HOME

TV-Tipp: Kaum Personal, krebskrankes Kind abgewiesen: Charité räumt in der ARD Fehler auf Krebsstation ein

Seit Monaten soll auf der Kinderonkologie der Charité Personal fehlen. Sogar ein leukämiekrankes Kind soll abgewiesen worden und kurz darauf verstorben sein. Im ARD-Magazin "Kontraste" nimmt die Klinik nun Stellung.

Deutschland Charité Pflege

In der Berliner Charité fehlen offenbar Pflegekräfte – besonders auf der Kinderkrebsstation

Picture Alliance

Während in der Politik über Fachkräftemangel diskutiert wird, scheint der Pflegenotstand in deutschen Kliniken bereits Folgen zu haben. Wie das ARD-Magazin "Kontraste" in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, fehlen in der Charité Berlin seit Längerem Pflegekräfte auf der Kinderkrebsstation. Das soll nach Recherchen des Magazins sogar dazu geführt haben, dass ein leukämiekrankes Kleinkind nicht aufgenommen werden konnte. Da wegen des Personalmangels nicht alle Betten belegt werden konnten, wurde das Kind demnach in ein anderes Krankenhaus verlegt. Zwar wurde es am nächsten Tag in die Charité gebracht, verstarb aber dort. "Kontraste" stützt sich auf mehrere Quellen, der RBB zitiert zu dem einen Kinderarzt der Charité zu dem Fall. Das Krankenhaus selbst will sich aus Gründen der Schweigepflicht offenbar nicht äußern. 

Im Beitrag der ARD räumt die Leitung des Berliner Klinikums allerdings Fehler im Umgang mit dem Pflegepersonal auf der Kinderkrebsstation ein. "Gerade in der Kinderonkologie gerät man sehr leicht in eine Zwickmühle, dass man auch dem Personal gegenüber [...] mit der Krankheit der Kinder argumentiert", sagte Ulrich Frei, Vorstand Krankenversorgung. Der psychische Druck auf die Pflegekräfte sei enorm hoch.

Suche nach neuem Personal

Der Berliner Universitätsklinik fehlen bereits seit Längerem Pflegekräfte auf der Kinderkrebsstation. In den vergangenen anderthalb Jahren gab es außergewöhnlich viele Kündigungen, wiederholt mussten Stationsbetten geschlossen werden oder Aufnahmestopps für neue Patienten verfügt werden.

Auf Anfrage des RBB äußerte sich die Presseabteilung des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD), der gleichzeitig auch Berlins Wissenschaftssenator ist und teilte mit, dass bundesweit Kliniken speziell geschultes Pflegepersonal für Kinderkrebsstationen suchen. "In Absprache mit der Senatskanzlei […] hat die Charité zugesichert, schnell verlässliche Wege zu finden, um eine Situation wie zum Beispiel im Dezember 2019 künftig zu vermeiden." Der Vorstand der Krankenversorgung ist allerdings skeptisch, dass nach der Negativberichterstattung schnell neues Personal gefunden wird.

Die aktuelle Kontraste-Sendung läuft am Donnerstag um 21:45 Uhr im Ersten und ist im Anschluss in der Mediathek zu sehen.

Quellen: RBB

lau