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Zum 60. Geburtstag der Pille: Carolin Kebekus: "Die Pille wurde von Männern entwickelt – und sorry, Leute, das merkt man"

Zum 60. Geburtstag der Antibabypille hat sich Carolin Kebekus das Medikament mal genauer angesehen. Sie macht schockierende Entdeckungen. 

Carolin Kebekus

Carolin Kebekus fordert, dass die Antibabypille besser erforscht wird

Die Pille bedeutete in den 60er Jahre eine Revolution für Frauen auf der ganzen Welt. "Endlich Sex ohne Gummi und ohne Kinderkriegen und ohne dass man den Typen von der Schulfete direkt heiraten musste", sagte Carolin Kebekus am Donnerstagabend in ihrer TV-Sendung "Die Carolin Kebekus Show". Aber, das macht Kebekus direkt im Anschluss deutlich: Die Medikation hat für Frauen einige Nachteile.

Carolin Kebekus über 60 Jahre Antibabypille

"Auch wenn die Anfänge auf die amerikanische Frauenbewegung zurückgehen: Die Pille wurde von Männern entwickelt - und sorry, Leute, das merkt man", betonte sie. Besorgniserregend seien die vielen Nebenwirkungen des Verhütungsmittels wie Erbrechen, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Embolien oder auch ein erhöhtes Thrombose-Risiko. 

Das Problem sei, so die Komikerin, dass die Pille seit Jahrzehnten kaum verändert wurde. "Heute haben wir fucking Smartphones, aber Frauen schlucken immer noch den 'Commodore64' der Verhütung", sagte sie in Anspielung auf die Entwicklung des Computers, die in den vergangenen Jahren schnell vorangetrieben wurde. Schlimmer noch: Die modernen Pillen haben sogar noch mehr Nebenwirkungen als ihre Vorgänger, erklärte Kebekus. "Es wird einfach viel zu wenig geforscht, um die Pille besser zu machen", beklagte sie. "Normalerweise geben Pharmakonzerne 20 Prozent ihres Umsatzes in die Forschung. Bei Verhütungsmitteln sind es lächerliche zwei Prozent", sagte sie. Das liege daran, dass damit kein Geld verdient werden würde, weil Frauen die Pille wegen mangelnder Alternativen ohnehin trotzdem schlucken würden.

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Pille für den Mann

Das Absurde, so Kebekus, sei, dass bereits in den 30er Jahren an einer hormonellen Verhütungsmethode für den Mann geforscht wurde. "Erst vor wenigen Jahren gab es eine ziemlich vielversprechende WHO-Studie dazu", erklärte sie. Den Männern wurde Testosteron verabreicht - mit guter verhütender Wirkung. Aber: Nach zwei Jahren wurde die Studie abgebrochen, weil die Männer über Nebenwirkungen klagten - unter anderem Akne und Stimmungsschwankungen. 

Sie zitierte außerdem einen Wissenschaftler, der sagte: "Männer haben nicht unbedingt Interesse daran, Hormone einzunehmen." "Ja. Frauen hingegen haben da richtig Bock drauf", scherzte die 40-Jährige.

Periode ohne medizinischen Sinn

Ihr Appell: Man müsse die Pille besser machen und mehr aufklären: "Weil ganz viel hat man uns Frauen einfach nie gesagt", betonte Kebekus. Den Knaller lieferte die Komikerin am Schluss des Beitrages, als sie die Pillenpause und die damit eintretende Blutung erwähnte. 

Denn die, das ließ sich Kebekus von einer Gynäkologin bestätigen, hat medizinisch überhaupt keinen Sinn. "Die Blutung, die eintritt, wenn man mit der Pille pausiert, hat einfach null mit einer Menstruation zu tun", sagte sie. Warum es die Blutung dann überhaupt gibt? "Weil einer der Erfinder der Pille der katholischen Kirche mit diesen Blutungen so eine Art Natürlichkeit vorgaukeln wollte", erklärte Kebekus. 

Am Ende profitieren vor allem die Hersteller von Menstruationsprodukten. "Ich habe 15 Jahre die Pille genommen und die ganze Zeit umsonst geblutet? Ungefähr neun Liter Blut. Umsonst!", stellte die Komikerin abschließend fest. Eine Tatsache, die die wortgewandte Kebekus fassungslos macht. 

"Die Carolin Kebekus Show" läuft Donnerstags, 22:45 Uhr im Ersten

ls