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"Nuhr im Ersten": Dieter Nuhr sorgt mit unglücklichem Trailer für Ärger

Eigentlich wollte Dieter Nuhr in dem Trailer nur auf seine neue Sendung hinweisen. Doch über den knapp 30-sekündigen Clip gab es Empörung. Das hat auch mit dem Zeitpunkt der Ausstrahlung zu tun.

Dieter Nuhr

Comedian Dieter Nuhr hat mit einem unglücklichen Trailer einige Zuschauer verärgert.

DPA

"Hallo, ich bin's nur", grüßte der Comedian Dieter Nuhr die Zuschauer am späten Montagabend im Ersten. Oder meinte er "ich bin's, Nuhr"? Eigentlich sind die Wortspiele mit seinem Namen schon längst ausgelutscht, aber Dieter Nuhr kann es trotzdem nicht lassen, auf der phonetischen Übereinstimmung dieser zwei Wörter herumzureiten.

Das war jedoch nicht der Grund, weshalb der knapp 30-sekündige Clip bei einigen Zuschauern für Empörung sorgte. Es war vielmehr das, was danach kam. "Man sagt ja immer, der 9. November, das ist ein wichtiger Tag in der deutschen Geschichte. Aber das ist, äh, puh", fuhr er fort. "Der eigentlich wichtige Tag, das ist der 8. November. Da kommt nämlich Nuhr im Ersten."

Dieter Nuhr und der 9. November

Dass Künstler in kurzen Trailern für ihre Shows werben, ist im Fernsehen nichts Ungewöhnliches. Dass dieses Ansinnen diesmal bei manchen übel aufstieß, liegt an dem Datum. Der 9. November ist tatsächlich ein wichtiger Tag in der deutschen Geschichte. 1918 wurde die Republik ausgerufen. 1989 fiel die Berliner Mauer. 

Der 9. November war aber auch der Tag des Hitler-Ludendorff-Putsches (1923). Und vor allem war dies das Datum der Reichspogromnacht, die den Übergang zur systematischen Verfolgung der deutschen Juden markierte.

Den meisten nach dem Krieg geborenen ist sicherlich der 9. November 1989 am präsentesten, Dieter Nuhr wird in seiner locker dahingeplapperten Anmoderation vermutlich an diesen glücklichen Tag gedacht haben.

Jutta Ditfurth regt sich auf

Ausgestrahlt wurde der Trailer jedoch zu einem denkbar unglücklichen Zeitpunkt: unmittelbar nach dem "Antisemitismus-Report", den die ARD am Montagabend um 22:45 Uhr gesendet hat. 

Die frühere Grünen-Politikerin Jutta Ditfurth echauffierte sich besonders über diesen Fauxpas und glaubte gleich einen großen Zusammenhang erkannt zu haben. "Eine endlose Geschichte - die ARD und der Antisemitismus", schrieb sie auf Facebook und nannte Nuhrs Trailer "verächtlich". 

Einige ihrer Facebook-Follower schlugen in dieselbe Kerbe und beschimpften Dieter Nuhr unter Ditfurths Beitrag. Ein Fan versuchte hingegen, den Comedian in Schutz zu nehmen. Er schrieb: "Vielleicht meinte er wirklich NUHR Mauerfall und 1918."

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