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Die Medienkolumne: Fürs Erste - Vom König zum Beauftragten

Die ARD hat einen neuen Programmdirektor: Volker Herres, bisher Programmdirektor des NDR. Wie ist diese Personalie zu bewerten? Welche Auswirkung wird der Wechsel von Struve zu Herres haben?

Von Bernd Gäbler

Als Intendant scheitern - dann Programmdirektor des Ersten werden

Die so kompliziert föderal strukturierte ARD hat es geschafft. Sie hat einen Nachfolger für Dr. Günter Struve gefunden. Sogar einstimmig ist die Wahl erfolgt. Es gab auch keinen anderen Kandidaten. Wie so oft nach umständlichen Erwägungen und komplizierten Beratungen lag die Lösung am Ende auf der Hand. Der Posten fiel Volker Herres zu. Schon Dr. Struve blieb es lebenslänglich verwehrt, Intendant zu werden.

Manche glauben, so ein Intendant sei eine Art Medien-Ministerpräsident. Auch Volker Herres, der ab dem 1. November 2008 Struves Amt übernehmen wird, ist mit seinen Intendanten-Ambitionen gescheitert. Lutz Marmor beerbte im NDR Jobst Plog - irgendwie spülte der Geist der Zeit und der Gremien gerade die Verwaltungsfachleute an die Spitzen der einzelnen ARD-Sender. Erst dadurch war für Herres der Weg frei von Hamburg nach München. Der Intendantenrunde beschert solche Beauftragung dann auch das wohlige Gefühl, der für das Erste Programm Zuständige sei doch nicht ganz von ihrem Rang. Sie sind die Gestalter, der ARD-Programmdirektor bleibt letztlich immer noch ein Ausführender.

Herres - ein Mann der sachlichen Kompetenz

Aus der Riege der amtierenden Fernseh- oder Programmdirektoren bot sich eigentlich auch kein anderer an, als der mittlerweile sehr erfahrene Fünfzigjährige. Herres hat den klassischen hausinternen Aufstieg hinter sich. Anfangs war er noch ein wenig journalistisch unterwegs, hat für das ZDF ein paar Magazinbeiträge gefertigt, aber schon 1987 wechselte er zum NDR, war persönlicher Referent, leitete dann die Intendanz, wurde Chefredakteur, Fernsehdirektor. Hätte er da jetzt noch die nächsten fünfzehn Jahre ausharren sollen? Dass er es ernst meinte mit seiner Ambition in die ARD-Zentrale nach München zu gehen, merkte man auch daran, dass er diese nun wirklich mit allem Nachdruck auch gegenüber ihm recht wohlgesonnen Journalisten dementierte. Auf keinen Fall wollte er zu früh genannt werden.

Herres kennt den Laden gut. Er weiss um das weite Programmspektrum. Für die ARD koordinierte er sogar schon einmal das Familienprogramm. Im NDR kleistert er zwar manchen Abend mit harmonischen Dialekt- und Trachtensendungen zu, wirft sich im Zweifelsfalle aber auch schon mal schützend vor das Politikmagazin "Panorama" und hält an dem bundesweit einzigen Medienmagazin "Zapp" fest. Deutlich an Profil gewonnen hat der NDR gerade in jüngster Zeit auf dem Gebiet des dokumentarischen Fernsehens. Kooperationen mit Spiegel TV wie im Falle der RAF-Aufarbeitung spielten dabei ebenso eine Rolle wie bemerkenswerte hauseigene Produktionen ("Das Schweigen der Quandts").

Es wäre schon ein Gewinn, wenn Herres davon etwas ins Erste hinüberretten könnte. Für das von ihm initiierte und moderierte Streitgespräch in der ARD, in dem u.a. der ehemalige RAF-Terrorist Peter-Jürgen Book auf Michael Buback traf, den Sohn des RAF-Opfers Siegfried Buback, wurde er für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Dem Ex-Terroristen hat er seine gehörige Abscheu etwas theatralisch demonstriert, aber immerhin wagte er sogar bei Buback nachzufragen. Dennoch hatte dieses Treffen viel von "Fliege", zu wenig von "Hart, aber fair". Nicht gerade feurig-mitreißend, aber gelassen und wohlsortiert moderiert er seit einiger Zeit den ARD-Presseclub. Er stellt die richtigen Fragen in der richtigen Reihenfolge - dem Presseclub gibt das schon Kontur. Auch in den "Tagesthemen" kommentiert er gerne, aber gerne auch etwas dröge. Und er entscheidet: die allzu sehr abdriftende Eva Herman hat er zügig vom Bildschirm genommen.

