenkompatibles Thema", sagt der Experte.

Nur ein "Bares für Rares"-Händler ist interessiert

Doch was ist die alte Werbung für Damenbinden wert? "Unter 300 Euro möchte ich es nicht hergeben", sagt Verkäuferin Kurz. Da der alte Druck in nahezu perfektem Zustand sei, geht Kümmel mit seiner Schätzung sogar noch höher. "Es muss zwischen 400 und 450 Euro bringen", glaubt er. Doch die Händler sehen das ganz anders.

"Ich fang mal mit 80 Euro an", sagt Walter "Waldi Lehnertz". Doch die anderen Händler möchten nicht einsteigen. "Ich erhöhe noch auf 120", sagt "Waldi". Doch die Verkäuferin winkt ab. Auch als sie die Schätzung des Experten nennt, kommt keine Bieterstimmung auf. "Dann werde ich es wieder mintnehmen", sagt Kurz enttäuscht. Vielleicht haben wir den Wert einfach nicht erkannt", meint Fabian Kahl.


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