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Dschungelcamp 2014: Wer profitiert - und wer verliert

Melanie Müller ist die neue Dschungelkönigin, doch sie ist nicht die einzige Siegerin. Auf der anderen Seite gibt es drei Verlierer, für die sich der Aufenthalt nicht ausgezahlt haben dürfte.

Von Carsten Heidböhmer

Das Dschungelcamp 2014 ist vorbei, und RTL darf sich auf jeden Fall zu den Siegern zählen: Was die Einschaltquoten angeht war es die erfolgreichste Ausgabe von "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" seit Bestehen der Sendung. Neben RTL gibt es eine Reihe von Gewinnern, die ihre Chance, sich vor einem Millionenpublikum zu präsentieren, genutzt haben. Und leider auch einige Verlierer, die sich mit ihrer Teilnahme an dieser Show langfristig eher geschadet haben.

Gewinner

Profitiert haben von der Sendung definitiv die drei Finalisten - aus unterschiedlichen Gründen. Der drittplatzierte Jochen Bendel hat sich mit einem insgesamt sympathischen Auftritt wieder in Erinnerung gerufen. Er präsentierte sich als angenehmer, ausgleichender Charakter, der sich stets in den Dienst des Teams gestellt hat. Bei den Dschungelprüfungen hat er sich voll reingehängt, abends war er es, der das Essen zubereitete.

Auch

Larissa Marolt

hat sich große Sympathien erworben. Und das war zunächst gar nicht zu erwarten. Die ersten Tage trat sie als verwöhnte, egozentrische und hoch narzisstische Göre auf, die keine Anzeichen machte, sich in der Gruppe unterzuordnen. Zu allem Überfluss nahm sie mit ihrem Dauergeplapper fast die komplette Sendezeit in Beschlag. So viel Selbstbezogenheit kam beim Publikum nicht gut an, und so wurde die Österreicherin acht Mal in Folge zur Dschungelprüfung gewählt - damit ist sie Weltrekordhalterin.

Doch dann traten zwei Effekte ein, die ihr Image bei den Zuschauern aufpolierten. Sie zeigte Kampfgeist, hängte sich bei den Prüfungen immer mehr rein - in ihrer letzten Prüfung besiegte sie sogar ihre Spinnenphobie und holte alle fünf Sterne. Zum anderen wurde sie von den übrigen Teilnehmern fies behandelt. In ihrer Anwesenheit wurde über sie gelästert. Larissa ließ das alles tapfer über sich ergehen und verlor umgekehrt kein böses Wort über die anderen. So eroberte sie nach und nach die Sympathien des Publikums.

Melanie Müller

schließlich war die eigentliche Überraschung dieser Show. Wurde sie vor Beginn des Dschungelcamps als künstlich-kühle Silikonmaus wahrgenommen, die mit aller Macht in die Medien will, so entpuppte sie sich als so sympathische wie natürliche Frau. Anstatt die Marilyn Monroe für Arme zu geben, zeigte sie, wer sie wirklich ist: ein herzliches, patentes Mädchen aus dem Osten. Das kam gut an und bescherte ihr letztlich die Dschungelkrone.

Verlierer

Während einige Kandidaten wie Tanja Schumann, Julian F.M. Stoeckel, Gabby Rinne, Marco Angelini und Corinna Drews so schnell wieder in Vergessenheit geraten dürften, wie sie aufgetaucht sind, gibt es drei große Verlierer des Dschungelcamps:

Mit seinem völlig unmotivierten Auszug nach nur vier Tagen war

Michael Wendler

der erste, der sich die Sympathien des Publikums verscherzte. Hätte er dann wenigstens zu seinem Entschluss gestanden, hätte er es noch als Kalkül verkaufen können, nach dem Motto: "Ich wollte von Anfang an nur vier Tage bleiben." Doch nachdem er sich im Hotel den Bauch vollgeschlagen hatte und ihm so langsam dämmerte, welch jämmerliches Bild er abgegeben hatte, überlegte er es sich anders und wollte plötzlich zurück ins Camp. Doch RTL spielte da Gott sei Dank nicht mit. Der Wendler hat sich selbst aus dem Spiel genommen - und musste draußen bleiben.

Auch

Mola Adebisis

Image hat in Australien Kratzer bekommen. Vor Beginn des Camps markierte er noch den starken Mann und kündigte an, im Dschungel Boxtraining zu machen. Doch dann kam: nichts. Der Ex-Viva-Moderator hatte Angst, aus dem Flugzeug zu springen, hing den ganzen Tag faul herum und gab bei den Prüfungen ein jämmerliches Bild ab: Ein Mal reklamierte er Larissas Leistungen für sich, ein anderes Mal brach er ab. Nicht ohne die Schuld hinterher auf Larissa zu schieben. In den Augen vieler Zuschauer wirkte er feige und verlogen.

Mit ganz anderen Problemen dürfte sich künftig

Winfried Glatzeder

herumplagen. Ging er die ersten Tage als ein kauziger, etwas grummeliger älterer Herr durch, so gilt er seit seinem Ausraster gegen Larissa vor ein paar Tagen als unbeherrscht und aggressiv. Als ein Mann, der seine Nerven nicht immer unter Kontrolle hat und auch mal handgreiflich wird. Nannten ihn die Moderatoren Zietlow und Hartwich anfangs noch zärtlich "Glatzenpeter", so ist er seit jener Nacht "Wutfried". Ein Name, der ihm noch längere Zeit nachhängen könnte.