Volker Herres weiss zwar, dass vieles in der ARD Politik ist; dennoch schützt er stets Institution und Programm vor allzu eifrigen Übergriffen. So hat er es auch geschafft, politisch immer noch als etwas schillernd und auf keinen Fall parteisoldatisch zu erscheinen. Anfangs galt er als Paladin und Ziehkind seines Intendanten Jobst Plog, also als Sozialdemokrat; dann buhlte er wohl etwas zu offenkundig um die Gunst des Niedersachsen Christian Wulff, der im NDR mehr Mitsprache verlangte. Im Verlauf der NDR-Intendantenkür wurde ihm nachgesagt, nur das Produkt einer Einigung der Ministerpräsidenten, also verlängerter Arm der Politik, zu sein - das aber war üble Nachrede. Herres ist politisch nicht naiv, sieht sich aber doch zuerst als Journalist, dann als Manager seines Programms. Seit er Fernsehdirektor ist, verfasst er auch die eine oder andere Grundsatzrede über Medienentwicklung oder Qualitätsjournalismus - an die Podiumsqualitäten des Dr. Struve reicht er natürlich nicht heran.

Die großen Schuhe des Dr. Struve

Manches in der ARD ist noch nicht geordnet. Noch immer geht die Jugend gehörig flöten. In vielen Sektoren aber hat es Günter Struve souverän geschafft, das Programm - bezogen auf das gesamte Publikum - zum Marktführer zu machen. Das hat er mitunter recht skrupellos betrieben. Was tagsüber so gesendet wird, unterscheidet sich über weite Strecken nicht vom Programm der privaten Konkurrenz. Die Hauptsendezeit um 20.15 Uhr ist gut gefüllt mit allerlei Süßstoff und mittelmäßiger Unterhaltung, Shows mit Frank Elstner oder Jörg Pilawa, nicht selten auf anderen Kanälen bereits existierenden Formaten freundlich nachempfunden. Getalkt wird täglich, gelegentlich aber gibt es sogar mittwochs zu ordentlicher Sendezeit gute Filme. "Der Tatort" und der folgende Talk sind Markenzeichen des Wochenendprogramms geworden. Unbedingt sortiert werden müsste eigentlich noch der Montag, der kein spezielles Profil hat.

Eigentlich absolut unmöglich ist, wie die ARD ihre wichtiges Format, die "Tagesthemen", vernachlässigt und mit schier unauffindbaren Anfangszeiten durch die Woche trudeln lässt. Aber dies entspricht der Philosophie Struves, der Gebührengelder gerne und willig dafür einsetzt, Boxställe von zweifelhaftem Ruf zu finanzieren. Hier darf Herres gerne korrigierend zupacken. Nahezu unnachahmlich verstand es Struve allerdings, diese Mixtur mit freundlichem Lächeln und charmanten Zynismus als "Qualität" zu verkaufen. Wer je erlebt hat, wie er - als dieser bei der ARD noch hohes Ansehen genoss - etwa Pfarrer Fliege zu einer Art Shakespeare der Neuzeit hochjazzte, der wird zugeben: das war stets ein Vergnügen.

Auf den zahlreichen selbstreflexiven und selbstherrlichen Podien der Medienrepublik wird Struve eine große Lücke hinterlassen. Aber dieser amtiert ja noch einige Zeit. Vermutlich hat er noch ein großes Ziel: mit einem Megadeal mit dem Konsortium aus Deutsche Fußball Liga und Kirch Media Group langfristig die ARD-Sportschau zu sichern. Was den Gebührenzahler teuer zu stehen kommen wird.

Herres' Problem

Die Genialität Struves - und dazu gehört Nervenstärke ebenso wie ein sicheres politisches Talent - bestand darin, den Platz zwischen als Stühlen als ARD Programmdirektor zu einen gut ausgepolsterten Thron umgestaltet zu haben, auf dem am Ende ein tatsächlich Mächtiger saß. Nach dem langen Regnum des Königs fängt Volker Herres zunächst wieder als Diener der fürs Erste Programm zuständigen Intendantenrunde an.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(