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Datenbank zur korrekten Aussprache: Ro'scheh nicht 'Roddsche

Ein Mausklick, und der Computer präsentiert die Lösung: Seit zehn Jahren verrät die Aussprachedatenbank der ARD den Radio- und Fernsehmoderatoren auf Online-Anfrage, wie man denn nun Karl Valentin und Roger Cicero richtig ausspricht.

Von Alexander Kühn

Die von Dohnanyis, das darf man so sagen, sind ein diffizile Sippe. Es ist nicht Klaus, ehemals Erster Bürgermeister von Hamburg, der Probleme schafft. Er begnügt sich mit Do'nahni, schlank im Klang und mittig betont – wie Hans, sein Vater, der den Namen einst eindeutschte. Sein Bruder Christoph dagegen, der Dirigent, präferiert die ungarische Variante, gemahnend an die Familienwurzeln: Betonung vorn, als Rausschmeißer einen Schnörkel, 'Dochnahnji! Dessen Sohn Justus, Schauspieler, tut es ihm gleich.

So viel aus der Abteilung "Was man sich wirklich nicht merken muss". Nicht einmal als "Tagesschau"-Sprecher, der Technik sei Dank. Ein Mausklick, und die Lösung purzelt hörbar aus dem Computer. Seit zehn Jahren nun verrät die Aussprachedatenbank der ARD den Radio- und Fernsehmoderatoren auf Online-Anfrage, dass Karl 'Fallänntihn heißt, Barbara aber 'Wallänntihn. Oder dass Kofi höchstselbst 'Annann sagt, nicht etwa 'Ännänn wie Canon.

Was korrekt ist, entscheiden hauseigene Muttersprachler, telefonisch konsultierte Sprachwissenschaftler, hilfsbereite Menschen in Konsulaten oder ein Blick ins Lexikon. Oberstes Gebot ist der Wille des Namensträgers, entsprechend genießen akustische Schnipsel mit Selbstauskunft höchste Priorität. "Hallo, hier ist Roger Cicero, und ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende mit hr 3." Eindeutig: Nicht mit g, so spricht sich Herr Willemsen, auch nicht versnobbt britisch wie Sir 'Roddsche Moore, sondern Ro'scheh, mit frankophiler Elegance, gesummtem sch, Betonung hinten.

170.000 MP3-Dateien

Vorbei die Zeiten, da noch jede Abteilung der ARD ihre Kästen pflegte mit abgegriffenen Karteikärtchen. Und wenn einer vergaß, die Karte nach Benutzung wieder reinzustecken, hatten die Nachkommenden das Nachsehen. Längst wird zentralverwaltet, in Frankfurt, beim Hessischen Rundfunk (hr). 170.000 MP3-Dateien sind gespeichert. Dreimal täglich sagt ein Nachrichtensprecher des hr ungewöhnliche Namen ins Mikrofon, von afrikanischen Politikern, afghanischen Gebirgszügen oder raren Insekten, jährlich wächst der Bestand um 13- bis 15.000 Wörter.

Jede der neun ARD-Anstalten hat Zugriff, und so uneins und einander missgünstig diese sonst sind, so vereint füttern sie die Datenbank. "Hier ziehen alle an einem Strang", sagt Wolfgang Sieber, Hörfunksendeleiter beim hr und einer der Datenbank-Väter. Von der Zusammenarbeit mit Brockhaus und Duden erzählt er. Vom Schweizer Fernsehen, dem Bozener Studio der italienischen Rai und dem ORF, inzwischen alle Nutzer der Datenbank. Und von landestypischen Absonderlichkeiten wie dem Tier mit dem langen Hals, das der Österreicher Schi'raffe nennt.

Eine englische Soße namens 'Wusste

Roland Heinemann sucht derweil auf seinem Notebook nach unterhaltsamen Beispielen. Er ist der Chef der Aussprachedatenbank, sieht aus wie Klaus Bednarz mit runder Brille und redet sanft, als müssten seine Stimmbänder geschont werden. Das Eis mit den Schokostreuseln? Strattscha'tälle. Die englische Soße, geschrieben Worcester? 'Wusste. Bitte nicht 'Lühbienn, sondern 'Lihbüenn oder allenfalls 'Lihbienn. Und Walt 'Dissni und 'Brittni Spears, wobei 'Dissnäi und 'Brittnäi schier hoffnungslos in den deutschen Hirnen eingebrannt scheinen, "wir überlegen, ob wir uns dem allgemeinen Gebrauch angleichen werden", sagt Heinemann. "Die Devise heißt: So original wie möglich, so deutsch wie nötig."

Und Jever, herbes Bier und friesische Stadt gleichermaßen? Im Hoheitsgebiet von NDR und Radio Bremen bitte "Jehfa, aber das machen sie dort ja von klein auf richtig. Der Rest der Republik, dort weiß man es nicht besser, darf getrost falsch 'Jehwa sagen. "Wissen Sie", fragt Heinemann, "wie man den berühmtesten Zoologen der Fernsehgeschichte ausspricht?" Aus dem Notebook quäkt der possierliche Profesor Grzimek im O-Ton aus den Siebzigern, wie er einer Reporterin penibel seinen Namen vorbetet: "'Gschimäkk! G-'schimäkk! Ja, jetzt haben Sie's."

'Behneddikkt 'Rattsinga

Auf Ereignisse hin wird die Datenbank aufgerüstet. Vor der Fußball-WM mit Spielern. Mit Künstlern zur Documenta. Wenn der Papst im Sterben liegt, mit Kardinälen – zum letzten Konklave waren es 290, sagt Heinemann, man will den neuen Pontifex ja richtig benennen. Und dann war’s doch so einfach, 'Rattsinga. Obacht aber bei seinem Künstlernamen: Nicht 'Benne- sondern 'Behneddikkt, langes e!

Zum Abschied macht Roland Heinemann sich noch einen Spaß und fragt: "Wie heißt der See in Massachusetts, dessen Name in der Sprache des Nipmuckvolks bedeutet: Du fischst auf deinem Ufer, ich fische auf meinem Ufer, und niemand fischt in der Mitte?" Der Name liest sich wie einmal wüst auf die Tastatur gehauen: Chargoggagogg- manchauggauggagagoggchaubunagunggamaugg. Sprechen tut man ihn, und dabei grinst der ruhige Herr Heinemann übers ganze Gesicht: Sche'goggeggogg-männ'tschoggeggog-schebböhn-e'göhngemöhg.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.